Erkältung: Krankheitstypen

Erkältung kommt immer wieder

© PantherMedia / Markus Guhl

Eine Erkältung, die immer wieder kommt (chronische Rhinitis), ist für die Betroffenen lästig und kann ein Hinweis auf eine zugrunde liegende Erkrankung sein, die entweder allergisch oder nichtallergisch ist. Beide Krankheitsgruppen weisen eine Hyperreaktivität der Nasenschleimhaut auf.[1]

Zwar liegt zumeist keine gefährliche Grunderkrankung vor, welche die immer wieder auftretende Erkältung verursacht, allerdings kann der Leidensdruck aufgrund der Beeinträchtigung der Nasenatmung und der damit verbundenen Störung von Geruch, Geschmack, Gehör, Sprechen, Schlafen etc. dennoch hoch sein.
Im folgenden Artikel werden die Ursachen, die Therapie sowie weitere nützliche Informationen rund um die chronische Rhinitis näher beleuchtet.

Ursachen von chronischer Rhinitis

Die chronische Rhinitis wird nach ihrer Ursache in folgende Krankheitsbilder unterteilt:[2]

Unspezifische chronische Rhinitis

Die unspezifische chronische Rhinitis kann verschiedene Ursachen haben, zu denen z. B. anatomische Veränderungen im Nasenhöhlenbereich, Tumoren im Nasen- und Nasenrachenraum, extreme Temperaturen oder Schadstoffe zählen. Betroffene leiden an einer Beeinträchtigung der Nasenatmung mit schleimiger Sekretion, zusätzlich kann Heiserkeit auftreten.[2]
Der Verlauf ist abhängig von der Grunderkrankung. So ist z. B. bei einer anatomisch bedingten Rhinitis eine Heilung durch eine korrigierende Operation möglich; bei Tumoren ist die Prognose je nach Fortschreiten der Erkrankung unterschiedlich.[2]

Allergische Rhinitis

Die allergische Rhinitis stellt eine Immunreaktion des Körpers z. B. auf Pollen oder Tierhaare dar und kann weiter unterteilt werden in die saisonale allergische Rhinitis (Heuschnupfen, vor allem durch Pollenallergene ausgelöst) und die perenniale (ganzjährige) allergische Rhinitis, die durch Hausstaubmilben, tierische Allergene, Schimmelpilze oder auch Nahrungsmittel (z. B. Erdnüsse) verursacht wird.[2]
Zu den Symptomen der allergischen Rhinitis gehört ebenfalls die eingeschränkte Nasenatmung, jedoch stehen hier vor allem Niesattacken, eine wässrige Nasensekretion und eine Mitbeteiligung der Augen (Begleitkonjunktivitis) im Vordergrund.[2]

Vasomotorische Rhinitis

Der vasomotorischen Rhinitis liegt eine funktionelle Störung der Blutgefäße in der Nasenschleimhaut zugrunde.
Die Symptome sind mit denen der allergischen Rhinitis gleichzusetzen; allerdings kann kein auslösendes Allergen identifiziert werden. Vielmehr führen Temperaturwechsel (z. B. im Winter, wenn der Betroffene von draußen in einen beheizten Raum geht), Genuss von heißen Getränken oder Alkohol, aber auch Stress zu den Beschwerden.

Atrophische Rhinitis

Die atrophische Rhinitis ist im Gegensatz zu den bisher genannten Formen der chronischen Rhinitis gekennzeichnet durch eine trockene Nasenschleimhaut, die sich in der Folge entzünden kann.
Ursachen der atrophischen Rhinitis können der Missbrauch von Nasentropfen, Konsum von Drogen über die Nase (z. B. Kokain) oder auch umfangreiche Tumoroperationen im Bereich der Nasenhöhle sein.

Hormonelle Rhinitis

Die hormonelle Rhinitis, auch Schwangerschaftsrhinopathie (Rhinopathia gravidarum) genannt, tritt in der Schwangerschaft auf und verschwindet nach der Geburt spontan wieder. Auslöser ist wahrscheinlich der Anstieg des Hormons Östrogen, das zu einer Schwellung der Nasenschleimhaut führt.

Rhinitis medicamentosa

Ursache der Rhinitis medicamentosa ist ein langandauernder Gebrauch von abschwellenden Nasentropfen, aber auch bestimmter blutdruckregulierender Medikamente (Beta-Blocker oder ACE-Hemmer) oder oraler Verhütungsmittel (Kontrazeptiva) wie der Pille.
Symptome sind hier die eingeschränkte Nasenatmung, eine eher trockene Schleimhaut und evtl. Riechstörungen.

Behandlung von chronischer Rhinitis (nach Ursachen)

Die Therapie der immer wiederkehrenden Erkältung ist abhängig von der Form der chronischen Rhinitis.[2]

Unspezifische chronische Rhinitis

Die zugrunde liegende Ursache (Tumor, anatomische Fehlstellung, Schadstoffe) sollte zuerst beseitigt werden (z. B. durch Operationen). Unterstützend können abschwellende Nasentropfen oder Spülungen mit Salzwasser angewendet werden, die jedoch meist nur kurzfristig und symptomlindernd wirken und somit keine Heilung darstellen.[2]

Allergische Rhinitis

Die allergische Rhinitis lässt sich am sinnvollsten durch Vermeiden des Kontaktes mit den auslösenden Allergenen behandeln. Da dies jedoch nicht bei allen Allergenen möglich ist (z. B. Pollen), ist eine medikamentöse Behandlung angezeigt. Hierbei kommen verschiedene antiallergische Medikamente zum Einsatz, aber auch eine Hyposensibilisierung kann hilfreich sein. Hierbei wird der Betroffene langsam an das Allergen gewöhnt. Die Beratung und die medikamentöse Therapie sollten von einem Arzt durchgeführt werden.[2]

Vasomotorische Rhinitis

Auch bei dieser Form der chronischen Rhinitis können Medikamente symptomlindernd wirken. Zusätzlich werden sogenannte „Kneipp-Kuren“der Nase empfohlen: Hierbei wird eiskaltes Wasser durch die Nase „hochgeschnupft“, wodurch die Blutgefäße in der Nasenschleimhaut trainiert werden sollen.
Schließlich gibt es die Option einer operative Therapie, bei der die Nasenmuscheln, die bei der Rhinitis anschwellen, verkleinert werden.[2]

Atrophische Rhinitis

Die atrophische Rhinitis kann zunächst konservativ z. B. mit Nasenduschen mit Salzwasser und Nasensalben behandelt werden. Tritt damit keine Besserung ein, stehen ebenfalls operative Maßnahmen zur Verfügung. Abschwellende Nasentropfen sollten keinesfalls eingesetzt werden, da diese zu einer Verschlechterung der Symptomatik führen.[2]

Hormonelle Rhinitis

Da die hormonelle Rhinitis nach Beendigung der Schwangerschaft meist wieder verschwindet, reicht es meist aus, eine symptomatische Behandlung z. B. mit Salzwasserspülungen oder Meersalzsprays durchzuführen.[2]

Rhinitis medicamentosa

Die Therapie der Rhinitis medicamentosa besteht in einem Absetzen (wenn möglich) der auslösenden Medikamente. Auch hier können unterstützende Maßnahmen wie Nasenspülungen und Salben eingesetzt werden.[2]

Zu beachten

Sollten sich die Erkältungssymptome nach einer Woche nicht bessern, eine Erkältung immer wieder auftreten oder Begleitsymptome wie Fieber oder Verschlechterung des Allgemeinzustandes hinzukommen, ist es empfehlenswert, einen Arzt aufzusuchen. Dieser wird nach der zugrunde liegenden Ursache suchen und die dazu passende Therapie einleiten.

Es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen chronischer Rhinitis und einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK). Angenommen wird, dass die chronische Entzündung einen begünstigenden Faktor für Gefäßkrankheiten wie die Arteriosklerose darstellt.[3]
Umso wichtiger ist es, die Ursache für eine chronische Rhinitis frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung