Erkältung In der Schwangerschaft: Im Alltag

Erkältung vor der Geburt

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Eine Erkältung (grippaler Infekt) stellt einen der häufigsten Infekte in allen Jahreszeiten dar. Er wird in der Regel durch Viren verursacht und bringt Symptome wie Husten (Tussis), Schnupfen (Rhinitis), Kopf- (Cephalgie) und Halsschmerzen (Pharyngitis), in seltenen Fällen auch Fieber (Pyrexie), mit sich. Auch während einer Schwangerschaft liegt keine Immunität gegen eine Erkältung vor. Gerade kurz vor der Geburt kann ein grippaler Infekt durchaus besorgniserregend sein. Welche Ursachen eine Erkältung vor der Geburt hat und wie sie behandelt werden kann, wird im Folgenden näher ausgeführt.

Ursachen von Erkältungen vor der Geburt

Eine Erkältung kann von mehr als 200 verschiedenen Viren verursacht werden, die häufigsten stellen Rhinoviren dar. Diese werden durch Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen; eine Infektion über die Atemluft, durch Händeschütteln oder durch das Berühren von Türklinken ist daher sehr verbreitet. Unterkühlungen fördern ebenfalls den Ausbruch einer Infektion. Durch die Kälte werden die Schleimhäute weniger durchblutet und sind als Schutzschicht gegen Erreger durchlässiger. Eine Schwächung des Immunsystems kann auch durch Übermüdung, Trauer und Stress verursacht werden [1]. Nach drei bis sieben Tagen klingt eine Erkältung in der Regel von selbst ab [2].

Behandlung von Erkältungen vor der Geburt

Die Ursache von Erkältungen stellen Viren dar, daher ist eine Behandlung komplizierter als bei einem bakteriellen Infekt. Da eine Erkältung in der Regel ohne große Komplikationen verläuft und von selbst wieder abklingt, ist es ratsam, nur ihre Symptome zu behandeln. Vor einer Behandlung während der Schwangerschaft sollte immer Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden.

  • Hausmittel: Hilfreich gegen den Schnupfen und den Husten während einer Erkältung sind Inhalationen und Tees, welche die Schleimhäute befeuchten und beruhigen. Inhalationen können mit Eukalyptus erfolgen, bei Tees empfehlen sich während einer Schwangerschaft Salbei oder Kamille. Die Kräuter wirken antibakteriell sowie entzündungshemmend, außerdem unterstützen sie die beruhigende Wirkung auf die Schleimhäute.
  • Anwendung: Für selbst gemachten Salbeitee acht frisch gezupfte Salbeiblätter in 0,2 Liter kochendes Wasser geben, 15 Minuten ziehen lassen und dann alle ein bis zwei Stunden mit dem Tee gurgeln [3]. Kamillentee wird aus 2 Teelöffeln Kamilleblüten auf eine Tasse Wasser aufgebrüht und kann nach fünf- bis zehnminütiger Ziehzeit getrunken, inhaliert oder ebenfalls zum Gurgeln verwendet werden [4]. Für eine Inhalation eine Schüssel mit einem Liter heißem Wasser füllen und zwei bis drei Tropfen Eukalyptusöl hinzugeben, den Kopf mit einem Handtuch bedecken, über die Schüssel beugen und 10 Minuten tief ein- und ausatmen. Eine Inhalation kann zwei- bis dreimal täglich durchgeführt werden [5][6].
  • Wirkstoff: Starker Husten im Rahmen der Erkältung sollte während einer Schwangerschaft gestillt werden, da er im Verdacht steht, bei der Schwangerenfrühzeitige Wehen auszulösen [7]. Produktiver Husten, der mit dem heilsamen Auswurf von Schleim einhergeht, sollte allerdings nicht unterdrückt werden, um einen Sekretstau zu verhindern [8]. Ein möglicher Hustenstiller stellt Dextromethorphan dar, das im Hustenzentrum am Hirnstamm wirkt. Es in Medikamenten wie Silomat DMP, Wick Formel 44 Husten-Stiller und Hustenstiller-ratiopharm Dextromethorphan enthalten. Dieses sollte allerdings nur in äußerst drastischen Fällen und ausschließlich nach ärztlicher Anweisung eingenommen werden, da noch keine klinischen Studien vorliegen, die eine fruchtschädigende Wirkung von Dextromethorphan definitiv ausschließen [9][10].
  • Therapien: Allgemein sollte bei einer Erkältung in der Schwangerschaft darauf geachtet werden,Bettruhe zu halten, bevorzugt in einer warmen Umgebung mit ausreichender Luftfeuchtigkeit, da diese die Schleimhäute befeuchtet, beruhigt und pflegt. Genug Flüssigkeit sollte in Form von Tees und Wasser zugeführt werden, da dies ähnliche Effekte hat [11].

Zu beachten

Eine Erkältung in der Schwangerschaft ist in der Regel unbedenklich und klingt nach wenigen Tagen von selbst ab. Auftretender starker Husten allerdings stellt ein Risiko dar, da er frühzeitige Wehen auslösen kann; daher sollte er gestillt werden. Ein Arzt sollte unbedingt aufgesucht werden, wenn die Erkältung auch nach mehr als einer Woche nicht abklingt, die Beschwerden stärker werden oder Symptome wie hohes Fieber hinzukommen. Auch eine eventuelle Selbstbehandlung mit Hausmitteln oder Medikamenten sollte besser mit einem Arzt abgesprochen werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung