Erkältung Mit Halsschmerzen: FAQ

Erkältung u. Halsschmerzen

© PantherMedia / Tom Baker

Eine Erkältung trifft viele Menschen sogar mehrmals im Jahr. Besonders häufig tritt diese in der kalten Jahreszeit auf. Bei den Erregern handelt es sich meistens um Rhino-, Adeno-, Corona-, Influenza-, Parainfluenza- oder auch häufig bei kleineren Kindern RS – Viren. Eine Erkältung beginnt meist recht unspezifisch mit Müdigkeit, Augenbrennen, Unwohlsein, dann kann es meist zu einer laufenden Nase, Kopfschmerzen, leichtes Fieber, Halsschmerzen, Heiserkeit und Husten kommen. Nicht jede Erkältung muss mit all diesen Zeichen einhergehen. Es hängt vom Erreger ab und wo sich die Erkältung im Hals, Nasen, Rachenraum ausbreitet.

Behandlung bei Halsschmerzen

Halsschmerzen bei Erkältung entstehen dann, wenn sich die Erreger auf die zarte Rachenschleimhaut ausbreiten und dort zu einer Entzündung führen. Der medizinische Fachbegriff für diesen Zustand wird Pharyngitis genannt. Meist spürt der Patient als Vorzeichen einer Beteiligung des Halses ein Kratzen, im Rahmen der Entzündung wandelt sich dieses innerhalb kurzer Zeit in einen Halsschmerz um. Strahlt der Halsschmerz in ein oder beide Ohren aus und geht mit hohem Fieber einher, dann kann es sich auch um eine Entzündung der Gaumenmandeln handeln, dieser Zustand bedarf einer ärztlichen Intervention und gehört daher abgeklärt.

Eine Erkältung wird wie in der Einleitung angeführt, meist durch Viren verursacht. Eine bakterielle Infektion kann sich allerdings auf die durch Viren geschädigte Schleimhaut aufsetzen und den Krankheitsverlauf verkomplizieren.Gegen die banale Erkältung gibt es keine spezifische Behandlung, daher können lediglich Mittel eingenommen werden, welche die Begleiterscheinungen wie Halsschmerzen bessern und erträglicher machen. Die Erkältung ist meist nach 7 – 9 Tagen abgeheilt. Es bleibt keine bleibende Immunität daher kann eine erneute Ansteckung erfolgen.Im Folgenden sollen einige Tipps gegen Halsschmerzen gegeben werden. Diese ersetzen aber keinesfalls den Besuch eines Arztes.

Allgemeine Maßnahmen

Allgemeine Maßnahmen, um eine Erkältung zu kurieren, bestehen in ausreichender körperlicher Schonung und Ruhe. Diese einfache, aber selten genutzte Maßnahme unterstützt den Genesungsprozess. Stress sollte vermieden werden, da dieser die Abwehrkräfte weiter einschränkt. Auch ausreichende Flüssigkeitsaufnahme kann gerade bei Husten mit festsitzendem Schleim hilfreichsein, diesen zu lösen.

Hausmittel

  • Halswickel mit Topfen
    • Topfen wird gerne in einem Halswickel bei Halsschmerzen angewandt.
    • Anwendung: Der Topfen sollte Zimmertemperatur haben, wenn dieser in dünnen Lagen (5 – 10 mm) auf ein Tuch aufgebracht wird. Zu kalter Topfen wird als unangenehm empfunden und sollte daher nicht verwendet werden. Der Topfen auf ein Tuch aufbringen und nach Einschlagen für 15 – 20 Minuten um den Hals wickeln. Die Anwendung kann 2-3x täglich erfolgen.
    • Wirkungsweise: Die Milchsäure im Topfen soll eine entzündungshemmende und kühlende Wirkung entfalten und helfen die Entzündung einzudämmen.
    • Nebenwirkungen: Gibt es durch die lokale Applikation eigentlich kaum. Wird die Haut durch den Topfen gereizt oder der Wickel als unangenehm empfunden werden, so soll der Wickel entfernt werden.
  • Kräutertees
    • Verschiedene Kräuter versprechen eine lindernde Wirkung bei Halsschmerzen. Eine mögliche Wirkung bei Halsschmerzen wird Fenchel, Salbei und Kamille nachgesagt.
    • Anwendung: Über den Tag verteilt 3 – 5 Kräutertees zu trinken, wirkt beruhigend auf den Hals. Zudem ist die Flüssigkeitsaufnahme durch die Tees bei Erkältung mit Sicherheit kein Nachteil.
    • Wirkungsweise: Klare wissenschaftliche Beweise für eine spezifische Wirkung auf Halsschmerzen durch Anwendung von Kräutertees gibt es nicht. Allerdings ist die angenehme Wärme, verbunden mit Flüssigkeitszufuhr meist zumindest kurzfristig hilfreich und führt zu einer Verbesserung der Schmerzen.
    • Nebenwirkungen: Bestehen Allergien gegen bestimmte Kräuter, sollten Tees, welche diese Kräuter enthalten, vermieden werden, um allergische Reaktionen zu verhindern.

Medikamente

  • Benzydamin
    • Wirkung: Benzydamin wirkt direkt auf die durch Viren angegriffene Schleimhaut. Es dämpft die Wahrnehmung von Schmerzen und scheint auch eine entzündungshemmende und desinfizierende Wirkung zu besitzen.
    • Nebenwirkungen: Bei Einnahme von Benzydamin können Nebenwirkungen auftreten, dazu gehören: Trockenheit im Rachenraum, allergische Reaktionen auf Inhaltsstoffe, Lichtempfindlichkeit, Flüssigkeitsansammlung in Gesicht, Lippen oder Lidern (Angioödem) und selten ein gefährlicher Krampf der Stimmbandmuskulatur (Laryngospasmus).
    • Wechselwirkungen: Es wurde bei der Zulassung nicht auf Wechselwirkungen geprüft.
    • Kontraindikationen: Das Präparat sollte nicht eingenommen werden, wenn eine Überempfindlichkeit gegenüber einem Inhaltsstoff besteht.
    • Medikamente mit dem Wirkstoff: Tantum – Verde Gurgellösung oder Pastillen
    • Hinweise zur Einnahme: Bei Einnahme von Pastillen kann es bei zu hoher Dosis, schnell zu Durchfall kommen, daher sollte unbedingt die Einnahmeempfehlung der Packungsbeilage befolgt werden. Werden Lutschtabletten eingenommen, so sollten, diese nicht zu schnell gelutscht oder zerbissen werden, da sich dann der Wirkstoff nicht so gut verteilen kann. Besser ist es den Wirkstoff in der Wangenschleimhaut langsam zergehen zu lassen, um so eine optimale Verteilung zu erzielen.
  • Dexpanthenol
    • Wirkung: Bei diesem Stoff handelt es sich um eine Vorstufe eines Vitamins. Dieses Vitamin spielt eine wichtige Rolle in vielen Stoffwechselvorgängen und hat auch wichtige Funktionen in Haut und Schleimhaut. Wird es lokal aufgebracht, fördert es die Regeneration und Heilung von Haut und Schleimhaut. Zusätzlich scheint es auch entzündungshemmend und feuchtigkeitsspendend zu sein. Diese Eigenschaften können bei Halsschmerzen eine Verbesserung bewirken.
    • Nebenwirkungen: Es kann zu lokalen Reizungen und allergischen Reaktionen kommen. In diesem Fall ist die Anwendung zu stoppen und ein Arzt zu konsultieren.
    • Wechselwirkungen: Bei der Zulassung sind keine Wechselwirkungen bekannt geworden.
    • Kontraindikationen: Allergien gegen einen der Inhaltsstoffe
    • Medikamente mit dem Wirkstoff: Halset – Rachenspray
    • Hinweise zur Einnahme: Halset wird als Spray auf die Schleimhaut aufgetragen. Die Dosierung ist der Packungsbeilage zu entnehmen, auch kann ein Arzt oder Apotheker befragt werden.
  • Paracetamol
    • Bei sehr starken Halsschmerzen kann auch versucht werden, durch die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten eine Besserung der Schmerzen zu erzielen. Meist kommen hier Substanzen aus der Klasse der nicht – steroidalen Antirheumatika zur Anwendung. Eine sehr bekannte Substanz aus dieser Klasse ist die Acetylsalicylsäure. Das hier vorgestellte Paracetamol ist mit weniger Nebenwirkungen als Acetylsalicylsäure assoziiert und daher eine gute Alternative bei starken Halsschmerz.
    • Wirkung: Paracetamol hat eine dämpfende Wirkung auf Botenstoffe, welche an der Auslösung von Entzündungen beteiligt sind. Da diese Stoffe auch an der Entstehung und Verstärkung von Schmerz beteiligt sind, resultiert auch eine gewisse Dämpfung von Schmerzen.
    • Nebenwirkungen: Es kann zum Anstieg von Leberwerten kommen. Auch allergische Reaktionen sind möglich. Selten kann ein Asthma ausgelöst werden. Bei Einschränkungen der Leber oder Nierenfunktion sollte vor Anwendung ein Arzt konsultiert werden. Störungen der Blutbildung sind selten, können aber vorkommen.
    • Wechselwirkungen: Bestehen mit einigen anderen Medikamenten. Wenn regelmäßig Medikamente eingenommen werden müssen, sollte ein Arzt oder Apotheker bezüglich Interaktionen befragt werden.
    • Kontraindikationen: Bestehen unter anderem bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
    • Wirkstoffe mit Paracetamol: Paracetamol Genericon, Perfalgan, Contac, Captin
    • Anwendung: Die korrekte Dosierung kann der Packungsbeilage entnommen werden, auch ein Arzt oder Apotheker beraten gerne.

Zu beachten

Die vorgestellten Tipps bieten eine erste schnelle Hilfe gegen Halsschmerzen. Sollten die Halsschmerzen sehr stark werden, oder mit Fieber beziehungsweise mit einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes einhergehen, so sollte ein Arzt aufgesucht werden, um mögliche andere Ursachen für die Halsschmerzen zu finden und diese korrekt zu behandeln.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung