Grippe Influenza A: Ursachen

Influenza Virus H3N2

© PantherMedia / Markus Guhl

Nach wie vor gehört die „echte Grippe“ (Influenza) zu einer der bedeutendsten Infektionskrankheiten in der westlichen Welt. In der Saison 2013/2014 war das Influenzavirus H3N2 Auslöser für die Mehrheit der Grippefälle in Deutschland [1]. Influenzaviren führen immer wieder zu weltweiten Infektionswellen (Pandemien), indem sie unser Immunsystem überlisten.

Fakten zum Thema

Der mit Abstand heftigste Grippeausbruch war die Spanische Grippe von 1918 bis 1920, ausgelöst durch den Influenza-Subtyp H1N1. Damals starben knapp 50 Millionen Menschen in Folge einer Influenza-Infektion [5]. Auslöser der Asiatischen Grippe im Jahr 1957, bei der ein bis zwei Millionen Menschen ums Leben kamen, war das H2N2-Influenzavirus. Durch Kombination des Vogelgrippevirus mit einem anderen zirkulierenden Influenzavirus-Stamm kam es zur Entstehung der Influenza-Variante H3N2, welche 1968 zur Hongkong-Grippe führte, bei der rund 800.000 Menschen ihr Leben ließen [5]. Der Verlauf der Hongkong-Grippe war jedoch auf Grund seiner nahen Verwandtschaft zur Asiatischen Grippe milder, da durch die vorangegangene Influenza-Pandemie bei vielen Menschen noch schützende Antikörper gegen die ähnliche Influenzavirus-Variante H2N2 vorhanden waren [7].

Da Influenzaviren vom Typ H3N2 sehr effizient vermehrt und zwischen Säugetieren übertragen werden können, ist es von großer Bedeutung, die Entwicklung dieses Virus weiterhin mit größter Sorgfalt zu beobachten, um weitere Pandemien zu verhindern [8]. Aus diesem Grund ist in Deutschland jeder Grippefall meldepflichtig, um bei erneutem Auftreten von Influenzafällen rechtzeitig reagieren zu können [9].

Biologischer Zusammenhang

Es gibt drei verschiedene Gattungen von Influenzaviren, die als Typ A, B oder C bezeichnet werden. Das Influenzavirus H3N2 wird zum Typ A der Influenzaviren gezählt. Der Name H3N2 stammt von den beiden viralen Oberflächenproteinen (Antigenen) Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N). Bisher sind 16 verschiedene Hämagglutinine und neun verschiedene Neuraminidasen bekannt. Durch Austausch von Genomsegmenten (Abschnitte der Erbanlage) zwischen nahe verwandten Viren, wissenschaftlich als Reassortierung bezeichnet, können neue Virusvarianten entstehen [2]. Kommt es dabei zu einer veränderten Virusoberfläche, spricht man von Antigenshift. Man nimmt an, dass Schweine bei dem Genaustausch zwischen Vogelgrippeviren und für den Menschen gefährliche Influenzaviren eine große Rolle spielen, in dem sie als Zwischenwirte dienen. Aber auch kleinere Veränderungen der Oberflächenstruktur durch Mutationen in den Genen für das Hämagglutinin und/oder die Neuraminidase führen zu einer veränderten Oberflächenstruktur des Influenzavirus, was als Antigendrift bezeichnet wird. Durch eine veränderte Oberfläche kann das neu entstandene Virus der Immunabwehr des Wirtes entkommen, sodass es wie im Fall von H3N2 zu einer Pandemie kommen kann [3, 4].

Die Grippeimpfung

Der effizienteste Weg, sich vor einer Infektion mit Influenza zu schützen, ist sich impfen zu lassen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine Impfung für folgende Risikogruppen: Schwangere, Kinder im Alter von 6 Monaten bis 5 Jahren, ältere Menschen ab 65 Jahren, Menschen mit chronischen Erkrankungen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen. Es kann jedoch sein, dass die Impfung gegen Influenza bei älteren Menschen weniger effektiv ist, sie kann aber dennoch helfen, die Intensität der Erkrankung zu reduzieren, was vor allem für geschwächte Menschen überlebenswichtig sein kann [10].

Da sich die kursierenden Influenzaviren schnell verändern, wird die Zusammensetzung des Impfstoffes jedes Jahr an die aktuelle epidemiologische Situation angepasst, sodass die Impfung jährlich aufgefrischt werden sollte. Der Impfstoff setzt sich aus den Antigenen (Oberflächenproteinen, die durch Antikörper der menschlichen Immunantwort erkannt und gebunden werden können) der drei meist vertretenen Virusvarianten zusammen, wozu meistens H1N1 und H3N2, jeweils vom Typ A, und Typ B zählen. Für die Saison 2014/2015 entspricht die Stammzusammensetzung jedoch der der Saison 2013/2014 [11].


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe