Grippe Influenza A: Ursachen

Influenza Virus H5N1

© PantherMedia / Andrzej Wilusz

Das Influenza Virus H5N1 ist Auslöser der aviären Influenza („Vogelgrippe“). Bei dieser Virusgrippe handelt es sich um eine ursprünglich nur Vögel betreffende, gefährliche Erkrankung, die aber in den letzten Jahren auch zahlreichen Menschen das Leben gekostet hat [1]. Grundsätzlich stellt ein Ausbruch der Vogelgrippe eine pandemische Gefahr für die globalisierte Welt dar [2]. Eine besonders hohe Virusprävalenz besteht in China und Südostasien[3].

Im Folgenden sollen wichtige medizinische und biologische Fakten sowie interessante Anmerkungen im Zusammenhang mit dem Influenza Virus H5N1 dargestellt werden.

Medizinische Fakten

Das Influenza H5N1-Virus gehört einer Virusgruppe an, welche bei Vögeln den Ausbruch der Vogelgrippe verursacht. Durch Mutationen im viralen Erbgut ist ebenfalls eine Infektion des Menschen möglich.

Der Übertragungsweg für die typische, durch Influenza A- und B-Viren ausgelöste humane Grippe, erfolgt über Tröpfcheninfektion. Gleiches gilt für die durch H1N1-Viren ausgelöste Schweinegrippe. Die Übertragung der H5N1-Viren hingegen erfolgt in der Regel durch direkten Kontakt zu Geflügel, Aufnahme von rohem kontaminiertem Fleisch oder durch Kontakt zu Fäzes und Speichel infizierter Vögel [4]. Das sehr umweltresistente Virus kann außerdem durch Berührung von kontaminierten Oberflächen übertragen werden. Eine Übertragung des Erregers von Mensch zu Mensch ist allerdings sehr umstritten [1].

Man unterscheidet verschiedene Subtypen des H5N1-Virus. Diese zeichnen sich durch eine geringere oder hohe Pathogenität aus. Der jeweilige genetische Subtyp entscheidet über die Schwere des Krankheitsverlaufes. Die klinische Präsentation einer H5N1-Virus-Infektion ähnelt einer klassischen Grippe – ist allerdings durch einen schwereren Verlauf gekennzeichnet.

Nach einer Inkubationszeit von 2-14 Tagen kommt es zu Fieber (> 38°C), Halsschmerzen, Auswurf, Kurzatmigkeit und beschleunigter Atmung (Tachypnoe). Im Verlauf tritt häufig eine Lungenentzündung (Pneumonie) auf und es besteht die Gefahr eines möglichen Lungenversagens. Eine symptomatische Beteiligungen der Nieren, des Darms und Magens mit Durchfall oder Erbrechen, können ebenso wie Kopf- und Muskelschmerzen auftreten [3].

Biologischer Zusammenhang

Influenzaviren tragen an ihrer Oberfläche bestimmte Proteinstrukturen die die Virus-spezifischen Eigenschaften definieren. Durch sogenannte Hämagglutinine erfolgt das Anheften (Adhäsion) der Viren an Zellen des Respirationstraktes. Der Virusbefall der Epithelzellen führt in der Folge zu einer lokalen Immunreaktion. Ziel dieser ist die Entfernung der Viren bzw. den von ihnen befallenen Zellen. Weiße Blutzellen (Leukozyten) gelangen in das Infektionsgebiet und verfolgen die zelluläre Immunantwort. Von Plasmazellen produzierte Antikörper wirken zeitversetzt bei der Immunantwort unterstützend mit.

Aus diesen Mechanismen resultiert ein ausgeprägter Entzündungsherd mit Rötung und Schwellung der Schleimhäute sowie vermehrter Schleimproduktion. Eine mögliche Folge ist die Entstehung einer Pneumonie [3].

Zu beachten

Klinisch ist eine Vogelgrippe schwer von einer klassischen Grippe zu unterscheiden. Eine Infektion mit dem H5N1-Virus ist aber im mitteleuropäischen Raum sehr unwahrscheinlich. Reisen in den südostasiatischen Raum in den vergangenen Monaten können einen Hinweis in der Reiseanamnese liefern. Zur genauen Diagnose sind spezifische Laboruntersuchungen notwendig. Grundsätzlich gilt: bei frühzeitiger Diagnose und Therapieeinleitung zeigt sich die beste Prognose [2].


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe