Grippe Schweinegrippe (H1N1): Klassische Arzneimittel

H1N1 Tamiflu

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Mit der Abkürzung H1N1 wird eine besondere Form der Grippe bezeichnet, besser bekannt unter dem Begriff Schweinegrippe. Die Schweinegrippe galt in den Jahren 2009 und 2010 als eine weltweite Infektion (Pandemie). Heute wird sie in Deutschland als nicht mehr sehr gefährlich eingestuft. Verschiedene Grippemittel sollen gegen eine H1N1-Infektion ankämpfen können, wie zum Beispiel Tamiflu. Diese Angaben sind aber nur eingeschränkt gültig.

Was das Grippemittel Tamiflu ist, wie bei H1H1 Tamiflu helfen kann und welche Risiken bei Schweinegrippe und Tamiflu bestehen, wird im Folgenden analysiert.

Fakten zum Thema

Eine Grippe wird im Allgemeinen durch Influenzaviren verursacht, die in drei Typen (A, B, C) unterteilt werden; Influenza-A ist die häufigste und gefährlichste Erkrankung. Die Gruppe der Influenzaviren besteht jedoch noch aus verschiedenen Untergruppen, eine davon wird als Influenza-A- (H1N1) bezeichnet. Die beiden Buchstaben H und N stehen für zwei wichtige Oberflächenproteine der Viren: Hämagglutinin und Neuraminidase. Diese beiden Oberflächenproteine (auch als Antigene) bezeichnet, sind besonders für die Eigenschaften einer Virenart verantwortlich.

Das Virus H1N1 rief im Jahr 2009 eine Pandemie hervor. Mehrere Tausend Menschen sind an der Erkrankung gestorben. Mittlerweile gibt es verbeugende Impfungen gegen die Schweinegrippe. Ob Grippemittel wirklich helfen können, ist seit Jahren umstritten. Neue Studien belegen nun jedoch eindeutig, dass gerade im Fall des Neuraminidasehemmers Tamiflu von keiner Wirkung gegen Grippe auszugehen ist. Die Krankheitsdauer kann lediglich um maximal einen halben Tag lang verkürzt werden. [1]

Einschränkungen bei H1N1

Wichtig ist zu wissen, dass H1N1 eine besonders gefährliche Form der Grippe (Influenza) ist. Die Symptome gehen weit über die „normalen“ Grippsymptome hinaus und treten plötzlich auf. So treten außer Schnupfen (Rhinitis), Husten (Tussis), Halsschmerzen, Heiserkeit (Dysphonie) und einer allgemeinen Abgeschlagenheit auch folgende Symptome auf:

  • Übelkeit (Nausea)
  • Erbrechen (Emesis)
  • Durchfall (Diarrhoe)
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Fieber

Das Fieber (Pyrexie) kann bei einer H1N1-Infektion sehr schnell und sehr stark ansteigen. Durch Durchfall, Erbrechen und die hohe Körpertemperatur kommt es zu einem Verlust an Flüssigkeit, Elektrolyten (vor allem Salze)und Nährstoffen, die für den Körper extrem wichtig sind.

Aufgrund der Schwere der Symptome sollte das Grippevirus niemals einfach nur mit Hausmitteln oder Grippemitteln wie Tamiflu behandelt werden. Treten oben genannte Symptome auf, sollte immer sofort ein Arzt aufgesucht werden. [2]

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Bei Tamiflu kann eine Reihe verschiedener Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören:

  • Übelkeit (Nausea)
  • Erbrechen (Emesis)
  • Durchfall (Diarrhöe)
  • Magen- bzw. Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen (Cephalgie)

Personen mit einer Lactose (Milchzucker)-Intoleranz, einer Niereninsuffizienz sowie schwangere oder stillende Frauen sollten Tamiflu nicht einnehmen.Hier ist die medizinische Datenlage noch nicht klar und die Auswirkungen auf das Kind sind nicht genügend erforscht. [3]

Alternativen

Ein weiteres Grippemittel stellt Relenza® dar. Daneben können einzelne Beschwerden symptomatisch behandelt werden: nasic® sorgt für das Abschwellen der Nasenschleimhäute, Sedotussin® kann bei trockenem Reizhusten eingesetzt werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe