Halsschmerzen Beim Kind: Homöopathie

"Globuli" bei Halsschmerzen (Kind)

© PantherMedia / Kasia Bialasiewicz

Halsweh ist ein Symptom, das bei verschiedenen Krankheitsbildern auftreten kann, beispielsweise bei einer Rachenentzündung (Pharyngitis) im Rahmen eines grippalen Infekts oder einer Mandelentzündung (Tonsillitis). In den meisten Fällen stellen Halsschmerzen erste Anzeichen einer Erkältung dar, sie sind in den meisten Fällen viral, seltener bakteriell bedingt. Bei Kindern sind acht- bis zehnmal Halsschmerzen pro Jahr normal. Eine Selbstmedikation mit homöopathischen Mitteln kann vor allem im Anfangsstadium oder bei leichtem Halsweh sinnvoll sein. Bei chronischen – oder immer wiederkehrenden (rezidivierenden) Halsschmerzen ist es erforderlich, die Ursache diagnostisch durch einen Arzt abklären zu lassen. In diesen Fällen besteht die Möglichkeit, den Heilungsprozess homöopathisch zu unterstützen. Allerdings sollte hier keine Selbstmedikation erfolgen, sondern immer mit dem Arzt Rücksprache gehalten werden.

Empfohlene Globuli bei Halsschmerzen

Bei akuten Halsschmerzen gibt es unterschiedliche Globuli, die zu einer Besserung führen können, jedoch muss darauf geachtet werden, das richtige Präparat einzunehmen. Nachfolgend werden die Globuli, die zur Selbstbehandlung infrage kommen, als detaillierte Übersicht aufgelistet, um die Wahl des richtigen Mittels zu erleichtern. Die Globuli sind unter dem in der Tabelle aufgeführten Namen (und Dosierung) in der Apotheke erhältlich und nicht verschreibungspflichtig.

Im Zweifel sollte ein Arzt mit der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“aufgesucht werden. Insbesondere bei chronischen Halsschmerzen ist dies ratsam, da hier neben den Globuli auch ein sogenanntes Konstitutionsmittel eingenommen werden sollte, was durch den Arzt bestimmt werden muss.

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Ödematöse empfindliche Schleimhaut,plötzlicher Beginn der Beschwerden

Begleiterscheinungen sind ein Gefühl wie ein Pflock im Hals,trockener Mund und Kind möchte trotzdem nichts trinken. Außerdem leidet die betroffene Person an eine ausgeprägte Berührungsempfindlichkeit, eine brennende Hitze, Verlangen nach Abkühlung und stechenden Schmerz.

Verbesserung:

Durch Kälte.

Verschlechterung:

Durch Wärme, Berührung.

Empfohlene(s) Mittel:

Apis mellifica

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Schwellungen der Mandeln, plötzlich auftretendes hohes Fieber mit Frösteln, Rötung und Hitze des Körpers

Begleiterscheinungen sind eine trockene Schleimhaut, weite Pupillen und die Neigung zu Krämpfen. Außerdem leidet die betroffene person an einen zusammenziehenden, brennenden Schmerz und unter allgemeine Unruhe.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Durch Geräusche, Licht, Berührung, kalte Getränke, Luftzug.

Empfohlene(s) Mittel:

Belladonna

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Halsschmerzen strahlen (besonders beim Schlucken)bis zum Ohr aus

Begleiterscheinungen sind dunkle Rötung und Schwellung der Schleimhaut und häufiges Schluckbedürfnis. Außerdem leidet die betroffene Person an Schmerzen mit Brennen und Trockenheit.

Verbesserung:

Durch kalte Getränke und Ruhe.

Verschlechterung:

Durch warme Getränke, äußerlicher Kontakt und Druck am Hals.

Empfohlene(s) Mittel:

Pytolacca decandra

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Plötzlich einsetzende Halsbeschwerden mit Rauheit und Halskratzen

Begleiterscheinungen sind Belag auf der Zunge, inneres Frieren und Schüttelfrost. Außerdem Unruhe, Ängstlichkeit und Verlangen nach kalten Getränken.

Verbesserung:

Durch frische Luft, Kälte.

Verschlechterung:

Abends/nachts, warmes Zimmer, liegen auf kranker Seite.

Empfohlene(s) Mittel:

Aconitum napellus

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Halsschmerzen sind auf linker Seite lokalisiert oder wandern von links nach rechts

Die betroffene Person hat ein Gefühl, als ob ein Brotkrümel im Hals stecken geblieben ist und Schluckbeschwerden.

Verbesserung:

Durch Lagewechsel, Rückwärtsbeugen, Ablegen der Kleidung, kühle Getränke.

Verschlechterung:

Nach Schlaf, Berührungen, Saures, Temperaturextreme.

Empfohlene(s) Mittel:

Lachesis mutus

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Eitrige Mandelentzündung (Angina tonsillaris), Fieber, geschwollene, schmerzende Lymphknoten

Beim Schlucken hat das Kind ein Gefühl wie von einem Splitter im Hals es hat einen gelben, übelriechenden Belag auf den Mandeln und stechende Schmerzen

Verbesserung:

Durch Wärme.

Verschlechterung:

Durch Kälte.

Empfohlene(s) Mittel:

Hepar sulphuris

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Sollte die Globuli- Behandlung nicht am selben Tag greifen, muss das Kind zum Arzt und antibiotisch therapiert werden, um eine Mandelabszess- Bildung zu vermeiden!

[1][2][3][4][5][6]

Bei der Einnahme muss folgendes beachtet werden:

  • Globuli auf der Zunge zergehen lassen, nicht zerkauen oder in die Mundtasche schieben für die Einnahme keinen Metalllöffel verwenden, stattdessen einen Plastik- oder Keramiklöffel benutzen
  • mind. 15 Minuten vor und nach Einnahme der Globuli nichts in den Mund nehmen (nicht essen, trinken etc.)
  • während der Globuli- Behandlung koffeinhaltige Getränke, Pfefferminztee, mentholhaltige Bonbons, sowie ätherische Öle meiden

Zu beachten:

Die Selbstmedikation mit homöopathischen Mitteln ist insbesondere im Anfangsstadium oder bei akuten Halsschmerzen im Rahmen einer Erkältung sehr gut geeignet. Halsweh wird oft mit Symptomen wie Husten, Schnupfen und Fieber begleitet.

Wenn durch die Globuli- Therapie keine Besserung eintritt, kann es hilfreich sein, ein zweites Mittel aus der oben aufgeführten Liste auszuprobieren. Sollte dieses Mittel auch keine Besserung hervorrufen, muss spätestens jetzt ein Arzt aufgesucht werden. Auch in diesem Fall ist es empfehlenswert, einen Arzt mit der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ zu konsultieren, da er durch die Zusatzausbildung in der Lage ist zu entscheiden, ob das Kind mit Homöopathie oder mit anderen Medikamenten, wie z.B. Antibiotika, therapiert werden muss.

Es gibt Kinderkrankheiten (z.B. Mumps, Scharlach) bei denen Halsschmerzen ebenfalls typisch sind, die aber mit einer alleinigen Globuli- Gabe nicht therapiert werden können.
Hat das Kind folgende Symptome:[7]

  • Atemnot
  • hohes Fieber
  • starke Schluckbeschwerden
  • sehr plötzlich auftretenden, starken Halsschmerzen
  • lang anhaltendes Halsweh
  • tief rote Zunge
  • Hautausschlag

Ist es unbedingt erforderlich zum Arzt zu gehen!


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen