Halsschmerzen: Homöopathie

"Globuli" bei Halsschmerzen

© PantherMedia / Lev Dolgachov

Halsschmerzen treten sehr häufig auf und sind in den meisten Fällen Symptom eines grippalen Infekts bzw. eine Erkältung. Erkältungsviren, wie die Rhino- oder Adenoviren, können im Hals-Nasen-Rachen-Raum in die Schleimhäute gelangen und sich dort vermehren. Doch nicht nur Viren und Bakterien können Halsschmerzen auslösen. Auch Rauchen, Staub oder trockene Luft fungieren als Ursache dieses Symptoms. Aufgrund der hohen Krankheitshäufigkeit von Halsschmerzen vermeiden immer mehr Betroffene eine starke medikamentöse Behandlung und vertrauen auf alternative homöopathische Arzneien. Dort kommt es zum Einsatz von Streukügelchen, sogenannten Globuli. Der Begriff bezieht sich dabei nur auf die Darreichungsform, die Substanz besteht aus mit einem homöopathischen Wirkstoff imprägniertem Haushaltszucker (Saccharose). Homöopathie wird als sanfte Medizin beschrieben und der Schulmedizin aufgrund geringer Nebenwirkungen häufig vorgezogen. Im Folgenden soll die Geschichte der Homöopathie, die Wirkungsweise und die Anwendung der Globuli gegen Halsschmerzen näher erläutert werden.

Geschichte

Homöopathie taucht 1805 zum ersten Mal in Verbindung mit dem deutschen Arzt und medizinischen Schriftsteller Samuel Hahnemann auf, der als Begründer der Homöopathie gilt. Hahnemanns Arbeit basierte vor allem auf Selbstversuchen und behauptete, dass jede pflanzliche Substanz auf eine eigene bestimmte Weise eine Änderung unseres Gesundheitszustandes bewirken würde.

Die erste staatliche Unterstützung genoss die Homöopathie zu Zeiten des Nationalsozialismus im Jahre 1935. Das anfängliche Interesse des Staates an der homöopathischen Behandlung sank jedoch zwischen 1936 und 1939, als klinische Versuche, Arzneimittelprüfungen und Quellenstudien zu nicht aussagekräftigen Ergebnissen führten.

Heutzutage ist die homöopathische Behandlung in Deutschland nach wie vor umstritten durch Mangel an wissenschaftlich aussagekräftigen Studien. Da aber viele Menschen subjektiv positive Erfahrungen gesammelt haben und die Gefahr von Nebenwirkungen gering ist, kommt eine homöopathische Behandlung als gute Alternative bei Erkältungssymptomen wie Halsschmerzen für viele in Frage.

Wirkungsweise

Homöopathische Globuli unterscheiden sich insofern von Medikamenten der klassischen Schulmedizin, dass sie sich nicht primär auf die Bekämpfung der Krankheitssymptome konzentrieren, sondern auf das Anregen von Selbstheilungskräften durch eine gezielte Reizsetzung. Das Konzept der Homöopathie versucht, Ähnliches mit Ähnlichem (Similia similibus curentur) zu heilen. So wird bei dem Symptom Übelkeit beispielsweise eine Substanz eingesetzt, die in normaler Konzentration ebenfalls Übelkeit hervorrufen würden. Da homöopathische Arzneien aber stark verdünnt und dementsprechend sehr niedrig dosiert sind, sollen sie durch einen Reiz im Körper eine Heilungsreaktion auslösen. Die homöopathischen Mittel gegen Halsschmerzen werden oral eingenommen. Da die Aufnahme der Wirkstoffe über die Mundschleimhäute erfolgt, empfiehlt es sich, die Kügelchen so lange wie möglich im Mund zu halten und auf der Zunge oder in der Wangentasche zergehen zu lassen.

Bedarf und Aufnahme

Verschiedene Arten von Globuli werden häufig und bei unterschiedlichen Erkrankungen verschrieben. Welche Globuli sollten bei Halsschmerzen eingenommen werden? Mehrere Präparate mit verschiedenen Potenzen können gegen Halsschmerzen helfen:

  • Belladonna (Tollkirsche) D6 – D12
  • Phytolacca (Kermesbeere) D6 – D12
  • Aconitum (Eisenhut) D4 – D12
  • Apis (Honigbiene) D6 – D12
  • Gelsemium (Gelber Jasmin) D4 – D12
  • Hepar sulfuris (Kalkschwefelleber) D6 – D12
  • Mercurius solubilis (Quecksilber) D6 – D12
  • Lachesis (Buschmeisterschlange) D6 – D12
  • Aralia racemosa (Amerikanische Narde) D2 – D4

Die Auswahl der Globuli erfolgt nach subjektivem Krankheitserleben und sollte bestenfalls durch einen Homöopathen getroffen werden.

Als häufig effektiv erweisen sich Apis Globuli, die besonders wirksam sind, wenn der Mund trocken ist und sich der Hals wie zugeschnürt anfühlt. Apis Globuli werden mit einer Potenz von D6-D12 und mit einer Gabe von 5 Globulis pro halbe Stunde zu Beginn verabreicht. Nach Besserung der Symptome sollte die Dosis auf drei mal fünf Globuli pro Tag verringert werden.

Bei akuten, plötzlich auftretenden Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden empfiehlt es sich, Belladonna Globuli einnehmen. Zu Beginn der Erkrankung werden fünf Globulis D6 fünfmal täglich und über einen Zeitraum von 2 Tagen eingenommen. Bei einer Verbesserung sollte die Dosis verringert und bei unveränderten oder verschlechterten Symptomen dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Medizinische Risiken

Da bei einer homöopathischen Behandlung die Aktivierung der Selbstheilungskräfte gefördert wird, kann als mögliche Nebenwirkung eine kurzzeitige Erstverschlimmerung der Symptome erwartet werden. In Ausnahmefällen kann es dazu kommen, dass eine Substanz des Mittels vom Körper nicht gut vertragen wird und zu Verdauungsproblemen führt.

Sollten die Halsschmerzen stark sein und eventuell mit Fieber (Pyrexie) einhergehen, ist ein Arztbesuch angeraten. Die Schmerzen können in diesem Zusammenhang auf eine Mandelentzündung (Tonsillitis) oder eine echte Grippe (Influenza) hindeuten, die ärztliche therapiert werden sollten um Folgeerkrankungen zu verhindern.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen