Halsschmerzen Beim Kleinkind: Begleiterscheinungen

Halsschmerzen & Schluckbeschwerden (Kleinkind)

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Halsschmerzen und Schluckbeschwerden stellen ein häufiges Krankheitsbild bei Kleinkindern dar und treten meist im Zuge eines akuten viralen Infekts der oberen Atemwege auf.

Die Symptome sind aber auch kennzeichnend für andere Erkrankungen wie Mandelentzündung (Angina tonsillaris) oder Scharlach, weshalb eine Differenzierung wichtig ist. Im Folgenden wird über medizinische Fakten, biologische Zusammenhänge und Tipps bezüglich Halsschmerzen und Schluckbeschwerden aufgeklärt.[1]

Medizinische Fakten

Virale Infektionen der oberen Atemwege sind sehr häufig, Kinder können jährlich bis zu acht mal betroffen sein. Die häufigsten Erreger sind Parainfluenzaviren oder Rhinoviren, welche sich in der Schleimhaut des Hals-, Nasen- und Rachenraumes festsetzen und dort eine Entzündung hervorrufen. Diese zeigt sich durch Rötung und Schwellung der Schleimhaut.

Typische Symptome sind ein Kitzeln und Kratzen im Rachen, deutliche Schluckbeschwerden (aufgrund der Schwellung), leicht erhöhte Temperaturen und mäßig geschwollene Lymphknoten. Bei Kleinkindern kann auch der Appetit verringert sein.

Je nach Lokalisation der Entzündung unterscheidet man eine Rachenentzündung (Pharyngitis), Kehlkopfentzündung (Laryngitis) oder Mandelentzündung (Tonsillitis bzw. Angina tonsillaris). Typisch für eine Laryngitis ist das zusetzliche Auftreten von Heiserkeit.

Im Falle einer Angina tonsillaris sind stark gerötete und geschwollene Mandeln typisch. Die viralen Infektionen sind in der Regel selbstlimitierend und heilen in etwa einer Woche von selbst aus.

Entzündungen im Hals-, Nasen-, Rachenraum können bakterielle Ursachen zu Grunde liegen und zeigen dann meist schwerwiegendere Verläufe. Ein häufiges Beispiel ist die eitrige Angina.

Die Erreger sind meist Streptokokken, welche schnell zu hohem Fieber (meist über 39°C), starken Halsschmerzen und eventuell auch Schüttelfrost sowie Lymphknotenvergrößerung führen. Zusätzlich sind Eiterbeläge („Eiterstippchen“) auf den Mandeln zu erkennen. [2][3]

Biologischer Zusammenhang

Im Falle von viralen Infektionen kommt es zur Vermehrung der Viren in der Schleimhaut des Hals-, Nasen-, Rachenraumes, wodurch eine Immunreaktion hervorgerufen wird. Weiße Blutkörperchen (Leukozyten) sammeln sich am Infektionsort an, vermehren sich und führen zum Abtöten der Erreger. Diese Immunreaktion erklärt die Symptome der Rötung, Schwellung und Schmerzen. Die Schwellung ist in weiterer Folge Ursache der Schluckbeschwerden.

Die Rachenmandeln bilden zusammen mit anderen Mandeln den sogenannten Waldeyer’schen Schlundring. Dieser ist Teil des lymphatischen Systems, das heißt er besitzt viele Leukozyten, welche eine wichtige Rolle in der Abwehr von Keimen im Mund- und Rachenraum spielen.

Werden die Mandeln von Erregern befallen, kommt es auch hier zu Immunreaktionen mit Rötung und Schwellung.

Zu beachten

Virale Infektionen der oberen Atemwege sind nicht sehr besorgniserregend und heilen meist innerhalb einer Woche von selbst ab. Wichtig ist trotzdem zu beachten, dass sie durch Tröpfcheninfektionübertragen werden und daher ansteckend sind.

Anders ist es bei bakteriellen Infektionen, welche unbehandelt schwere Komplikationen nach sich ziehen können (Peritonsillarabszess, Herdinfektion) und auch chronische Verläufe entwickeln können. Außerdem sind sie schwer von Erkrankungen wie Scharlach, Pfeiffersches Drüsenfieber oder Diphtherie zu unterscheiden, weshalb immer ein Kinderarzt aufgesucht werden sollte. Unter richtiger Therapie (Antibiotika) heilen bakterielle Infektionen nach ein bis zwei Wochen aus. Bis zum Beginn der Medikation sind sie jedoch hochansteckend.[3]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen