Halsschmerzen Beim Kleinkind: FAQ

Halstabletten für Kleinkinder

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Halsschmerzen sind ein typisches Symptom bei einer Erkältung (grippaler Infekt). Sie werden oft durch eine Infektion der Rachenschleimhaut mit Erkältungsviren hervorgerufen. Die entzündete Rachenschleimhaut (Pharyngitis) schmerzt und verursacht Schluckbeschwerden. Halsschmerzen können aber auch durch eine Reihe anderer Faktoren ausgelöst werden, wie beispielsweise durch Sodbrennen (gastroösophaler Reflux), allergische Reaktionen oder reizende Substanzen.[1]

Besonders Kleinkinder leiden oft unter den Schmerzen im Hals und benötigen schmerzlindernde Medikamente.

Halstabletten gegen Halsschmerzen

Halsschmerzen müssen in den meisten Fällen nicht medikamentös behandelt werden. Sie klingen selbstständig wieder ab.[2] Für die Betroffenen sind Halsschmerzen jedoch unangenehm. Um die Schmerzen zu lindern, werden häufig Halstabletten mit betäubenden, desinfizierenden und beruhigenden Wirkstoffen eingesetzt.[3]

Für Kleinkinder eignet sich diese Darreichungsform jedoch nicht. Es besteht die Gefahr, dass diese sich an den großen Tabletten verschlucken. Daher werden Halstabletten frühestens für Kinder ab 4 Jahren empfohlen. Für kleinere Kinder sind flüssige Darreichungsformen sicherer.

Hier lassen sich einige Wirkstoffe finden, die bei Halsschmerzen helfen können:

Lidocain:

  • Wirkungsweise: Durch die Hemmung von Transportkanälen in einer Zellwand (spannungsabhängige Natriumkanäle) wird die Weiterleitung des Schmerzreizes unterdrückt.[4]
  • Nebenwirkungen: In seltenen Fällen kann es zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen.
  • Medikamente: Lemocin Pastillen – Import Emra-Med
  • Hinweise: Alle 1-3 Stunden eine Pastille lutschen. Die maximale Tagesdosis liegt bei 8 Pastillen.[5]

Amylmetacresol:

  • Wirkungsweise: desinfizierend (Antiseptika) gegen Viren, Bakterien, Pilze und Hefen. Zudem scheint es schmerzlindernd zu wirken.
  • Nebenwirkungen:

    • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • Verdauungsbeschwerden
  • Kontraindikationen:

    • Bei Überempfindlichkeit
  • Medikamente: Dobendan Strepsils Junior, Neo – Angin[6]

Benzocain:

  • Wirkungsweise: Senkt die Leitfähigkeit der Nervenfasern. Dadurch wird das behandelte Gewebe schmerzunempfindlicher.
  • Medikamente: Dorithricin Halstabletten Classic[7]

Zu beachten:

Sollten die Halsschmerzen ohne weitere Erkältungsanzeichen auftreten oder ungewöhnlich lange andauern, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Auch bei hohem Fieber (Pyrexie), geschwollenen und eitrigen Mandeln ist ein Arztbesuch zu empfehlen, da diese ein Hinweis auf eine Infektion mit Streptokokken sein können.[8]

Bei Kindern unter 4 Jahren sollte eine medikamentöse Behandlung immer durch einen Arzt erfolgen.

Halsschmerzen können auch durch eine nicht medikamentöse Behandlung gelindert werden. So können zum Beispiel, Wärmebehandlungen am Hals helfen. Auch viel trinken, besonders warme Getränke, wie Salbei- und Kamillentee, hilft oft bei einem schmerzenden Rachen.[9]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen