Halsschmerzen In der Schwangerschaft: Begleiterscheinungen

Hals- und Schluckbeschwerden (schwanger)

© PantherMedia / Stefan Dahl Langstrup

Hals- und Schluckbeschwerden (Dysphagie) sind zwei der häufigsten Beschwerden in Deutschland. Jeder Deutsche leidet mehrmals pro Jahr unter derartigen Symptomen. Auch in der Schwangerschaft sind Halsschmerzen und Schluckbeschwerden sehr häufig. Sie können hier unterschiedliche Ursachen haben.

Wodurch Hals- und Schluckbeschwerden in der Schwangerschaft ausgelöst werden können, welche Risiken es gibt und was weiterhin zu beachten ist, soll im Folgenden erklärt werden.

Medizinische Fakten

Hals- und Schluckbeschwerden kommen in der Schwangerschaft nicht selten vor und müssen nicht immer durch einen grippalen Infekt oder eine Grippe verursacht werden. Die Ursachen dafür können sehr unterschiedlich sein:

  • entstehendes Struma[1]
  • Refluxösophagitis (GERD)
  • Entzündungen[2] (Pharyngitis, Laryngitis, Epiglottitis)

Während der Schwangerschaft sollte vorsichtshalber jeder Kontakt zu an einer Infektion erkrankten Person gemieden werden. Besonders während der Grippe-Saison im Winter sollten auch große Menschenmengen umgangen werden.

Andere Erkrankungen wie eine Refluxösophagitis oder ein Struma können generell jeden Menschen befallen. Bei Schwangeren fallen solche Erkrankungen aber häufig früher auf, da Schwangere sehr sensibel auf jegliche Veränderung des Körpers reagieren. Werden derartige Erkrankungen frühzeitig erkannt, besteht ein Vorteil für die Behandlung: Je früher eine Erkrankung behandelt wird, desto besser ist ihre Prognose.[3]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

In der Schwangerschaft ist der Körper generell anfälliger für alle Arten von Infektionserkrankungen. Das liegt vor allem daran, dass die Funktion des Immunsystems eingeschränkt ist, da viel Kraft für Schutz des Ungeborenen aufgewendet werden muss. So können Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien leichter in den Körper eindringen und Infekte länger anhalten. Durch den Befall der Schleimhäute des Nasen-Rachen-Hals-Bereichs durch die Viren löst das körpereigene Immunsystem eine lokale Entzündung aus. Der Rachenraum schwillt dadurch an, was zu Beschwerden beim Schlucken führt. Die Halsschmerzen lassen sich auf die Aussendung der körpereigenen Botenstoffe (bspw. Bradykinin) zurückführen, diese reizen die Nerven und führen so zu Schmerzen.

Bei der Refluxösophagitis kommt es zu einem Aufsteigen von Magensaft (umgangssprachlich auch als Sodbrennen bekannt). Da der Magensaft einen saureren pH-Wert hat, als sonst in der Speiseröhre und im Rachen herrscht, kommt es zu einem brennenden Gefühl. Eine länger anhaltende Refluxstörung kann die Schleimhaut der Speiseröhre dauerhaft schädigen. Für das Baby bestehen jedoch keine Risiken.

Ein Struma ist eine Vergrößerung der Schilddrüse. Es kann durch Jodmangel oder auch durch Tumorerkrankungen verursacht werden.[4]

Risiken

Für das Ungeborene stellt eine einfache Infektionskrankheit in der Regel keine Gefahr dar. Bis heute besteht die Annahme, dass in der Spätschwangerschaft durch Husten verfrühte Wehen einsetzten können. Medizinisch ist dies jedoch noch nicht eindeutig belegt worden.

Auch eine Refluxösophagitis ist keine Gefahr für das Ungeborene. Dennoch sollte jede Erkrankung während der Schwangerschaft so schnell wie möglich behandelt werden. Sie stellt grundsätzlich eine zusätzliche Belastung für den Körper dar und beeinträchtigt damit das gesamte Befinden deutlich.

Leichte Halsschmerzen und Schluckbeschwerden können selbstständig behandelt werden. Bei folgenden Anzeichen sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden:

  • Fieber (Pyrexie)
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Eine stetige Verschlechterung der Symptome[5]

Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen