Halsschmerzen In der Schwangerschaft: Risiken

Husten u. Halsschmerzen in der Schwangerschaft

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Husten und Halsschmerzen während der Schwangerschaft können Symptome einer Erkältung sein, müssen es aber nicht. Bis zu 50% aller Schwangeren leiden im letzten Trimenon der Schwangerschaft unter einer Gastroösophagealen Refluxkrankheit, welche ebenfalls mit Husten und Halsschmerzen einher gehen kann. Im folgenden Text sollen die medizinischen Fakten und biologischen Zusammenhänge beider Erkrankungen gegenüber gestellt und näher erläutert werden.

Medizinische Fakten

Bei schwangeren Frauen ist das Immunsystem mit dem Schutz des ungeborenen Kindes beschäftigt, wodurch sie anfälliger für Krankheiten werden. Husten und Halsschmerzen, die während der Schwangerschaft auftreten, können daher Anzeichen einer Erkältung sein. Meist treten dann aber weitere erkältungstypische Symptome wie allgemeines Unwohlsein oder Mattigkeit auf, auch Schnupfen und Kopfschmerzen sind in diesem Zusammenhang nicht selten.

Aber auch in die Speiseröhre aufsteigender Magensaft (gastro-ösophagealer Reflux) kann in der Schwangerschaft Husten, Halsschmerzen und Heiserkeit auslösen. Typisch für aufsteigenden Magensaft ist ein brennendes Gefühl in der Speiseröhre, das auch Sodbrennen genannt wird. Anders als bei einer Infektion kommt es bei der Gastroösophagealen Refluxkrankheit jedoch nicht zu einem generalisierten Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen oder Schnupfen. Der Husten besitzt ebefalls einen anderen Charakter: Ist er im Zuge einer Infektion meist produktiv, besteht bei der Gastroösophagealen Refluxkrankheit meist ein trockener Reizhusten.

Biologischer Zusammenhang

In der Schwangerschaft ist das Immunsystem des Körpers damit beschäftigt, das ungeborene Kind zu schützen. Weil es dadurch so stark beansprucht wird, sinkt die natürliche Abwehrkraft des Organismus. Krankheitserreger haben es leichter, die Schutzbarrieren des Körpers zu überwinden. So kommt es, dass Schwangere besonders anfällig für virale Erkrankungen wie Erkältungen sind. Infektionen der Atemwege, die mit Husten und Halsschmerzen einhergehen, können in der Schwangerschaft daher häufiger vorkommen.

Auf der anderen Seite verändert sich bei einer Schwangeren die Lage der Bauchorgane, weil die wachsende Gebärmutter zunehmend mehr Platz in der Bauchhöhle beansprucht. Wird dadurch von unten kommend Druck auf den Magen ausgeübt, kann dies dazu führen, dass Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt.[1] Die aufsteigende Magensäure reizt die Schleimhäute der Speiseröhre und des Rachens, was sich ebenfalls in Form von Husten, Halsschmerzen und Heiserkeit bemerkbar machen kann.[2]

Zu beachten

Der Verdacht auf eine Infektion während der Schwangerschaft sollte mit einem Arzt abgeklärt werden, da bestimmte Erkrankungen auch dem ungeborenen Kind schaden können.


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