Halsschmerzen Mit Schluckbeschwerden: Homöopathie

"Schüssler Salze" bei Hals- u. Schluckbeschwerden

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Hals- und Schluckbeschwerden sind ein häufiger Anlass für Arztkonsultationen und treten nicht selten in Kombination auf. Die möglichen Ursachen sind wegen eines sehr variablen Erregerspektrums vielfältig.

Oft deuten Halsschmerzen und Schluckbeschwerden auf eine akute Infektion der oberen Atemwege hin und treten im Rahmen einer Entzündung des Rachenraumes(sog. akute Pharyngitis) auf.[1] Mögliche ursächliche Erreger sind Viren, Bakterien oder Pilze.In einer Vielzahl der Fälle liegt den Beschwerden eine virale Infektion im Rahmen einer banalen Erkältung zugrunde.[2] Seltener können auch bakterielle Erreger, insbesondere Streptokokken, eine Pharyngitis oder Mandelentzündung (sog.Tonsillitis) auslösen bzw. als Sekundärinfektion während einer viralen Infektion auftreten.[1]

Je nach Beschwerdebild kann in Absprache mit dem behandelnden Arzt einalternativmedizinischer Ansatz im Sinne einer biochemischen Mineralsalzbehandlung nach Schüßler erwogen werden. Bei fulminanterem Krankheitsverlauf können zusätzlich schulmedizinische Interventionen notwendig werden, die eine ergänzende Behandlung mit Schüßler-Salzen jedoch nicht ausschließen.

Die Wahl des richtigen Präparats

Nach dem von Wilhelm Schüssler beschriebenen biochemischen Therapiekonzept sollen homöopathisch dosierte Mineralsalze ein Ungleichgewicht der Mineralstoffe in den körpereigenen Zellen ausgleichen. Das fehlende Gleichgewicht soll dem Konzept zur Folge zur Entstehung bestimmter Krankheitsbilder führen und durch eine Substitutionstherapie des entsprechenden Salzes wiederhergestellt werden können. Bislang sind 12 Basis-Salze (sog. Schüssler-Salze) und 15 Ergänzungsmittel beschrieben, die als alternativmedizinischer Ansatz zur Linderung von Krankheitsbeschwerden eingesetzt werden können.[3]

Die Wahl des richtigen Salzes erfolgt dabei gemäß der von Schüßler beschriebenen Antlitzdiagnose, einem diagnostischen Verfahren zur Identifikation des vorliegenden Mineralmangels anhand charakteristischer Merkmale der Physiognomie des Patienten. Beurteilt werden hierfür sowohl die Faltigkeit der Gesichtshaut, als auch deren Farbe, Spannkraft und Röte.[4]

Informationen zur Anwendung & Dosierung

Schüßler-Salze werden in den Potenzierungen D3, D6 und D12 angeboten und sollten, soweit nicht anders verordnet, 3-6 Mal täglich mit einer Dosierung von 1-2 Tabletten in Regelpotenz eingenommen werden. [5] Bei der Regelpotenz handelt es sich für die Funktionsmittel (Basissalzen) meist um die Potenz D6 (Verdünnung 1:100 000), für die Ergänzungsmittel üblicherweise um die Potenz D12. Lediglich bei den Basissalzen Nr. 1, 3 und 11 wird als Regelpotenz die Variante D12 empfohlen.[6]

Schüßler-Mineralsalze sind als Tabletten auf Lactose-Basis erhältlich. Besteht eine Lactose-Unverträglichkeit können alternativ Globuli auf Saccharose-Basis oder Tropfen verwendet werden. Die orale Einnahme der Salze sollte eine halbe Stunde vor oder eine Stunde nach den Mahlzeiten erfolgen, wobei zu beachten ist, das Präparat auf der Zunge zergehen zu lassen. [7] Vor der Anwendung von Schüßler-Salzen sollte die Einnahme von schwarzem Tee, ätherischen Ölen, Kaffee und Pfefferminze vermieden werden, da diese Substanzen die Absorption der Mineralsalze beeinträchtigen können. [8]
Vor der Anwendung von Schüßler-Salzen bei Kindern sollte stets der behandelnde Arzt konsultiert werden. Bei Kindern, die gestillten werden wird eine indirekte Zuführung der Schüßler-Salze über die Muttermilch empfohlen. Dazu sollte die Mutter die Mineralsalze in der Erwachsenen-Dosis einnehmen. Bei Flaschennahrung kann dem Kind nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ¼ der Erwachsenen-Dosis in kochendem Wasser gelöst und handwarm abgekühlt über die Flasche zugeführt werden.
Für Kleinkinder sollte die Dosis in Abhängigkeit des Alters lediglich ¼ – ½ der Dosis eines Erwachsenen betragen. Das Schüßler-Salz kann dabei zuvor in Wasser gelöst und anschließend abgekühlt schluckweise getrunken werden.Schulkinder hingegen können die Mineralsalze gemäß der Anleitung für Erwachsene als Tabletten einnehmen. [9]

Empfohlene Schüßler Salze bei Hals- und Schluckbeschwerden

Abhängig vom vorliegenden Beschwerdebild können der Substitutionstheorie nach Schüßler zufolge verschiedene Mineralsalze zur Linderung von Halsschmerzen und schmerzhaften sowie schmerzlosen Schluckbeschwerden eingesetzt werden.

Bei Halsschmerzen und schmerzhaften Schluckbeschwerden werden die Salze Nr. 4, sowie die Ergänzungsmittel 21, 22 und 27 empfohlen. Diesen Mineralsalzen wird eine entzündungshemmende Wirkung auf Schleimhäute zugesprochen, die die Reizung des Halses mildern soll. Im Folgenden seien die Salze beschwerdespezifisch zusammengefasst. [5][10]

Nr. 4: Kalium chloratum

  • Bei Entzündungen der Schleimhäute
  • Beeinflusst Zucker- und Eiweißstoffwechsel und wird bei Schilddrüsenüberfunktion angewendet
  • 3-6 mal 1-2 Tabletten (D6)

Nr. 21: Zincum chloratum

  • Stärkung des Immunsystems
  • Bei Entzündungen der Schleimhäute
  • Fördert die Wundheilung
  • 3-6 mal 1-2 Tabletten (D12)

Nr. 22: Calcium carbonicum

  • Zur Abheilung von Haut- und Schleimhauterkrankungen
  • Modifizierung des Stoffwechsels
  • 3-6 mal 1-2 Tabletten (D12)

Nr. 27: Kalium bichromicum

  • Bei Erkältung und chronischen Erkrankungen der oberen Atemwege
  • Bei Entzündungen der Schleimhäute
  • Wird zu Behandlung von Übergewicht empfohlen
  • 3-6 mal 1-2 Tabletten (D12)

Schmerzlose Schluckbeschwerden hingegen können durch die Einnahme des Ergänzungsmittels Nr. 14 gelindert werden. [11]

Empfohlene Schüßler-Präparate bei schmerzlosen Schluckbeschwerden

Nr. 14: Kalium bromatum

  • Kann das Nervensystem beeinflussen
  • Bei Entzündungen der Atemwege
  • Hustenlindernd
  • 3-6 mal 1-2 Tabletten(D12)

Zu beachten

Zunehmende oder anhaltende Hals- und Schluckbeschwerden, insbesondere in Begleitung von Fieber, Krankheitsgefühl oder Eiterstippchen (kleine weißliche Ausscheidungsprodukte) auf den Gaumenmandeln können auf eine Entzündung des Rachens (sog. Tonsillitis) hindeuten. In diesem Fall kann sich eine ärztliche Abklärung als empfehlenswert erweisen.[12]

Je nach Befund und Verlaufsform kann z.B. eine antibiotische oder eine symptomatische Schmerztherapie notwendig werden, um möglichen Komplikationen vorzubeugen.
Die Wirksamkeit der Mineralsalztherapie ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen.[13]
Bei Kindern sollte im Falle ungeklärter, zunehmender oder von Fieber begleiteter Beschwerden unbedingt ein Arzt zurate gezogen werden.
Zudem ist für Diabetiker zu beachten, dass die Lactose-basierten Schüßler-Präparate in die Berechnung der Broteinheiten miteinbezogen werden sollten.50 Tabletten entsprechen dabei einer Broteinheit (BE).[5]

Für eine alternativmedizinische Behandlung nach dem biochemischen Ansatz nach Schüßler empfiehlt es sich, anstelle eines Heilpraktikers einen approbierten Arzt mit der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ zu konsultieren. Dieser kann den Bedarf einer notwendig werdenden schulmedizinischen Behandlung rechtzeitig erkennen und eventuelle Notfallsituationen einschätzen und adäquat behandeln.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen