Halsschmerzen Mit Schluckbeschwerden: Ursachen

Schluck- / Halsschmerzen (durch Weisheitszähne?)

© PantherMedia / Luca Santilli

Schluckbeschwerden und Halsschmerzen können als Folge von durchbrechenden Weisheitszähnen (lat. dentes serotini) auftreten. Dabei kommen diese Schmerzen vor allem dann vor, wenn sich unter den Weisheitszähnen entzündliche Prozesse abspielen.

Im Folgenden sollen medizinische Fakten, biologische Zusammenhänge und Risiken von durchbrechenden Weisheitszähnen besprochen werden.

Medizinische Fakten

Schluck- und Halsschmerzen sind keine primären Anzeichen für durchbrechende Weisheitszähne, sondern viel häufiger Folge von grippalen Infekten oder bakteriellen Entzündungen im Bereich des Hals- und Rachenraumes. Auch bei Sodbrennen (Reflux) oder Erkrankungen der Schilddrüse treten diese Symptome auf. Wenn Schluckbeschwerden und Halsschmerzen durch wachsende Weisheitszähne verursacht werden, sind weitere Begleiterscheinungen häufig:

  • Zahnschmerzen im Bereich des durchbrechenden Weisheitszahns, aber auch der benachbarten Backenzähne
  • Rötung und Schwellung des Zahnfleisches
  • Beschwerden beim Mundöffnen (sog. Kieferklemme)
  • Gesichts- und Kieferschmerzen

Biologische Zusammenhänge

Weisheitszähne brechen sehr oft nicht oder nur teilweise durch (Zahnretention). Dies passiert vor allem im Unterkiefer. Gründe dafür sind, dass im Kiefer zu wenig Platz ist, andere Backenzähne den Weg versperren oder dass die Weisheitszähne in einem abnormen Winkel wachsen. Etwa 80% der Europäer sind von mindestens einem solchen retinierten Weisheitszahn betroffen.[1] Nun können diese eingeschlossen gebliebenen Zähne symptomfrei bleiben, es können jedoch auch verschiedene Komplikationen auftreten.

Schädigungen von Nachbarzähnen in Form von Karies sind möglich. Die Zahnfäulnis wird begünstigt durch Essensreste,die um den retinierten Zahn verbleiben, da dort das Putzen der Zähne erschwert ist. Weitere denkbare Komplikationen sind flüssigkeitsgefüllte Räume um den eingeschlossenen Zahn (Zysten), die Schmerzen in Zahn-, Kiefer- und Rachenbereich verursachen. Auch Schluckbeschwerden sind dann mögliche Begleiterscheinungen. Das wohl am häufigsten aufkommende Problem von teilweise durchgebrochenen Weisheitszähnen sind akute Infektionen unter dem Zahnfleisch, welches den Zahn zum Teil bedeckt. Hierbei kommt es zu einer starken Vermehrung von Bakterien, da auch dieser Bereich nur schwer gesäubert werden kann ist und Essenreste vermehrt unter solchen sogenannten Zahnfleischkapuzen verbleiben. Die Infektionen äußern sich dann häufig als entzündliche Reaktionen mit Schwellung, Rötung und Schmerzen der Mundschleimhaut. Mit voranschreitender Entzündung können auch Halsschmerzen und Schmerzen beim Schlucken beobachtet werden.[2]

Zu beachten

Bei schon weit vorangeschrittenen Infektionen muss zunächst dem akuten Entzündungsprozess entgegengewirkt werden, bevor der Zahn entfernt werden kann. Die Eindämmung der Infektion kann durch Spülungen und Drainagen, die zum Abfluss des Wundsekrets dienen, erfolgen. Um Komplikationen solcher Art vorzubeugen, werden Weisheitszähne häufig schon bei Beginn des Durchbruchs entfernt, auch wenn dieser symptomlos erfolgt.

Die Entfernung von Weisheitszähnen ist einer der geläufigsten Operationen im dentalen Bereich, welche dennoch nicht frei von Risiken ist. Unter anderem können Wundheilungsstörungen, Infektionen und postoperative Schmerzen vorkommen. Es ist nachgewiesen, dass die Rate für diese Komplikationen ab dem 25. Lebensjahr deutlich zunimmt.[3]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen