Husten: Homöopathie

"Drosera" bei Husten

© PantherMedia / Arne Trautmann

Das Wichtigste in Kürze:

  • Hersteller: diverse
  • Wirkstoffe: Schleimstoffe, Flavonoide, Naphthochinone
  • Darreichungsform: Globuli und als Kraut für Teeaufgüsse
  • Rezeptfrei?: ja
  • Hilft bei: Husten und Heiserkeit

Sonnentau (in Deutschland vorkommende Art: Drosera rotundifolia) ist eine in Europa, Asien und Nordamerika vorkommende, sogenannte fleischfressende Pflanze (Carnivor oder Insektivor). Sie wächst vornehmlich auf nährstoffarmen Moorböden und ist in Deutschland eine geschützte Art. Auf den Enden der bis zu 30 Zentimeter langen Blätter des Sonnentaus sitzen klebrige Tropfen, die angelockte kleine Insekten festhalten können. Gerät ein Insekt in die Klebefalle des Sonnentaus, biegen sich die langen Blätter um das Insekt herum und schließen es fest ein. Freigesetzte Enzyme (verdauende Eiweißstoffe) zersetzen das gefangene Insekt [1]. Das für Insekten typische Außenskelett (Exoskelett) aus dem Naturstoff Chitin enthält beispielsweise viel Stickstoff. Dieser Stickstoff wird von der Pflanze aufgenommen und dient ihr als zusätzlicher Dünger in ihrer kargen Wachstumsumgebung.

Medizinische Fakten

Der Sonnentau ist seit mehr als 900 Jahren als Heilpflanze bekannt. Heutzutage werden für Medizinprodukte statt dem rundblättrigen Sonnentau (Drosera rotundifolia) spezielle wirkstoffreichere Arten aus Afrika sowie Asien (Drosera anglica, D. intermedia, D. madagascariensis) verwendet. Alle diese Arten enthalten in ihren grünen Pflanzenteilen medizinisch wertvolle Schleimmstoffe(Mucilaginosa) sowie sogenannte Flavonoide und Naphthochinone [2].Einsatzgebiete der Wirkstoffe des Sonnentaus sind bellender oder krampfartiger Husten (Tussis), rasch aufeinanderfolgende Hustenanfälle, rauer oder trockener Husten, Husten mit Würgereiz bis hin zum Erbrechen (Emesis) sowie bei Heiserkeit (Dysphonie) bis hin zur Tonlosigkeit [3].

Wirkungsweise bei Husten

Sonnentau enthält beruhigende Schleimstoffe, die die Irritation der entzündeten Atemwegsschleimhaut mindern und so Symptome wie Schmerzen, Heiserkeit, Rötung und Schwellung lindern können. [5] Ein weiterer wichtiger Wirkbestandteil von Pflanzenextrakten aus Sonnentau sind Flavonoide (u. a. krampflindernde Pflanzenstoffe wie Quercetin, Myricetin und Kaempferol) [4] sowie Naphthochinone wie das Plumbagin und 7-Methyljuglon, welche gegen Bakterien wirken[6] und zudem Hustenreiz stillen können [7].

Diese wertvollen Pflanzenstoffe, allen voran die sogenannten Naphthochinone, sind auch in verwandten Pflanzen wie beispielsweise Dionaea (Venusfliegenfalle) enthalten. Jedoch werden diese bislang nicht im gleichen Umfang wie aus Sonnentau gegen Husten und Heiserkeit eingesetzt. Schleimstoffe jedoch können auch aus Eibisch (auch Hibiskus genannt) und anderen Gewächsen gewonnen werden [8]. 

Präparate ohne Sonnentau, wie Weleda Hustenelixier, Bronchostop sine Thymian Eibisch Hustensaft oder Phytohustil Hustenreizstiller Sirup, können ähnliche lindernde Effekte bei Husten erzielen. Käuflich zu erwerben sind pflanzliche Sonnentau-Extrakte beispielsweise als Globuli (homöopathische Streukügelchen mit teils extrem geringen Wirkstoffkonzentrationen). Auch kannSonnentau in Apotheken bestellt und zur Zubereitung eines heißen Aufgusses (Tee) erworben werden.

Anwendung & Dosierung bei Husten

Sonnentau wird bei akuten Erkrankungen häufig in Form von Globuli in der Potenz D6 (d. h. ein Teil Sonnentau-Extrakt wird sechs Mal um das Zehnfache verdünnt) angeboten [3]. Drei Mal täglich können fünf Globuli der Potenz D6eingenommen werden [9].

Tee aus Sonnentau sollte nur am Abend getrunken werden (s. Gegenanzeigen & Warnhinweise). Diese Angaben können keinesfalls die Dosieranweisungen eines Arztes ersetzen.

Nebenwirkungen & Wechselwirkungen

Naturstoffe wie Drosera-Extrakte sind potentiell allergieauslösende Stoffe. Sollte eine prinzipiell mögliche Arzneimittelreaktion (Allergie) oder Überempfindlichkeitsreaktion auf Drosera vermutet werden oder sicher eingetreten sein, ist es ratsam, die Medikamenteneinnahme sofort zu beenden und schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen.

Besondere Neben- oder Wechselwirkungen für Drosera sind nicht ausgewiesen [10] [11].

Gegenanzeigen & Warnhinweise

Die Wirkstoffe aus Sonnentau wirken hustenstillend (antitussiv) [12]. Sie solltennur am Abend eingenommen werden, um einen ruhigeren Schlaf zu ermöglichen. Am Morgen und den Tag über sollte der Schleim abgehustet werden, um eine Heilung der gereizten tiefen Atemwege zu ermöglichen.

Anfangs kann es zu einer Symptomverschlechterung durch Drosera kommen. Daher sollte die Dosis langsam gesteigert werden (z. B. erst mit drei Mal täglich ein bis zwei Globuli beginnen, dann steigern auf jeweils maximal fünf Globuli)[13].

Bei ausbleibender Symptomverbesserung sowie bei Unsicherheit in der Anwendung von Drosera gegen Husten sollte prinzipiell immer individuell ein Arzt zu Rate gezogen werden.