Husten Beim Kleinkind: FAQ

Hustensaft für Kleinkinder

© PantherMedia / Ilya Andriyanov

Das Wichtigste in Kürze

Hersteller: diverse, z.B. Boehringer Ingelheim Pharma und Klosterfrau Healthcare Group

Wirkstoffe: z.B. Ambroxol (Mucosolvan) oder Pflanzenextrakte aus Thymian und Primel (Bronchicum)

Darreichungsform: Saft etc.

Rezeptfrei?: ja

Hilft bei: Husten und Heiserkeit

Husten (Tussis) gehört zu den Leitsymptomen eines Erkältungsinfektes der unteren Atemwege (insbesondere Luftröhre, Bronchien und Lungenbläschen). Husten ist ein Symptom, keine eigenständige Erkrankung. Dem Symptom zugrunde liegt in der Regel eine Infektion der Atemwege mit bestimmten Viren oder Bakterien. Im Kleinkindesalter sind respiratorische Syncytialviren (RSV), humane Rhinoviren (HRV), Adenoviren oder beispielsweise Influenzaviren (Erreger der echten Grippe, Unterschied zur banalen Erkältung) häufige Auslöser. Gegen die meisten Viren steht kein wirkungsvolles, ursächlich wirksames Medikament zur Verfügung. Daher ist die Therapie in diesen Fällen auf die Krankheitszeichen beschränkt (sogenannte symptomatische Therapie). [1] Auch bei bakteriellen Infekten kann eine symptomatische Therapie, unterstützend zu gegebenenfalls nötigen Antibiotika (müssen von einem Arzt verschrieben werden), hilfreich sein.

Medizinische Fakten

Erkältungsinfekte im Kindesalter können sich von denen Erwachsener im Hinblick auf die Ausprägung gewisser Symptome unterscheiden. Spezifisch im Kleinkindesalter kann es beispielsweise zum häufig nächtlich auftretenden, anfallsartigen kruppösen Husten kommen (sogenannter Pseudokrupp, da die Symptomatik ähnlich dem Diphterie-bedingten Krupp/ Croup ist, aber andere Erreger die Ursache sind). [2] Häufig ist der Hustenreiz dabei so stark, dass ein Einatmen durch die verkrampfte Muskulatur im Bereich der Luftröhre (Trachea) und Bronchien nur noch schwer möglich ist. Die Kinder können unter Umständen sogar zeitweilig eine bläuliche Hautfarbe als Zeichen einer Minderversorgung mit Sauerstoff (Hypoxie) annehmen. Nicht selten kommt es durch den starken Hustenreiz begleitend auch zu Erbrechen (Emesis). Kinder profitieren besonders von einer Therapie, die natürlich speziell auf ihre akuten Beschwerden ausgerichtet ist und zugleich möglichst wenige Nebenwirkungen hat (am ehesten pflanzliche Wirkstoffe). Bronchicum gehört zu den Hustensäften für Kleinkinder mit ausschließlich pflanzlichen Wirkstoffen. Mucosolvan dagegen enthält den künstlich hergestellten, aber meist auch gut verträglichen Wirkstoff Ambroxol.

Wirkungsweise bei Husten

Ambroxol (z.B. in Mucosolvan Kindersaft, Ambroxol WICK Schleimlöser für Kinder oder Ambrohexal Hustensaft für Kinder enthalten) ist ein chemisch hergestellter Abkömmling (Derivat) des Stoffes Bromhexin. Ambroxol wird eingesetzt bei akuten und auch chronischen (langsam sich entwickelnden bzw. langsam verlaufenden) [3] Atemwegserkrankungen. [4] Es gehört zur Wirkstoffgruppe der Expektoranzien, das heißt es kann zähen Schleim in den Bronchien lösen(mukolytisch) und zugleich den Abtransport des gelockerten Schleimes fördern(sekretomotorisch aktiv). In diesem Sinn ist Ambroxol explizit dazu gedacht, zähe Verschleimungen (wie sie bei Kleinkindern häufig vorkommen) zu lösen. Der tatsächliche, praktische Nutzen des Wirkstoffes Ambroxol ist umstritten und durch Studien nicht einstimmig bewiesen [5].

Bronchicum, ebenso wie andere pflanzliche Hustensäfte für Kinder (z.B. Hedelix Hustensaft oder Prospan Hustensaft mit Efeu oder Wala Plantago Hustensaft), wirkt beruhigend und in gewissem Umfang auch antientzündlich (antiinflammatorisch). Die in Bronchicum enthaltenen Primelextrakte (Primula veris, auch Schlüsselblume genannt) haben schleimlösende Inhaltsstoffe wie Primulasaponin und Primacrosaponin oder Primulaverin, die zu Acetylsalicylsäure-ähnlichen Stoffen (ASS) umgebaut werden und entzündungshemmend wirken können[6]. Thymian (Thymus vulgaris) enthält eine Reihe sekundärer Pflanzenstoffe (ätherische Öle) wie die Terpene Carvacrol, Cineol, Linalol, Geraniol und Borneol. Diese können Keime in ihrem Wachstum hemmen. Sie können zudem direkt entzündungshemmend wirken und die Fähigkeit der Atemwegszellen kräftigen, zähen Schleim aus den Lungen zu befördern (über feinen Flimmerhaarbesatz auf der Atemwegsschleimhaut, sogenannte mukoziliäre Clearance) [7].

Auch Hausmittel wie Zwiebelsaft, Kamillensud und Fenchelhonig können Hustenbeschwerden durch Lösung zähen Schleims mildern. Hilfreich bei akuten nächtlichen Hustenattacken, oder auch um diesen vorzubeugen, ist zudem eine kühle Raumluft im Schlafraum des Kindes (16°C bis 18°C)[8].

Anwendung & Dosierung bei Husten

Gemäß Herstellerinformation kann Mucosolvan Hustensaft bei Kindern im Alter von bis zu zwei Jahren zwei Mal täglich mit jeweils 1,25 ml gegeben werden. Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren können drei Mal täglich jeweils 1,25 ml, Kinder von sechs bis zwölf Jahren drei Mal täglich 2,5 ml und ab zwölf Lebensjahren drei Mal 5 ml Mucosolvan Hustensaft einnehmen. Nach zwei bis drei Tagen der Medikamenteneinnahme sollte die dreimalige Hustensaftgabe auf zwei Mal pro Tag reduziert werden [9].

Bronchicum Hustensaft sollte gemäß Beipackzettel für Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren zwei Mal täglich mit jeweils 5 ml gegeben werden. Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren erhalten bis zu drei Mal täglich 5 ml und Kinder ab zwölf Jahren bis zu vier Mal täglich 5 ml Bronchicum Hustensaft. [10]

Diese Angaben können keinesfalls die Dosieranweisungen eines Arztes ersetzen.

Nebenwirkungen & Wechselwirkungen

Mucosolvan, Bronchicum und andere Hustensäfte, speziell mit pflanzlichen Wirkstoffen, enthalten potentiell Allergie-auslösende Stoffe. Sollte eine prinzipiell mögliche Arzneimittelreaktion (Allergie) oder Überempfindlichkeitsreaktion vermutet werden oder sicher eingetreten sein, ist es ratsam, die Medikamenteneinnahme sofort zu beenden und schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen.

Bei Anwendung des Präparates Mucosolvan, mit dem Wirkstoff Ambroxol, kann es häufig (1 bis 10 Behandelte von 100) zu Durchfall (Diarrhoe) kommen. Gelegentlich (1 bis 10 Behandelte von 1.000) sind Überempfindlichkeitsreaktionen (Hautreaktion, Atemnot, Juckreiz), Fieber, Übelkeit (Nausea), Erbrechen, Bauchschmerzen, Geschmacksstörungen, Mundtrockenheit oder ein Taubheitsgefühl des Mundes beschrieben. Selten (1 bis 10 Behandelte von 10.000) kann es zu Sodbrennen kommen. Sehr selten(weniger als 1 Behandelter von 10.000) kann Ambroxol Verstopfung(Obstipation), vermehrten Speichelfluss, trockene Luftwege, eine vermehrte Flüssigkeitsabsonderung aus der Nase sowie Schwierigkeiten beim Wasserlassen verursachen. Wechselwirkungen sind nur mit Hustenreizstillern(Antitussiva) beschrieben (s. Gegenanzeigen & Warnhinweise). [11]

Bei der Anwendung von Bronchicum kann es durch die enthaltenen Wirk- und Zusatzstoffe (u.a. Sorbitol) gelegentlich zu Durchfall, Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen kommen. Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen sind nicht bekannt. [12]

Gegenanzeigen & Warnhinweise

Mucosolvan und Bronchicum sollten nicht während der Schwangerschaft und in der Stillzeit eingenommen werden. [13][14]

Der Schleim verflüssigende Wirkstoff Ambroxol soll nicht zusammen mit Hustenreizstillern wie beispielsweise Codein eingenommen werden, da es in Kombination zu einem Schleimanstau in den tiefen Atemwegen (Gefahr der Lungenentzündung) kommen kann. [15]

Bei ausbleibender Symptomverbesserung innerhalb von vier bis fünf Tagen sowie bei Unsicherheit in der Anwendung von Hustensäften sollte prinzipiell immer individuell ein Arzt zu Rate gezogen werden.