Husten Beim Kleinkind: FAQ

Husten lindern (bei Kleinkindern)

© PantherMedia / Leung Cho Pan

Spricht man von Husten (Tussis), so ist damit entweder ein willkürliches oder unwillkürliches,z.B. aufgrund eines Reizes, explosionsartiges Ausstoßen von Luft gemeint. Es handelt sich dabei um ein Symptom und kein eigenständiges Krankheitsbild.[17] Ein Husten entsteht aufgrund einer bestimmten Abfolge von natürlichen (physiologischen) Vorgängen, die notwendig sind, um die Atemwege frei zu halten.[18] Eine der Hauptursachen für einen Husten ist ein akuter Infekt der Atemwege.[3]

Als Auslöser gelten unter anderem sogenannte Adeno-, Metapneumo-[28] oder Rhinoviren.[19] Husten ist auch ein Reinigungsprozess, bei dem unerwünschte Substanzen, wie Fremdkörper oder Schleim entfernt werden.[2] So ist der Husten einerseits Zeichen für eine Erkankung (Pathologie) der Atemwege, andererseits aber ein wichtiger Abwehrmechanismus.[5]

Behandlung von Husten

Husten und Beschwerden wie Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber und Frösteln treten oft im Rahmen einer Erkältung (sog. Grippaler Infekt) auf.[6] Weiterhin können beim grippalen Infekt Halskratzen, Halsschmerzen, eine verstopfte Nase oder kalte Füße hinzukommen.[20]

Die Dauer der Beschwerden bei einer Erkältung kann jedoch sehr unterschiedlich sein. Ohne medikamentöse Behandlung sollte die vollständige Ausheilung in der Regel nicht länger als 14 Tage dauern. Normalerweise sollte sich der Husten aber schon nach 3-7 Tagen bessern.[4]

Allgemeine Maßnahmen

Bei Husten ist Schonung wichtig. Zeit und Ruhe kommen dem geschwächten Körper entgegen, um so schneller zu regenerieren und zu genesen.

Eine ausgewogene Ernährung stärkt das Immunsystem. Beispielsweise kann einer Erkältung durch den Verzehr von gekochtem und rohem Gemüse sowie Obst vorgebeugt werden. Ein Spaziergang an der frischen Luft sorgt für eine intensivierte Sauerstoffzufuhr und Blutzirkulation und ist somit eine ideale Prophylaxe gegen einen grippalen Infekt.[3]
Wichtig ist, bei einem Husten viel Flüssigkeit aufzunehmen.[6] Einerseits wird der zähe Schleim in den Atemwegen dadurch deutlich flüssiger. Andererseits erfüllt eine erhöhte Aufnahme von Flüssigkeit eine „Entgiftungsfunktion“, weil so das Ausspülen von Krankheitserregern aus dem Körper gefördert wird.
Es wird empfohlen, dem Körper täglich etwa zwei bis drei Liter Flüssigkeit zuzuführen, am besten Wasser oder Tee. Thymiantee ist wirksam, weil dieser eine entzündunghemmende Wirkung hat.[22] Fencheltee ist zusätzlich krampflösend und hat einen abschwellenden Effekt.[21]
Eine erhöhte Luftfeuchtigkeit im Raum befeuchtet die Schleimhäute der Atemwege und lindert so den Hustenreiz; dazu einfach feuchte Tücher auf die Heizung legen.[3]

Hausmittel/ Anwendungen

Im folgenden werden einige Hausmittel vorgestellt, die neben den allgemeinen Maßnahmen zur Linderung eines Hustens bei Kleinkindern führen können.

Zitronenwickel: Dieses Hausmittel ist sehr wohltuend bei festsitzendem Husten und Keuchhusten. Um den Wickel herzustellen, wird eine halbe unbehandelte Zitrone zunächst ausgepresst. Die Schale danach rundherum mit einem Messer einritzen und zusammen mit dem gepressten Saft in 0,75 Liter heißem Wasser erwärmen. Im Anschluss einige Minuten ziehen lassen. Für den Wickel werden zwei Tücher benötigt: Das Innentuch wird mit der Wasser- Zitronen-Lösung getränkt und rund um den Oberkörper gelegt, dann das Außentuch darüberwickeln. Bei dieser Anwendung ist es sehr wichtig, dass der Wickel warm gehalten wird. Dieser kann mithilfe von Wärmflaschen, erwärmter Heilwolle oder warmem Kirschkernkissen erzielt werden.

Spitzwegerich- Thymian- Hustensaft: 100 g Spitzwegerich- und Thymianblätter waschen, trocken tupfen und klein schneiden. Die Kräuter in einem Topf mit 250 ml Wasser übergießen, zum Kochen bringen und eine halbe Stunde sieden lassen. Die Kräuter danach abgießen und auspressen. Dabei entstehen etwa 125 ml grüner Saft, welcher mit 125 g Zucker aufgekocht werden soll. Danach den Sirup noch heiß abfüllen.
Täglich können von dem Spitzwegerich- Thymian- Hustensaft 3 Teelöffel eingenommen werden.[8]
Die heilsame Wirkung des Spitzwegerichs entsteht aufgrund seines bakterienabtötenden (antibakteriellen), entzündungshemmenden und schleimlösenden Effekt.[23] Thymian wirkt rein entzündungshemmend.[22]

Andorn- Kräuter- Tee: Hierfür eine Mischung ansetzen aus folgenden Zutaten: 40 g Dillkraut, 40 g Fenchelkraut und 20 g Andornkraut. Davon einen Teelöffel in ein Tee-Ei füllen und mit 250 ml heißem, nicht kochendem Wasser aufgießen. Zugedeckt 5 Minuten ziehen lassen, damit die ätherischen Öle erhalten bleiben und trinken. Eventuell nach dem Abkühlen mit Honig verfeinern. Auf den Honig sollte bei Säuglingen unbedingt verzichtet werden. Der Grund hierfür ist, dass der Honig in seltenen Fällen Bestandteile eines Bakteriums enthält. Dieses kann bei Kindern und Säuglingen zur Bildung des sogenannten Botuliniumtoxins, eines Giftes, führen, welches unter anderem zu Verstopfung, Schlucklähmungen, Sehstörungen oder Muskelschwäche führt.[29] Bei Kindern unter 6 Jahren wird nur die Hälfte der Kräutermenge benötigt.
Die Anwendung kann bei Kindern 2-3-mal täglich erfolgen, Säuglinge können mit jeder Milchmahlzeit 3 Esslöffeln davon einnehmen.
Der Tee kann als Heilmittel gegen Husten verwendet werden, weil Fenchel entzündungshemmend und Andornkraut als Bittermittel schleimlösend wirkt.[9]

Quarkwickel (ab dem 2. Lebensjahr): Zur Anwendung dieses Wickels benötigt man zwei Baumwolltücher: ein Innen- und ein Außentuch. Auf das Innentuch eine dünne Schicht Magerquark auftragen und auf die Brust legen. Das Außentuch wird darüber gelegt und um den gesamten Oberkörper gewickelt. Um ein Auskühlen zu vermeiden, den Quarkwickel mithilfe einer Wärmflasche auf eine handwarme Temperatur bringen. Das Kind sollte während der Anwendung warm zugedeckt werden.
Quarkwickel können täglich bis zu 3 Stunden aufgelegt werden, bis der Quark eingetrocknet ist.
Hintergrund der heilsamen Wirkung von Quarkwickeln ist, dass sie den Schleim in den Bronchien lösen und den Hustenreiz lindern.
Bei empfindlicher Haut kann zwischen Wickel und Brust etwas Heilwolle gelegt werden.[2]

Bei starkem Reizhusten können
Fichtennadelbonbons lindern wirken. Der Husten wird dadurch feuchter und Schleim kann besser abgehustet werden.
Es sehr wichtig zu wissen, dass Babys und Kleinkinder auf ätherische Öle, wie beispielsweise aus Minze, Eukalyptus und Kampfer, oft mit Allergien oder krampfartigen Hustenanfällen reagieren. Hustenbalsammischungen sollten daher immer zuvor mit einem Arzt besprochen werden.
Inhalationen eignen sich erst ab dem Schulalter.[2]

Mediakamente (ab dem 2. Lebensjahr)

Zunächst sollte erwähnt werden, dass Studien zum Einsatz von Hustenstillern (Antitussiva) bei Kindern unter 12 Jahren keinen signifikanten Vorteil der Medikamente gegenüber einem Placebo (Scheinmedikament) gezeigt haben.[13]

Pentoxyverin (Antitussivum = Hustenstiller)[24]

  • Anwendung: als Saft oder Tropfen
  • Dosierung: Die Tropfen unverdünnt oder zusammen mit Flüssigkeit einnehmen. Die Dosierung richtet sich im Alter von 2-5 Jahren nach dem Körpergewicht des Kindes. Nähere Informationen sind der Packungsbeilage zu entnehmen.
  • Wirkungsmechanismus: Durch eine Bindung an bestimmte Strukturen am Wirkort des Medikaments (sog. Rezeptoren) kann die Aktivität von bestimmten Nervenzellen (Neuronen) gedämpft und so der Hustenreiz unterdrückt werden.
  • Nebenwirkungen: u.a. Schläfrigkeit, Oberbauchschmerzen, Durchfall
  • Wechselwirkungen: u.a. mit Beruhigungsmitteln, Mediakamente gegen Herzrhythmusstörungen[14] Keine Kombination mit Expektorantien empfohlen.[16]
  • Medikamente: Sedotussin,[13] Silomat Saft, Silomat Tropfen

N- Acetylcystein (Expektorans= Substanzen, die das Bronchialsekret verflüssigen bzw. den Schleim vermehrt abtransportieren)[24]

  • Anwendung: meistens oral[24]
  • Dosierung: 2-3-mal 200 mg täglich
  • Wirkungsmechanismus: Durch eine chemische Reaktion (sog. Verringerung/ Reduktion von Schwefelverbindungen) wird die Viskosität (Konsistenz) des Schleims in den Atemwegen herabgesetzt und so verflüssigt. Er kann sich dann besser von der Schleimhaut lösen und abgehustet werden.[25]
  • Nebenwirkungen: u.a. Kopfschmerzen, Fieber, allergische Reaktionen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen[26] 
  • Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten: Keine Kombination mit Antitussiva, da ein Sekretstau entstehen kann. Der verflüssigte Schleim soll abgehustet werden.[16]
  • Medikamente: Fluimucil, ACC Brausetabletten, ACC Kindersaft[25]
  • Vorsicht bei Asthma und Magengeschwüren

Ausführliche Informationen zu den Medikamenten sind der jeweiligen Packungsbeilage zu entnehmen. Komplikationen sollten stets mit einem Arzt besprochen werden.

Zu beachten

Aufgrund verschiedener Kriterien kann ein Husten weiter unterschieden werden. So beispielsweise aufgrund von Auswurfvon Sekret. Findet ein Auswurf statt, so handelt es sich um einenproduktiven (feuchten) Husten, falls nicht, um einenunproduktiven (trockenen) Reizhusten.[1] Unterschiede in Bezug auf die Dauer der Beschwerden bei Husten lassen eine Differenzierung in eine akute und eine chronische Form zu. Von chronischem Husten spricht man ab einer Dauer von etwa vier Wochen.[5]

Hierdurch wird ersichtlich: Ein Husten kann viele unterschiedliche Ursachen haben.[10] Dazu zählen unter anderem eine Lungenentzündung (Pneumonie) oder ein sog. Pseudokrupp (Entzündung der oberen Atemwege im Bereich des Kehlkopfes, u.a. mit Atemnot). Problematisch können ebenso die Folgen von einem Husten sein: Nasenbluten (Epistaxis), Rissbildung in der Lunge (Lungenruptur), Kopfschmerzen oder Schwindel. Wenn der Husten nach zehn Tagen nicht besser wird oder sich verändert (z.B. wenn der Schleim gelblich- grün wird) oder wenn Fieber hinzukommt, ist es dringend ratsam, einen Arztaufzusuchen.)[2]