Husten Chronisch: Begleiterscheinungen

Lang anhaltender Husten (mit Auswurf)

© Brenda Carson - Fotolia

Husten (lat. „Tussis“) ist ein reflektorisch ausgelöster oder bewusst vorgenommener Exspirationsstoß, der aufgrund von Schleimhautreizungen der Atemwege entsteht. Generell kann er produktiv (mit Auswurf) oder unproduktiv (ohne Auswurf) sein und ist ein allgemeines Symptom für viele verschiedene Krankheiten. Im Folgenden wird speziell auf den langanhaltenden, chronischen Husten mit Auswurf eingegangen. [1]

Medizinische Fakten

Chronischer Husten, der bei Erkältungen oder Grippe auftritt, kann nach Abklingen der restlichen Symptome noch mehr als drei Wochen anhalten. Üblicherweise nimmt er aber mit Fortdauer der Erkrankung ab und wird zunehmend trockener. Kommt es allerdings im Zeitverlauf auch weiterhin zu Auswurf, so ist ein Arztbesuch zur genaueren Abklärung wichtig.

Ein wichtiges Kriterium für die Zuordnung des Hustens zu seiner Ursache, ist die Beurteilung von Farbe und Konsistenz des Sputums:

  • gelblich-grüner Auswurf, evtl. Fieber kann auf eine bakterielle Infektion hindeuten.
  • monatelanger Husten mit (v. a. morgens auftretendem) eitrigem Auswurf kommt besonders bei chronischer Bronchitis oder COPD vor.
  • anfallartiger Husten mit Auswurf von zähem, glasigem Schleim ist beiAsthma bronchiale typisch.

Zusatzsymptome wie Fieber, Verschlechterung im Liegen, Schmerzen beim Atmen oder auch blutiger Auswurf können außerdem Hinweise für schwerere Lungenerkrankungen, wie zum Beispiel eine Lungenentzündung („Pneumonie“) oder Tuberkulose, sein. [2]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Grundsätzlich sind beim Husten drei Systeme beteiligt: die empfindlichen, sensorischen Nerven der Atemwegsschleimhaut, das Hustenzentrum im Gehirn und motorische („efferente“) Nervenfasern, die zur Atemmuskulatur ziehen.

Die empfindlichen, ins Gehirn führenden („afferenten“) Nerven können dabei durch mechanische (Schleim oder eingeatmete Partikel), thermische (eingeatmete, kalte Luft) oder chemische (Botenstoffe bei Entzündungen) Reize stimuliert werden. Sie senden daraufhin einen Impuls über das Hustenzentrum im verlängerten Rückenmark (lat. „medulla oblongata“) an die Atemmuskulatur, die sich daraufhin stark zusammenzieht. Die zuvor eingeatmete Luft wird so zusammen mit Schleim und Fremdkörpern explosionsartig (Strömungsgeschwindigkeiten bis zu 900 km/h werden erreicht) aus der Lunge befördert.

Der natürlich funktionierende Transportmechanismus für Schleim basiert auf feinen, beweglichen Flimmerhärchen, die der Schleimhaut aufsitzen und einen Transport rachenwärts ermöglichen. Bei entzündlichen Erkrankungen der Atemwege kann dieser Abtransport allerdings gestört sein, da zu viel und/oder zu zäher Schleim diese Arbeit erschwert. [3] Der Schleim sammelt sich an und löst einen Hustenreiz aus. Der Körper versucht das Sekret auf diese Weise zu beseitigen.

Zu beachten

Plötzliche Verschlechterung des Hustens, Schmerzen beim Atmen und in Ruhe und auch Fieber sind Indikationen dafür, sofort einen Arzt aufzusuchen oder im Akutfall den Notarzt zu rufen. Da der Husten auch eine ansteckende Infektion als Ursache haben kann, sollten Mitmenschen nicht angehustet oder umarmt werden.