Husten Chronisch: Begleiterscheinungen

Ständiger Husten mit Auswurf (chronisch)

© PantherMedia / Lisa Young

Ständiger bzw. chronischer Husten mit Auswurf stellt ein häufiges Symptom bei Erkrankungen der unteren Atemwege dar. Dabei ist der chronische Husten einSchutzreflex auf das vermehrt anfallende Bronchialsekret, das durch den Hustenreiz aus den Atemwegen entfernt werden soll.

Der folgende Text stellt die grundlegenden medizinischen Fakten und die biologischen Zusammenhänge von ständigem Husten mit Auswurf dar.

Medizinische Fakten

Wenn Husten über mehr als drei Wochen besteht, gilt dieser als chronisch. [1] Häufig wird chronischer Husten von Auswurf begleitet, der nach dem Schlafen oder im gesamten Tagesverlauf auftreten kann. Die Ursachen für Dauerhusten mit Auswurf können vielfältig sein. Wichtige und häufige Beispiele sind:

  • Chronische Bronchitis
  • Chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD )
  • Asthma (Asthma bronchiale)

Bei diesen Krankheitsbildern handelt es sich um obstruktive Ventilations- bzw. Atemwegserkrankungen. Durch Schleim, Sekrete oder Verengung der Bronchien kommt es zu einem erhöhten Atemwiderstand. Dadurch wird vor allem das Ausatmen erschwert.

Kommt es zum Auftreten von produktivem Husten (d.h. Husten mit Auswurf) in 2 aufeinanderfolgenden Jahren für je mindestens 3 Monate, spricht man von einer chronischen Bronchitis. [2] In vielen Fällen geht diese in eine sogenannte chronisch obstruktive Bronchitis über.

Bei der COPD handelt es sich um eine Kombination aus chronisch obstruktiver Bronchitis und einer Lungenüberblähung (Lungenemphysem). Typisch sind morgendlicher Husten und Auswurf, später vermehrte Luftnot (auch in Ruhe) und Engegefühl in der Brust.

Eine weitere chronische Atemwegserkrankung die mit Auswurf einhergehen kann, ist das Asthma bronchiale. Dazu muss allerdings eine genetische Disposition vorhanden sein. Asthma bronchiale stellt die häufigste obstruktive Lungenerkrankung unter jüngeren Menschen dar. [3] Ursachen können Allergene (u.a. Pollen, Hausstaubmilben), Medikamente (nicht steroidale Antirheumatika, β-Blocker) oder starke körperliche Anstrengung in kühler, trockener Umgebungsluft sein. Es kommt durch diese inhalierten Fremdkörper (Antigene) zu einer Entzündungsreaktion der Bronchialschleimhaut und in der Folge zu Asthmaanfällen. Charakteristisch ist eine ausgeprägte bronchiale Hypersekretion während der Asthmaanfälle, wobei ein zähes, glasiges Sekret gebildet wird, das nur schwer abgehustet werden kann. [4]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Eine dauerhafte Reizexposition des Bronchialepithels beispielsweise durch Inhaltsstoffe von Zigarettenrauch, führt langfristig zu dessen Schädigung. Vermehrt wird Schleim sezerniert um eingeatmete Partikel und Erreger abzufangen und sie mittels des Zilienschlages des Flimmerepithels aus den Atemwegen heraus zu transportieren. Zusätzlich kann durch Verengung der Bronchialmuskulatur die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, dass Fremdstoffe im Schleim haften bleiben. Wird der Schleim zu zähflüssig, verkleben die Flimmerhärchen. Durch eine übermäßige Exposition von Fremdstoffen resultiert eine Entzündung der Bronchialschleimhaut, es kommt zur Kontraktion der Bronchialmuskulatur, zur Schleimsekretion, zur Verlegung der Atemwege und über die erhöhte Gefäßdurchlässigkeit zum Schleimhautödem. [5] Der Atemwegswiderstand steigt und das Atmen wird beschwerlich.

Zu beachten

Husten mit Auswurf, der über einen längeren Zeitraum besteht ist grundsätzlich verdächtig und sollte von einem Facharzt für Lungenheilkunde untersucht werden. Gerade chronische Atemwegserkrankungen können bei frühzeitiger Diagnose in ihrem Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden. Bei allen Erkrankungen der Atemwege wirkt sich ein Verzicht auf das Rauchen günstig aus.