Husten Chronisch: Ursachen

Chronischer Husten (nach Erkältung)

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Erkältungsbedingter Husten kann sich als trockener Reizhusten noch bis zu drei Wochen halten, nachdem die restlichen Symptome bereits abgeklungen sind. [1] Besteht der Husten über diese Zeitdauer hinaus, ist er schleimig eitrig oder von Blutauswurf begleitet, spricht man von chronischem Husten und es sollte ein Arzt zur weiteren Abklärung aufgesucht werden. Der folgende Artikel beinhaltet Informationen zu chronischem Husten und beleuchtet die Behandlungsmethoden.

Informationen

Chronischer Husten kann auf mehrere Ursachen zurückzuführen sein, wie zum Beispiel Asthma bronchiale, unkontrollierter Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre (Reflux), COPD bei Rauchern, Allergien, Tumoren, Einatmen von Fremdkörpern (Aspiration) etc. Ferner können auch Medikamente wie zum Beispiel ACE-Hemmer diese Symptome verursachen. [2] Bei Kindern sind zwei weitere Krankheiten bekannt die chronischen Husten auslösen können. Zum einen das sogenannte Pseudo Krupp Syndrom und zum anderen die durch das Bakterium Bordatella pertussis verursachte Kinderkrankheit Keuchhusten (Pertussis). Chronischer Husten hat jedoch nicht immer einen organischen Hintergrund, sonder kann auch psychogen vermittelt sein. Hierbei spricht man vom psychogenen Husten. [3]

Ausgelöst durch den chronischen Husten und dem dabei entstehenden Druck im Körperinneren sind Komplikationen nicht selten. Kopfweh (Cephalgie) , Nasenbluten (Epistaxis) und Brustschmerzen bzw. Thoraxschmerzen sind dabei die häufigsten. Jedoch treten auch vereinzelt immer wieder Husten vermittelte Leistenbrüche oder sogar Hustensynkopen, Husten vermittelte Ohnmacht durch eine Verkrampfung des Zwerchfells und Störung des Blutstromes zum Herzen, und auch Husten induzierte Asthma Anfälle auf.

Bei Kindern besteht die größte Gefahr des Hustens darin, dass durch das kräftige, dem Hustenreflex unterlegene Einatmen Fremdkörper, wie zum Beispiel Spielzeuge, Nahrungsbestandteile, etc., in die Lunge eingeatmet werden. In Folge dessen können schwere Lungenentzündungen, eine Verengung oder im schlimmsten Fall sogar eine Verstopfung der Atemwege auftreten.

Behandlung

Da Husten ein breites Bild von verschiedensten, zum Teil auch schweren Erkrankungen aufwirft, ist es immer von Nöten den jeweiligen Auslöser ausfindig zu machen. Zu aller erst steht eine Auskultation, das Abhören mit Hilfe eines Stetoskops, sowie eine ausgiebige Anamnese im Vordergrund. Bei dieser werden Fakten wie die Dauer, etwaige Begleitsymptome, Auswurf, Medikamenteneinnahme, Risikofaktoren sowie zeitliche Zusammenhänge des Hustens hinterfragt. Des weiteren verschafft ein Lungenfunktionstest ein genaues Bild über die Auswirkungen des Husten bzw. der Lungenerkrankung. Zum Ausschluss schwerwiegender Erkrankungen können auch bildgebende Verfahren wie Röntgen- und Computertomographische Untersuchungen veranlasst werden. Bis die Diagnose nicht gestellt ist, sollte der Husten nicht medikamentös unterdrückt werden. Ist die Grunderkrankung erkannt und behandelt verschwindet der chronische Husten in den meisten Fällen ohne spezifische Therapie.

Bei akuten Atemwegsinfekten mit Husten kann eine gezielte Behandlung sinnvoll sein. Durch die Reizung der Schleimhäuten wird vermehrt zäher Schleim produziert, der die normale Reinigungsfunktion der Flimmerhärchen der Lunge beeinträchtigt und immer wieder einen Hustenreiz auslöst. Hustenlöser (Expectorantien) verflüssigen diesen zähen Schleim und ermöglichen den Abtransport bzw. das Aushusten des Schleims. Auf pharmakologischer Seite sind vor allem die Wirkstoffe Acetylcystein (ACC), Bromhexin und Ambroxol zu nennen. Ebenfalls schleimlösend wirken Ätherische Öle wie zum BeispielEukalyptus-, Thymian-, Fenchel-, Anis- und Pfefferminzöl und pflanzliche Wirkstoffe wie Efeublatt- und Primwurzelextrakt.

Husten erfüllt normalerweise den Zweck den Körper von störenden Substanzen in den luftführenden Atemwegen zu befreien. Ist der Hustenreiz allerdings sehr stark und der Husten eher trocken und erfüllt folglich nicht den Zweck der Atemwegsreinigung, so kann dies dem Körper auch schaden. Hierbei können Hustenblocker induziert sein, die den Hustenreiz dämpfen. Diese enthalten pharmakologische Wirkstoffe wie Codein, Dihydrocodein und Dextromethorphan. Diese Substanzen sollten jedoch nicht länger als eine Woche eingenommen werden, da diese der Wirkstoffgruppe der Opiate angehören und somit ein Suchtpotential besteht. Eine eideutige Indikation zur Einnahme ist von einem Arzt zu stellen. Alternativmedizinisch wirken vor allem Spitzwegerich- und Eibischextrakte sowie Lutschpastillen mit Emser Salze und Auszügen von isländischem Moos beruhigend und reizlindernd.

Bei bakteriellen Infektionen kann zusätzlich eine Anwendung von Antibiotika indiziert sein. Hierbei ist darauf zu achten, dass die verschriebenen Tabletten nach Rat des Arztes eingenommen werden. Bei einem frühzeitigen Absetzen besteht die Gefahr einer Resistenzentwicklung und es kann zu einer Aufhebung der Wirksamkeit des Antibiotikums kommen.

Natürlich sind auch bei chronischem Husten diverse Hausmittel von Nutzen. So empfiehlt sich eine tägliche Trinkmenge von mehr als 2 Litern, da dadurch der Schleim besser verflüssigt werden kann. Warme Getränke und warme Salben, Auflagen etc auf der Brust fördern ebenfalls den Heilungsprozess durch eine Erhöhung der Durchblutung im Brustbereich. Des weiteren sind vor allem Dampfbäder und Inhalation von warmen Dämpfen zu nennen, die die Atemwege anfeuchten und den Schleim somit verflüssigen.

Bei chronischem Husten empfiehlt sich häufig eine Physiotherapie. Hierbei werden Hustentechniken vermittelt, die es den Betroffenen ermöglichen besser den Schleim abhusten zu können und so helfen nicht produktives Husten zu verhindern.