Husten Chronisch: Ursachen

Ständiger Husten durch Lungenkrebs?

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Ständiger Husten kann für Betroffene sehr unangenehm sein. In der Regel ist ständiger Husten immer ein Grund zur Sorge und sollte ärztlich untersucht werden. Eine mögliche Ursache für ständigen Husten ist Lungenkrebs.

Was bei Lungenkrebs im Körper passiert, wie der Husten ausgelöst wird und was dabei beachtet werden muss, soll im Folgenden erklärt werden.

Medizinische Fakten

Lungenkrebs gehört in Deutschland zu den häufigsten Krebserkrankungen. Im Anfangsstadium bleibt Lungenkrebs meist unbemerkt, in späteren Stadien kann er lebensbedrohlich werden. Lungenkrebs in einem frühen Stadium zu erkennen, ist daher sehr schwierig. Häufig zeigt er sich nur durch schwache und unspezifische Symptome. Dazu gehören länger anhaltender Auswurf mit und ohne Blutbeimengung, unklare Fieberschübe, Atemnot, Brustschmerzen, Abgeschlagenheit, Leistungsminderung, Gewichtsverlust sowie Heiserkeit und Schluckbeschwerden. Als Zeichen einer Absiedelung von Tumorzellen in anderen Körperregionen (Metastasen) können auch Knochenschmerzen und Lymphknotenschwellungen oberhalb des Schlüsselbeins auftreten.

Lungenkrebs führt bei bis zu drei Viertel der Betroffenen zu Husten. Dieser ist ein meist trockener und quälender Reizhusten, welcher im späteren Verlauf nicht selten von blutigem Auswurf begleitet ist. In der Regel handelt es sich um einen chronischen (länger als 8 Wochen) Husten.

Anhaltender Husten ist aber im Umkehrschluss kein sicherer Hinweis auf das Vorliegen eines Lungenkrebses. Er kann auch durch chronische Infektionen, Entzündungen oder durch externe Faktoren wie Staub, Gase oder Chemikalien ausgelöst werden. [1]

Biologischer Zusammenhang

Husten wird durch eine Reizung sogenannter Hustenrezeptoren, freien Nervenendigungen in der Schleimhaut, ausgelöst. Bei Husten handelt es sich um einen natürlicher Reflex des Körpers, welcher dazu dient, Fremdkörper aus dem Körper zu entfernen und ihn so vor potenziellen Schädigungen zu schützen.

Im Falle von Lungenkrebs erfolgt die Reizung der Rezeptoren durch bestimmteAbbauprodukte (Metabolite), welche durch den veränderten Zellstoffwechsel der Tumorzellen freigesetzt werden. Auch die Tumormasse an sich sowie die geschädigten respiratorischen Epithelien können aktivierend wirken.

Werden die Rezeptoren gereizt, kommt es zu einer Aktivierung des Hustenzentrums im Hirnstamm. Dieses verarbeitet die Signale und sendet eine Antwort an die Rachen- und Bauchmuskulatur. Durch die Muskelkontraktion wird der Hustenstoß ausgelöst.

Im Falle von Lungenkrebs kann Husten ständig bestehen bleiben, da durch den Hustenstoß die Ursache nie beseitigt werden kann. [2]

Zu beachten

Je früher Lungenkrebs erkannt wird, desto besser ist seine Prognose. Tritt Husten länger als drei Wochen auf, sollte daher unbedingt einen Arzt aufgesucht werden. Auch wenn weitere Symptome wie Atemnot oder Brustschmerzen auftreten, sollte ein Arzt konsultiert werden. Der erste Ansprechpartner ist immer der Hausarzt, es kann aber auch direkt ein Facharzt für Lungenerkrankungen (Pneumologe) konsultiert werden. [3]