Husten In der Schwangerschaft: Begleiterscheinungen

Husten u. Halsschmerzen (in der Schwangerschaft)

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Husten u. Halsschmerzen sind in der Schwangerschaft meist ein Indiz für eine beginnende Erkältung. Die Symptome können aber auch bei anderen Erkrankungen auftreten.

Im Folgenden werden die medizinischen Fakten, die biologischen Zusammenhänge und zu Beachtendes bei Husten u. Halsschmerzen in der Schwangerschaft beleuchtet.

Medizinische Fakten

Husten und Halsschmerzen, die während der Schwangerschaft auftreten, können verschiedene Ursachen haben. Zum einen kann es sich bei dieser Symptomkonstellation um Zeichen einer Erkältung oder Grippe handeln, die meist durch Viren (Rhinoviren, Adenoviren, Influenzaviren, u.a.) verursacht wird. Sofern sich nicht weitere Symptome wie Fieber, Atembeschwerden und Gliederschmerzen hinzu gesellen, besteht aber kein Grund zur Sorge.

Zum anderen ist es aber möglich, dass die Symptome im Rahmen einer Gastroösophagealen Refluxkrankheit durch in die Speiseröhre aufsteigende Magensäure verursacht werden. In diesem Fall treten Husten und Halsschmerzen meist im letzten Drittel der Schwangerschaft auf und verschwinden nach der Geburt des Kindes von selbst wieder. [1]

Oft gehen Husten und Halsschmerzen dann mit weiteren, für dieses Krankheitsbild typischen Symptomen einher:

  • Sodbrennen
  • Druckgefühl hinter dem Brustbein
  • vermehrtes Luftaufstoßen
  • Aufstoßen von Nahrung
  • salziger oder seifiger Geschmack nach Aufstoßen
  • Schluckbeschwerden
  • eventuell Zahnschmelzschäden

Die Symptome können beim Bücken oder Pressen, in Rückenlage sowie durch Stress noch verstärkt werden. [2]

Biologischer Zusammenhang

Bei einem schwangerschaftsbedingten Gastroösophagealen Reflux gibt es zwei ausschlaggebende Faktoren, welche zu den oben aufgeführten Symptomen führen können. Zum einen wird durch den wachsenden Embryo der Druck im Bauchraum erhöht und zum anderen führen Hormone, welche in der Schwangerschaft verstärkt ausgeschüttet werden, zu einer Erschlaffung des Schließmuskels zwischen Magen und Speiseröhre (Unterer Ösophagus Sphincter).

Normalerweise besteht eine Druckbarriere zwischen Speiseröhre und Magen. Am Übergang zwischen den beiden Organen besteht eine muskuläre Dichtung in Form eines Ringmuskels, welche sich nur dann öffnet, wenn Nahrung von oben Richtung Magen befördert wird. Die Öffnung des Schließmuskels kann jedoch auch bei einer Druckerhöhung von unten erzielt werden. Dadurch kann es bei Schwangeren im letzten Schwangerschaftsdrittel, aber auch bei Fettleibigen, vermehrt zu einem Rückfluss von saurer Magenflüssigkeit in die Speiseröhre kommen. Durch die aggressive Säure des Magensafts werden die Schleimhäute der Speiseröhre sowie des Rachens gereizt. Entzündungen können entstehen und Halsschmerzen und trockener Husten sind dann keine Seltenheit. 

Zu Beachten

Sind Husten und die Halsschmerzen grippaler Natur, so sind diese meist von Viren ausgelöst und somit ansteckend. Betroffene Personen sollten deshalb den Kontakt zu Mitmenschen einschränken und vor allem Tätigkeiten, wie inniges Umarmen, Händeschütteln oder Wiederbenützen eines Taschentuchs tunlichst vermeiden.

Treten diese Symptome über einen längeren Zeitraum hinweg auf, oder kommen weitere hinzu, so ist ein Arztbesuch unumgänglich. Ein etwaiger Schwangerschaftsreflux gehört unbedingt therapiert um keine weiteren Symptome aufkommen zu lassen und um diese zu lindern.