Husten Trockener Husten: Im Alltag

Trockener Husten (abends)

© PantherMedia / Andriy Popov

Trockener Husten kann sowohl das Symptom einer akuten Infektion als auch Zeichen einer chronischen Krankheit, beispielsweise von Asthma, sein. Tritt der Husten insbesondere abends auf, werden dadurch nicht selten der entspannende Feierabend und das Einschlafen gestört. Der folgende Text erklärt, welche Ursachen zu abendlichem trockenen Husten führen können und welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen.

Ursachen für trockenen Husten

Husten kann viele Ursachen haben. Besteht ein trockener Husten nur abends, sollte auf die Gewohnheiten und Verhaltensweisen geachtet werden, die eventuell mit dieser Tageszeit in Zusammenhang stehen. So wird der Abend häufig in der eigenen Wohnung verbracht, in der beispielsweise die Raumluft und -temperatur einen Einfluss auf die Atmung und den Hustenreiz haben können. Wird zum Beispiel zuhause in geschlossenen Räumen geraucht, kann dies die Atemwege aller Mitbewohner reizen und zu Husten führen. Besteht eine akute Infektion der Luftwege durch Viren oder Bakterien, kann sich diese ebenfalls durch das Raumklima in eher stärkerem Husten äußern [1].

Häufig ist der Aufenthalt in der eigenen Wohnung auch mit der Konfrontation mit bestimmten Allergenen verbunden: Zu den häufigsten hustenauslösenden Allergenen gehören Schimmelsporen, Hausstaubmilben und Haustierhaare. Dabei muss der Schimmel jedoch nicht immer offensichtlich als dunkler Fleck an der Zimmerdecke vorkommen, sondern kann sich auch in Lüftungsanlagen oder hinter Möbeln verstecken. Allergien entwickeln sich langsam und müssen nicht von Anfang an bestehen – es ist also durchaus möglich, dass Betroffene bei Anschaffung eines Haustiers noch nicht auf die Tierhaare reagiert haben, jedoch nach Jahren eine Allergie entwickeln. Die Konsequenz daraus ist leider zumeist, dass das Tier wieder abgegeben werden muss – werden nämlich die Warnzeichen wie trockener Husten, eine laufende Nase oder juckende Augen ignoriert, kann sich bei weitergeführter Exposition (Aussetzung) mit dem Allergen ein Asthma bronchiale entwickeln [2].

Ist dies der Fall und leidet ein Familienmitglied unter Asthma, kämpfen die Betroffenen mit Hustenattacken und Atemnot, die häufig vor allem von Schwierigkeiten beim Ausatmen und einem pfeifenden Ausatem-Ton (dem sogenannten Giemen) gezeichnet sind. Neben Allergenen können Asthmaanfälle auch von Anstrengung ausgelöst werden. Führt zum Beispiel nach einem langen Bürotag im Sitzen der Aufstieg in die 4. Etage zu einer trockenen Hustenattacke oder tritt diese nach dem abendlichen Sportkurs auf, kann ein Anstrengungsasthma die Ursache sein [3].

Gelegentlich führen auch bestimmte Medikamentengruppen zu Reizhusten, das prominenteste Beispiel hierfür sind die ACE-Hemmer (z. B. Lisinopril, Enalapril oder Ramipril), die gegen einen zu hohen Blutdruck eingesetzt werden. Durch eine Verschaltung von Stoffwechselprozessen im Körper wird als Nebenwirkung der ACE-Hemmer das Gewebshormon Bradykinin aktiv und verengt die Bronchien. Je nachdem, wann die Medikamente eingenommen werden, kann es dadurch zu abendlichem Reizhusten kommen [4].

Behandlung mit trockenem Husten

Ist der abendliche Reizhusten besonders in der eigenen Wohnung auffällig, sollte nach äußeren Auslösern gesucht werden. Ein regelmäßiges Lüften aller Zimmer kann hier oft schon Besserung schaffen und hilft außerdem, der Schimmelbildung vorzubeugen. Teilweise ist die Luft auch zu trocken; dann kann die natürliche feuchte Luft aus Küche und Bad genutzt werden, um die Raumluftfeuchtigkeit zu erhöhen. Von expliziten Raumbefeuchtern (also Geräten oder Gefäßen, die mit Wasser gefüllt die Zimmerluft frischer machen sollen) wird jedoch abgeraten, da das stehende Wasser eine Keimzelle für verschiedene Erreger sein kann und somit eher zu Infektionen führt als tatsächlich Husten verhindert [5].

Wird eine Allergie vermutet oder beim Arzt durch einen Haut- oder Bluttest bestätigt, muss versucht werden, das auslösende Allergen aus dem Umfeld zu entfernen.Polstermöbel und Teppiche sollten so zum Beispiel aus Schlafzimmern entfernt werden, da sich hier sowohl Staubmilben als auch Tierhaare länger halten und nicht gut entfernt werden können. Auch gibt es für das Bett Matratzenüberzüge, die bei einer Staubmilbenallergie zumindest den Nachtschlaf ruhiger gestalten können.Schimmel sollte immer schnellstmöglich entfernt werden, da er ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt. Da häufig die Baustruktur des Hauses für die Entwicklung von Schimmel verantwortlich ist, kann es sich lohnen, den Vermieter zu kontaktieren und um Unterstützung zu bitten [2].
Ist es nicht möglich, das Allergen komplett auszuschalten, kann eine Hyposensibilisierungsbehandlung durchgeführt werden, um beispielsweise eine Staubmilbenallergie abzuschwächen oder sogar verschwinden zu lassen. Dabei werden über Jahre immer wieder kleinste Mengen des auslösenden Allergens in den Oberarmmuskel gespritzt, sodass sich der Körper langsam an das Allergen gewöhnt und es nicht mehr angreift. Ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt kann hier beraten, ob sich diese Behandlung für die betreffende Allergie lohnt, und erklären, wie der genaue Ablauf der Therapie sein wird.

Während eine Hyposensibilisierungsbehandlung erst nach Jahren Früchte trägt, gibt es Medikamente, die zumindest gegen die Symptome der Allergie akut helfen können. Typischerweise werden hierfür Antihistaminika (z. B. mit Loratadin oder Ceterizin) verwendet, auch Cromoglicinsäure findet Verwendung in Augen- und Nasentropfen und -sprays sowie in Tablettenform. Ist die Allergie bereits zu einem Asthma fortgeschritten oder besteht ein Anstrengungsasthma, werden Sprays mit kurzwirksamen Betamimetika (z. B. Sultanol®, Cyclocaps® Salbutamol, Berotec®) eingesetzt, welche die Bronchien weit stellen und so das Ausatmen wieder erleichtern. Reichen diese akut wirkenden Medikamente nicht aus, kann die Therapie mit längerwirkenden Betamimetika und Glukokortikoiden erweitert werden [6].

Besteht bei trockenem Husten der Verdacht auf eine Arzneimittelnebenwirkung, sollte dieser Verdacht beim Arzt, der das Medikament verschrieben hat (z.B. Hausarzt oder Kardiologe), geäußert werden. In den meisten Fällen kann auf ein ähnlich wirkendes Medikament umgestellt werden. Medikamente sollten nie selbstständig abgesetzt werden, da das abrupte Absetzen zu einer überschießenden Reaktion des Körpers führen kann.

Stört der Husten beim Einschlafen, können hustenstillende Säfte (Antitussiva) helfen. Sie enthalten Wirkstoffe wie Codein, Dihydrocodein oder Dextromethorphan. Da diese Wirkstoffe jedoch teilweise zu Atemnot führen können, ist die Anwendung bei Kindern und Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD nicht empfohlen [7].

Zu beachten

Dass Rauchen und Passivrauchen den Atemwegen schadet, ist bekannt – auch Familienmitglieder können erkranken, wenn in geschlossen Räumen geraucht wird. Dies kann meist auch nicht durch regelmäßiges Lüften ausgeglichen werden, weshalb vom Rauchen in der Wohnung, insbesondere wenn sich Kinder oder Kranke dort aufhalten, generell abgeraten wird [8]. Zusätzlich sollten von Husten Betroffene zumindest das Rauchen einschränken, um die Atemwege nicht noch zusätzlich zu reizen.

An Asthma Erkrankte reagieren auf Atemwegsinfekte häufiger mit komplizierten Verläufen als Lungengesunde. Ein vollständiger Impfstatus kann gegen einige der gefährlichsten Erreger, z.B. Influenza und Pneumokokken, schützen [9]. Auch Angehörige können darauf achten, dass ihr Impfschutz komplett ist und so kranke Familienmitglieder vor Infektionen abschirmen [10].