Husten Trockener Husten: Ursachen

Trockener Husten (Erkältung)

© PantherMedia / Markus Guhl

Die einfache Erkältung bzw. der grippale Infekt, wie sie im Fachjargon oft genannt wird, ist bei gesunden Erwachsenen die häufigste Ursache für Husten. Besonders in der Anfangsphase der Erkältung steht oft trockener Husten im Mittelpunkt; im weiteren Verlauf kann sich daraus Husten mit schleimigem Auswurf entwickeln [1].

Medizinische Fakten

Unter einer Erkältung bzw. einem grippalen Infekt versteht man meist eine Infektion der Atemwege mit Viren. Vor allem Adeno-,Rhino-, Parainfluenza-, Coxsackie- und RS-Viren stecken häufig hinter den typischen Erkältungssymptomen wie etwa Husten, Schnupfen, Halsweh und Heiserkeit. Sie treten saisonal gehäuft im Herbst und Winter auf und werden mittels Tröpfcheninfektion, also beispielsweise durch Niesen oder Husten, von Virenträgern übertragen. Dies können erkrankte Personen sein, aber auch solche, die das Virus in den Atemwegen tragen, ohne selbst unter Symptomen zu leiden [2].

Schafft es das Virus, sich nach erfolgter Übertragung in den Atemwegen des Infizierten festzusetzen und dort zu vermehren, können die klassischen Erkältungssymptome auftreten. Meist folgt nach einer Phase mit Halsweh, Heiserkeit und trockenem Husten, die einige Tage anhalten kann, sogenannter produktiver Husten, also Husten mit schleimigem Auswurf. Zu diesem Zeitpunkt treten oft auch Schnupfen, eine laufende Nase und eventuell Fieber auf. Im Regelfall bessert sich ein grippaler Infekt von selbst, also auch ohne medizinische Behandlung, binnen einiger Tage spürbar und klingt nach spätestens 3 Wochen ab. Durch die weite Verbreitung der Viren in der kalten Jahreszeit kann es aber auch zu wiederholten Infekten kommen, die sich eventuell überlappen und so eine längere Beschwerdedauer verursachen können [2].

In manchen Fällen tritt im Rahmen eines viralen Infektes eine sogenannte bakterielle Superinfektion auf. Da das Immunsystem des Körpers bereits mit der Abwehr der Viren beschäftigt ist, schaffen es auch Bakterien leichter, die Immunbarriere zu überwinden und eine Infektion auszulösen. Bakterielle Infektionen gehen im Regelfall mit stärkeren und länger dauernden Symptomen einher, können also zum Beispiel hohes Fieber (über 38,5 °C) oder ernstzunehmendeLungenentzündungen (vor allem bei älteren Patienten) auslösen [3].

Außerdem muss von einem grippalen Infekt die echte Grippe(Influenza) unterschieden werden, die ebenfalls eine virale Infektion ist, aber wesentlich stärkere Symptome verursacht (hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, starkes Krankheitsgefühl über Tage). Grippe-Impfungen wirken nur gegen Influenza, nicht aber gegen grippale Infekte [2].

Biologischer Zusammenhang

Nach erfolgter Übertragung der Viren setzen sich diese in den Atemwegen fest, vermehren sich dort und lösen eine Entzündungsreaktion des Körpers aus. Abhängig vom Ort der Entzündung spricht man in der Medizin von einer Rhinitis (Nase),Pharyngitis (Rachen), Tracheitis (Luftröhre), Bronchitis(Bronchien) oder Pneumonie (Lungenentzündung). Genaugenommen ist es die entzündliche Reaktion des Körpers, die die Beschwerden auslöst, und nicht die virale Infektion selbst. So kommt es im Rahmen einer Nasenentzündung zu Schnupfen, bei einer Rachenentzündung zu Halsschmerzen und bei einer Entzündung der Stimmbänder und der umgebenden Strukturen zu Heiserkeit. Das typische Symptom bei Bronchitis, also bei der Entzündung der Luftwege in der Lunge, ist Hustenreiz [3].

In der Schleimhaut der Bronchien sitzen freie Nervenendigungen, die Reize, wie zum Beispiel auch Entzündungen, registrieren und reflektorisch den Hustenreiz auslösen. Abhängig davon, ob im Rahmen der Entzündung auch Schleim in der Lunge gebildet wird, kommt es zu trockenem Husten oder zu Husten mit schleimigem Auswurf. Normalerweise sollte der Auswurf bei Erkältungen klar oder leicht gelblich sein; ist er von Eiter stark gelblich gefärbt, so spricht dies für eine bakterielle Superinfektion [4].

Der Husten stellt an sich einen Schutz- und Reinigungsmechanismus für die Atemwege dar und hilft beim Abtransport der Erreger. Im Rahmen von Infekten kommt ihm deshalb eine wichtige Rolle zu, weshalb er auch nicht bewusst unterdrückt werden sollte.

Behandlung von trockenem Husten

Tritt trockener Husten im Zuge einer Erkältung auf, so besteht nicht die Notwendigkeit, ihn mit hustenstillenden Medikamenten zu behandeln. Auch der grippale Infekt an sich kann, wenn er viralen Ursprungs ist, nicht mit Medikamenten behandelt, sondern nur durch körperliche Schonung ausgeheilt werden. Antibiotika sind nur bei bakteriellen Infektionen wirksam und sollten, aufgrund der Problematik von Resistenzen, sparsam eingesetzt werden [1].

Gegen einen quälenden Husten kann aber durchaus der Einsatz von bewährten Hausmitteln sinnvoll sein. So hat die wiederholte Anwendung von Inhalationen mit warmer, feuchter Luft durch die Befeuchtung der Atemwege einen lindernden Einfluss auf den Hustenreiz. Durch die Wärme wird außerdem die Entzündung positiv beeinflusst. Man bringt dafür Wasser in einem großen Topf zum Sieden und atmet den entstehenden Wasserdampf anschließend intensiv ein, bis das Wasser abgekühlt ist. Zur stärkeren Sättigung der Luft mit Wasserdampf kann auch ein großes Tuch gemeinsam über Kopf und Topf geschlagen werden. Der Zusatz von ätherischen Kräutern wie Pfefferminze, Salbei oder Melisse zum Wasser schafft einen angenehmen Geruch und hat, durch entzündungshemmende Inhaltsstoffe der Kräuter, möglicherweise auch einen positiven Einfluss auf den Heilungsverlauf [5].

Auch die Anwendung von Kräutertees hat sich bei Husten bewährt. Häufig verwendet werden Lindenblüten, Holunder und Kamille, Efeublätter, Pfefferminze oder Baldrianwurzel, die allesamt entzündungshemmende und allgemein beruhigende Inhaltsstoffe haben und das Immunsystem bei der Abwehr der Erreger unterstützen können. Auch Isländisches Moos, eine in Europa häufig vorkommende Strauchflechte, kann bei Husten Abhilfe schaffen. In Form von Tees, Hustensäften und Pastillen(z.B. Luuf® Halspastillen, Isla-Moos®, Isla-Pastillen von Sanova®)ist es in Apotheken erhältlich [6].

Zu beachten

Trockener Husten im Rahmen von Erkältungen ist ein häufig vorkommendes und weitgehend harmloses Symptom, das mit Hausmitteln behandelt werden kann. Treten zusätzlich zum Husten gravierende Krankheitssymptome wie hohes Fieber (über 38,5 °C), starke Kopf- und Gliederschmerzen oder starkes Krankheitsgefühl auf, so empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung und Behandlung. Besonders ältere Personen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem (z.B. bei Chemotherapie oder Leukämie) sind besonders gefährdet.

Ein Arzt sollte ebenfalls konsultiert werden, wenn zum Husten schleimiger Auswurf hinzukommt, der durch Eiter stark gelb oder durch Blut rot gefärbt ist. In diesen Fällen sollte die Ursache näher abgeklärt werden.