Husten Trockener Husten: Ursachen

Trockener Husten durch Lungenkrebs?

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Trockener Husten kann in manchen Fällen das einzige Zeichen einer Lungenkrebs-Erkrankung sein. Im Gegenzug bedeutet nicht jeder Husten sofort Krebs. Welche Symptome zusätzlich bei Lungenkrebs auftreten könnten und welche anderen Krankheiten sich mit trockenem Husten zeigen könnten, wird in folgendem Text erklärt.

Medizinische Fakten

Lungenkrebs kann sehr lange unerkannt bleiben, da oft keine Schmerzen bestehen und keine spezifischen Symptome auftreten. Verdächtig ist für diese Diagnose chronischer Husten über mehrere Wochen bis Monate mit, teilweise blutigem, Auswurf. Doch auch trockener Husten, der über lange Zeit anhält, kann auf einen Lungenkrebs hindeuten.[1] Andere Symptome, die mit dieser Erkrankung einhergehen können, sind Abgeschlagenheit, (sub-)febrile Temperaturen, Gewichtsverlust und Nachtschweiß. Auch Atemnot, Heiserkeit oder Schmerzen im Brustkorb können Symptome eines Lungenkrebses sein, sind aber wiederum auch für viele andere Erkrankungen typisch.[2]

Trockener Reizhusten, der über Wochen andauert, kann jedoch auch für andere Krankheiten sprechen. Ist der Husten mit Atemnotanfällen verbunden, die beispielsweise durch Anstrengung oder allergene Substanzen wie Gräser- und Baumpollen, Tierhaare oder Staub ausgelöst werden, kann es sich um ein Asthma bronchiale handeln.

Tritt trockener Husten akut zusammen mit Fieber auf, kann ein Infekt der Luftwege, z.B. um eine Kehlkopf- (Laryngitis) oder eine Luftröhrenentzündung (Tracheitis) ursächlich sein. Bei trockenem Husten nach einer Infektion der Luftwege kann ein postinfektiöser Reizhusten eine mögliche Diagnose sein, der in der fortgesetzten Aktivität von Entzündungszellen über die Infektion hinaus begründet ist.

Biologischer Zusammenhang

Lungenkrebs kann verschiedene Ursachen haben, das Hauptrisiko für das Bronchialkarzinom ist jedoch das inhalative Tabakrauchen. Dabei steigt das Risiko, je länger und je mehr geraucht wird. Die im Tabakrauch enthaltenen Giftstoffe können die Zellen des Respirationstraktes und ihr Erbmaterial dahin gehend verändern, dass es zu einer unkontrollierten Vermehrung der Zellen kommt – dies stellt einen wichtigen Mechanismus der Krebsentstehung dar.[3]Tumore wachsen raumfordernd und reizen damit die angrenzenden Atemwege. Außerdem wird in der Umgebung des Tumors häufig eine lokale Entzündung ausgelöst. Diese Reizungen des Atemwegsgewebes führen dann zu einem Hustenreiz. Bricht der Tumor auch in die Lungengefäße ein, kann es zu blutigem Auswurf während des Hustens kommen.

Beim Asthma bronchiale ist eine chronische Übererregbarkeit, oft mit Allergien, Belastung oder Kältereizen verbunden, der Auslöser für den Hustenreiz. Hinzu kommt eine überschießende Verengung der Bronchien (Bronchokonstriktion), die es den Betroffenen schwer macht, eingeatmete Luft wieder auszuatmen. Dadurch entwickelt sich nicht selten eine Atemnotattacke, die oft erst durch Akutmedikation, wie z.B. ein Asthmaspray, durchbrochen werden kann. Häufig ist bei Asthmabetroffenen auch in der Familie Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis bekannt.

Zu beachten

Nur anhand von Symptomen kann keine Krebsdiagnose gestellt werden. Ein trockener Husten kann viele Gründe haben und sollte ernst genommen werden, wenn er über mehrere Wochen anhält. Insbesondere bei Rauchern und Ex-Rauchern sollte bei länger anhaltendem trockenem Husten ein Arztbesuch erfolgen. Dann kann zum Beispiel eine Röntgen-Untersuchung die Diagnosestellung vorantreiben. Wird mit dem Rauchen aufgehört, fängt das Krebsrisiko nach zehn Jahren an sich zu normalisieren und die Betroffenen erreichen das „Normalrisiko“ nach etwa 15 Jahren Rauchfreiheit.[4]

Besteht der Verdacht eines Asthmas, sollte ein Arzt konsultiert werden und es kann ein Lungenfunktionstest durchgeführt werden. Auch eine Allergietestung bietet sich an, da damit eventuelle Auslöser von Asthmaanfällen identifiziert und später vermieden werden können.[5]