Husten Trockener Husten: Ursachen

Trockener Husten durch HIV?

© PantherMedia / Karel Miragaya

Trockener Husten (Tussis) kann als Symptom verschiedenster Erkrankungen auftreten. Die meisten Menschen denken zunächst an Erkältung, Grippe, Raucherhusten oder nach einer längeren Hustenperiode vielleicht sogar an Lungenkrebs. Doch auch eine HIV-Infektion (Humane Immundefizienz-Virus) kann die Ursache für trockenen Husten darstellen.

Durch welchen Mechanismus diese Infektionskrankheit zu Hustenbeschwerden führen kann, welche Symptome dabei häufig mitauftreten und wie die Ursache des Hustens durch Selbsttests ermittelt wird, soll im Folgenden erläutert werden.

Medizinische Fakten

Eine HIV-Infektion lässt sich in verschiedene Stadien (Kategorien A-C; 1-3) je nach Symptomen und Anzahl vorhandener Immunzellen (CD4-Lymphozyten) einteilen. Wenige Tage bis Wochen nach der Ansteckung kommt es bei fast 70% der Betroffenen zur akuten HIV-Erkrankung (Kategorie A). Während dieser Phase treten sehr unspezifische Symptome auf, die häufig mit denen einer Erkältung verwechselt werden:[1]

  • Trockener Husten
  • Lymphknotenschwellung (Lymphadenopathie)
  • Durchfall (Diarrhoe)
  • Fieber (Pyrexie)
  • Müdigkeit; Erschöpfung; Abgeschlagenheit (Allgemeinsymptomatik)
  • Nachtschweiß (Hyperhidrose)

Später im Krankheitsverlauf kommt es zu AIDS-definierenden Erkrankungen (Acquired Immuno Deficiency Syndrome), die auch gehäuft mit trockenem Husten als Begleiterscheinung einhergehen.

Biologischer Zusammenhang

Das HI-Virus befällt im Körper bestimmte Immunzellen, die sogenannten T-Helferzellen oder auch CD4-Lymphozyten, die für die Körperabwehr wichtig sind. Im Laufe der Erkrankung werden diese Zellen zerstört.

Während zu Beginn der Erkrankung die Anzahl der T-Helferzellen noch relativ hoch ist und oft nur sehr unspezifische grippeähnliche Symptome auftreten, sind es im fortgeschrittenen Stadium nur noch sehr wenige Immunzellen und dieInfektionsanfälligkeit steigt stetig an.

In dieser Phase treten vermehrt schwerwiegendere Symptome der Kategorie C auf, die vor allem opportunistische Erkrankungen umfassen. Dabei handelt es sich primär um Infektionskrankheiten, die für Menschen mit normalem Immunsystem nicht gefährlich wären. Erst bei stark geschädigter Abwehrlage des Körpers, wie zum Beispiel bei länger bestehender HIV-Infektion, kommt es zu diesen Erkrankungen. Dazu zählen zum Beispiel: [2] [3]

  • Tuberkulose – trockener Husten
  • Pneumocystis jiroveci- Pneumonie (PCP) – anhaltender trockener Husten
  • Zytomegalie (CMV)-Pneumonie – Netzhautentzündung (Retinitis); auch Husten möglich
  • Kryptokokken-Infektion der Lunge – trockener Husten
  • Lungenentzündungen durch Pneumokokken & Hämophilus influenza – Fieber und produktiver Husten

Tritt Husten im Rahmen von HIV auf, sind meistens Begleiterscheinungen damit assoziiert:[4]

  1. Liegt in letzter Zeit eine starke Erschöpfung, Abgeschlagenheit und/oder Müdigkeit vor?
  2. Ist Fieber oder starker Nachtschweiß aufgetreten?
  3. Sind geschwollene Lymphknoten am Hals, in der Achsel- und/oder Leistengegend tastbar?
  4. Liegen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall vor?
  5. Sind Geschwüre und Aphten im Mund und Genitalbereich aufgetreten?
  6. Wurden Pilzinfektionen im Mund oder an den Nägeln bemerkt?
  7. Unerklärlicher starker Gewichtsverlust in letzter Zeit?
  8. Liegt ein erhöhtes Risiko für eine HIV-Infektion vor? (Durch ungeschützten Anal- oder Vaginalgeschlechtsverkehr)
  9. Ist vermehrt anhaltender trockener Husten aufgetreten?

Werden viele dieser Fragen mit ja beantwortet, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Das Risiko, dass der Husten durch eine HIV-Infektion entstanden ist, ist dann deutlich erhöht.

Zu beachten

Sobald über einen längeren Zeitraum ein Husten besteht, der durch keine anderen Ursachen erklärt werden kann und nicht reversibel ist, ist ein Arztbesuch erforderlich. Es gilt zu beachten, dass bei einer frischen HIV-Infektion ein HIV-Test falsch negativ ausfallen kann, da noch keine Antikörper gegen das Virus nachgewiesen werden können.