- Kalte Füße und Frösche im Hals – Die ersten Anzeichen einer Erkältung

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Frosch © panthermedia.net / dirkercken

„Frosch im Hals“, kalte Füße und Niesen sind erste Zeichen einer anstehenden Erkältung. Doch wieso kündigen sie eine Erkältung an? Welche weiteren Vorboten lassen eine Erkältung vermuten? Kann durch frühzeitiges Erkennen der Krankheitsausbruch oder der Krankheitsverlauf beeinflusst werden? Die Beantwortung dieser Fragen und weitere Tipps rund um eine Erkältung werden im folgenden Artikel unter die Lupe genommen.

Symptome erkennen

Damit eine Erkältung schnell erkannt werden kann, müssen ihre einzelnen Phasen gut verstanden werden. Die erste Phase beschreibt die Aufnahme der Krankheitserreger in den Körper.

Folgende Voraussetzungen sind dafür nötig:

Zum einen müssen Krankheitserreger in den Bereich der Atemwege gelangen. Dies geschieht beispielsweise durch Kontakt mit erkrankten Personen. Die Erreger können durch Berührungen weitergegeben werden, oder haften auf Oberflächen. Hände schütteln, Umarmungen, Benutzen gleicher Gegenstände sind typische Übertragungsmöglichkeiten. Zum anderen müssen die Bedingungen in den Atemwegen und des Immunsystems für eine Infektion geeignet sein. Beispielsweise sind die Atemwegsschleimhäute bei Kälte weniger stark durchblutet, wodurch Immunzellen die angegriffenen Zellen schlechter erreichen können. Starke körperliche Anstrengung führt zur Schwächung des Immunsystems und bietet dadurch ebenfalls eine erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung.

Viren© panthermedia.net / vitanovski

In der zweiten Phase beginnt die Inkubationszeit. Die auf der Schleimhautoberfläche haftenden Viren dringen in die Zellen der Atemwege ein. Darin vermehren sie sich und befallen dann weitere Zellen. Nach 1 bis 3 Tagen führt diese Ausbreitung zur Reizung der Atemwegsschleimhäute. Die Reizung und die beginnende Reaktion des Körpers führen daraufhin zur dritten Phase. Sie beschreibt das Auftreten der ersten Anzeichen einer Erkältung[1]:

 

  • Kitzeln, Brennen und Trockenheitsgefühl in Nase und Rachen
  • Halsschmerzen und Brustschmerzen (Thoraxschmerzen)
  • Unwohlsein und Schwächegefühl mit Frösteln
  • Frieren abwechselnd mit Hitzegefühl
  • Kopfdruck
  • Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit
  • evtl. erhöhte Körpertemperatur bis 38°C (subfebril)[2]

Die wichtigste Erkenntnis aus den obigen Erklärungen ist:
Während der ersten Anzeichen einer Erkältung hat ein Befall von Zellen der Atemwegsschleimhaut bereits stattgefunden.

Erkältung verhindern?

Die meisten Hinweise zur Verhinderung einer Erkältung zielen jedoch auf den Zeitpunkt vor dem Kontakt mit dem Erreger ab. Beispiele hierfür sind Hygienemaßnahmen, Grippeschutzimpfung, Stärkung des Immunsystems durch körperliche Fitness oder durch eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung[3]. Zeigen sich erste Anzeichen einer Erkältung, hat die Erkrankung bereits begonnen. Das Immunsystem war geschwächt genug, die aufgenommenen Erreger in den Körper eindringen zu lassen. Die Verhinderung des Krankheitsausbruchs durch das frühe Erkennen der Vorboten ist demnach nicht möglich.

Symptome lindern

antibiotische Behandlung© fotolia.com / Kadmy

Im Gegensatz dazu können durch eine schnelle Behandlung die Symptome gemildert und eine Verschlimmerung der Erkrankung verhindert werden. Der Krankheitsverlauf kann folglich durchaus positiv beeinflusst werden. Zunächst sollte auf Ruhe und viel Schlaf geachtet werden. Zur Bekämpfung der Infektion benötigt der Körper reichlich Energie. Die Regeneration während des Schlafs ist dafür die beste Voraussetzung. Weiterhin muss ausreichend Flüssigkeit aufgenommen werden. In der vierten Phase der Infektion produziert der Körper Schleim. Dieser bindet die Krankheitserreger und kann danach mit ihnen geschluckt oder ausgeworfen werden. Da der Schleim hauptsächlich aus Wasser besteht, sollte die Flüssigkeitsaufnahme zwischen 1,5 und 2 Litern pro Tag betragen. Wird die Flüssigkeit heiß getrunken, konnte in einer Studie eine deutliche Symptomverbesserung nachgewiesen werden[4]. Zur Unterstützung des Immunsystems sind besonders Antioxidantien von Bedeutung. Diese Stoffe können freie Radikale binden, welche bei Entzündungen freigesetzt werden und Zellen schädigen. Beispiele für Antioxidantien sind Vitamin C, E und Zink. Zitrusfrüchte, Paprika, Pflanzenöle, Fleisch und Käse beinhalten viele dieser Stoffe. Zahlreiche Studien untersuchten, ob eine zusätzliche Einnahme von Antioxidantien eine Verbesserung der Krankheitsverläufe zur Folge hat. Für Zink konnte dies in Studien nachgewiesen werden[5]. Bei Vitamin C gibt es dahingehend geteilte Meinungen[6][7].
Für die Durchblutungsförderung der Atemwegsschleimhäute kann ein Dampfbad oder eine Inhalation mit heißem Wasserdampf durchgeführt werden. Durch die Verbesserung der Durchblutung können Immunzellen des Körpers die angegriffenen Schleimhäute besser erreichen. Sind die ersten Anzeichen überschritten und die Hauptphasen der Erkältung erreicht, stehen weitreichende Behandlungsvarianten zur Auswahl.

Wichtig ist folgender Hinweis:

Eine antibiotische Behandlung ist in den meisten Fällen nicht empfohlen. In 80-90% der Fälle wird eine Erkältung durch Viren, wie Adeno-, Rhino- und Myxoviren, ausgelöst[8]. Da Antibiotika nur gegen Bakterien und nicht gegen Viren wirken, kommen in den meisten Fällen nur die Nebenwirkungen der Medikamente zum Tragen.

Symptome abgrenzen

Grundsätzlich heilt eine Erkältungserkrankung nach 5 bis 10 Tagen vollständig aus. Kommt es zu keiner Symptomverbesserung und zur deutlichen Überschreitung dieser Zeitdauer, sollte ein Arztbesuch erfolgen. Denn hinter den Symptomen könnten sich auch andere Erkrankungen verbergen[1]:
Beispielsweise kann die Abgrenzung zur Grippe (Influenza) schwierig sein. Sie besitzt einen plötzlich einsetzenden Beginn mit deutlich schwererem Verlauf. Der Betroffene leidet unter hohem Fieber bis 40°C, trockenem Husten, Kopf- und Gliederschmerzen. Das Krankheitsgefühl ist sehr ausgeprägt[9].
Eine ständig laufende Nase und ein nicht enden wollender Schnupfen können durch allergische Erkrankungen der Nase (Rhinopathien) bedingt sein. Ebenso kann der Dauergebrauch von abschwellenden Nasentropfen oder -sprays Entzündungen der Nasenschleimhaut hervorrufen. Diese können sich ähnlich einer Erkältung äußern.
Starker, über lange Zeit bestehender Husten kann von einer asthmatischen Lungenerkrankung kommen. Sind hohes Fieber und Luftnot führende Symptome, könnte ein möglicher Grund eine Lungenentzündung sein.
Selten, aber durchaus vorkommend, ist der Keuchhusten (Pertussis). Er stellt eigentlich eine Kinderkrankheit dar, gegen die geimpft werden kann. Durch das zunehmend zurückhaltende Impfen, kommt es auch im Erwachsenenalter immer häufiger zu Ausbrüchen der Erkrankung. Für Säuglinge kann Keuchhusten lebensbedrohlich verlaufen. Bei älteren Kindern und Erwachsenen können ebenfalls ernsthafte Gesundheitsschäden entstehen. Der charakteristische Husten zeichnet sich durch anfallsweise auftretende Hustenstöße (Stakkatohusten), gefolgt von tiefen Luftziehen aus. Das typische Keuchen kommt durch das plötzliche Einatmen (Inspiration) gegen den geschlossenen Kehldeckel am Ende des Anfalles zustande. Die Hustenattacken gehen häufig mit Hervorwürgen von zähem Schleim und anschließendem Erbrechen einher. Die Attacken können sehr zahlreich sein und treten gehäuft nachts auf[10].

Fazit

Dennoch sollte man sich bei kalten Füßen und „Fröschen im Hals“ eher auf eine Erkältung vorbereiten, als auf eine schwerwiegende Infektionserkrankung. Denn mit 200 Erkrankungen ist die Erkältung immer noch die häufigste Infektion im Leben eines Menschen[11]. Treten erste Anzeichen einer Erkältung auf, ist der Ausbruch der Erkrankung leider nicht mehr zu verhindern. Frühes Erkennen und Handeln können jedoch die Schwere des Verlaufs entschieden mildern.

Quellenangaben:

[1] Michael M. Kochen: Duale Reihe Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Georg Thieme Verlag, 2006, S. 381-389
[2] Pschyrembel, W. et al.: Pschyrembel klinisches Wörterbuch: Mit klinischen Syndromen und Nomina Anatomica. De Gruyter, 1986, S. 1618
[3] „Erkältung effektiv verhindern“,https://www.erkaeltet.info/erkaeltung/praevention/eine-erkaeltung-effektiv-verhindern/, 06.08.2015
[4] Sanu, A.; Eccles, R.: „Heiße Getränke gegen Schnupfen“, Rhinology, 4/2008
[5] Valentiner-Branth, Palle: „The effect of zinc therapy on common cold–a survey of a Cochrane review“, Ugeskrift for laeger, 1-2/2012
[6] Douglas, R. M.; Hemila, H.; D’Souza, R.; Chalker, E. B.; Treacy, B.: „Vitamin C 2“, The Cochrane database of systematic reviews, 4/2004
[7] Hemilä, Harri; Chalker, Elizabeth: „Vitamin C for preventing and treating the common cold“, The Cochrane database of systematic reviews, 1/2013
[8] Hendrik Lehnert: Innere Medizin. Georg Thieme Verlag, 2006, S. 601
[9] Hendrik Lehnert (2006): S. 838
[10] „Pertussis (Keuchhusten)“,http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Pertussis.html, 07.08.2015
[11] „Erkältungen“,http://www.uniklinikum-saarland.de/fileadmin/UKS/Lehre/Studiengaenge/Humanmedizin/2.Studienabschnitt/Allgemeinmedizin/Downloads/WS1415/Erkaeltungen
2014.pdf, 07.08.2015