- Massagen und Akupunktur für Körper und Geist – TCM Methoden gegen Erkältung

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Die fünf Elemente © fotolia.com / imaginando

Wenn uns ein Wetterumschwung im Herbst oder die winterliche Kälte das Immunsystem schwächen, passiert es schnell, dass wir uns eine Erkältung einfangen. Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) geschieht dies auf Grund störender Umweltfaktoren wie Wind, Kälte und Feuchtigkeit, die in unseren Körper eindringen. Laut der TCM soll ein eingedrungener Windstoß von unserer Abwehrkraft, die wei qi genannt wird, durch Niesen oder Husten wieder nach außen befördert werden können. Eingedrungene Feuchtigkeit zeige sich durch häufiges Naseputzen, verdickte Schleimhäute oder verstopfte Atemwege. Auch Kälte kann in uns eindringen, wir beginnen zu frieren und zu frösteln (Schüttelfrost). Nach der These der TCM steigt die Erkältungsgefahr bei einer Regulationsstörung der fünf Elemente (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) an. Dies kann eintreten, wenn wir z.B. gestresst und erschöpft sind oder uns falsch ernähren.[1]

Traditionelle chinesische Medizin

Der Fluss der Lebensenergie, das sogenannte Qi („tschi“), steht im Zentrum der Traditionellen Chinesischen Medizin und ist die emotionale Energie und Lebenskraft, die durch Körper, Seele und Geist fließt. Der natürliche Fluss des Qi auf Energie-Leitbahnen (sog. Meridianen) kann unter bestimmten Umständen außer Gleichgewicht geraten. Der Körper reagiert darauf mit Beschwerden und Krankheiten. In der TCM gibt es zwei grundlegende Theorien. Zum einen wird von dem sog. Yin-Yang-Gleichgewicht gesprochen. Dabei geht es um Gegensätze und Spannungen, die das Qi in Gleichgewicht halten sollen. Zum anderen existiert ein komplexeres Modell über die Wechselbeziehungen der fünf Elemente, die mit dem ganzen Körper, Körpergefühl und den Organen in Verbindung stehen. Die TCM-Ernährungslehre ordnet beispielsweise Lebensmittel anhand der fünf Elemente ein. In der chinesischen Medizin werden fünf Heilverfahren angewendet: Akupunktur, Massagen, Arzneitherapie, Ernährung nach den fünf Elementen und meditative Verfahren.[2][3]

Anhand archäologischer Funde konnte festgestellt werden, dass chinesische Gelehrte die fernöstliche Heilkunde und deren Deutung von Gesundheit und Krankheit bereits seit über 2000 Jahren anwenden. Ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. postulierte eine Gruppe von Intellektuellen die Vorstellung, dass die Menschen ihr Schicksal in die eigenen Händen nehmen können und es im Gegensatz zu früheren Annahmen nicht durch Dämonen und Ahnen vorbestimmt ist. In Europa und im übrigen Westen ist die chinesische Medizin, insbesondere die Nadeltherapie (Akupunktur), erst in den 1970er Jahren bekannt geworden.[4][5]

TCM bei Erkältungen

Durch Stress, Erschöpfung, Schlafmangel, falsche Ernährung oder zu wenig Bewegung kann es laut TCM zu Regulationsstörungen der fünf Elemente und damit zu steigender Erkältungsgefahr kommen. Dringen Wind, Kälte und Feuchtigkeit in den Körper ein, reagiert dieser mit Halsschmerzen, Husten, leichtem Fieber, Kopfschmerzen und Schnupfen.

TCM© fotolia.com / marilyn barbonel

Bei einer beginnenden Erkältung raten die Lehren der TCM, sich auszuruhen, wärmende Tees und Kräuter zu sich zu nehmen und zu schwitzen. Frischer Ingwer und Zimt wirken wärmend auf den Körper, Ingwer-Tee mit Honig kann laut TCM Wind und Kälte lösen und den Körper stärken. Bei bereits bestehendem Fieber oder heißem Kopf werden kühlende Kräuter wie Pfefferminze oder Zitrone empfohlen. Zusätzlich empfiehlt die TCM in der akuten Erkältungsphase auf Milchprodukte, Zucker und Fleisch zu verzichten und dafür kräftigende Suppen und Reis zu sich zu nehmen. Weitere hilfreiche Tipps bei Erkältungen können hier nachgelesen werden.

Bei Erkältungserkrankungen werden vorwiegend chinesische Arzneitherapien wie Heilkräuter verwendet. Zusätzlich werden in der TCM Druckpunkte der insgesamt zwölf Energiebahnen (Meridiane) beschrieben, die bei Aktivierung helfen sollen, die Erkältungsdauer zu verkürzen. Die Stimulation kann durch Nadelstiche (Akupunktur), Massage (Akupressur), Schröpfen oder Moxibustion (punktuelle Wärmestimulation, auch Moxa-Therapie genannt) erfolgen. Studien konnten zeigen, dass Akupunktur-Behandlungen bei verschiedenen Beschwerden und Erkrankungen, wie Erkältungen, Migräne, Rücken- und Knieschmerzen, aber auch bei psychischen Beschwerden hilfreich sein können. Forscher fanden zudem heraus, dass selbst Scheinakupunkturen lindernd wirken können. Dabei werden Akupunkturnadeln an willkürlich gewählten Körperstellen gesetzt, die sich nicht an die chinesischen Akupunkturpunkte halten. Die moderne Theorie der Psychosomatik stellt, wie die alten chinesischen Lehren, Wechselwirkungen und Zusammenhänge zwischen Körper, Gefühlen und Umfeld dar, die für den Heilungs- und Genesungsprozess sehr wichtig sind. Für die Gesundheit und Krankheit spielt also die Beziehung von körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren eine große Rolle.[6][7][8][9][10]

TCM und Krankenkassen

Akupunktur© panthermedia.net / yanc

In Deutschland wird die Akupunktur bei chronischen Rücken- und Knieschmerzen im Regelfall von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Zu beachten gilt dabei, dass die gesetzlichen Krankenkassen nur die Leistungen von Ärzten mit entsprechender Zusatzausbildung übernehmen, nicht aber von Heilpraktikern. Auch weiterführende Akupunkturbehandlungen werden aufgrund der fehlenden eindeutigen Studienlage nicht übernommen. Privatkassen übernehmen häufig zusätzliche Leistungen der TCM, daher wird geraten, sich vor der Behandlung genauer über eine eventuelle Kostenübernahme zu informieren.[11][12][13] In Österreich ist die Rückerstattung von chinesischen Arzneitherapien und Akupunktur nicht einheitlich geregelt und variiert je nach Bundesland. Auch hier gilt es, sich bei seiner Zusatzversicherung zu erkundigen, ob Leistungen erstattet werden können.[14] In der Schweiz werden Akupunktur, Phytotherapie und Homöopathie von den Krankenkassen übernommen, wenn sie von Ärzten mit entsprechender Weiterbildung durchgeführt werden.[15]

Fazit

In der Traditionellen Chinesische Medizin steht nicht die Krankheit, sondern der Patient mit Körper, Seele und Geist im Vordergrund. Die Krankheit wird als körperliches und seelisches Ungleichgewicht betrachtet, weshalb die TCM versucht, die körperliche Harmonie wiederherzustellen. Bei einigen Beschwerden, insbesondere bei chronischen Leiden, wie Rücken- und Kopfschmerzen, kann die TCM als zusätzliche Maßnahme zur Schulmedizin äußerst hilfreich sein. Akute und lebensbedrohliche Erkrankungen sollten dennoch hauptsächlich durch die Schulmedizin behandelt werden.[16]

Quellenangaben:

[1] Dr. med. Dunja Petersen, „Erkältung aus der Sicht der Chinesischen Medizin“, http://chinesische-medizin-kiel.de/2013/10/erkaltung-aus-sicht-der-chinesischen-medizin-vorbeugung-und-chinesische-hausmittel/, 17.07.2015
[2] Dr. med. Dunja Petersen, „Chinesische Medizin“, http://chinesische-medizin-kiel.de/chinesische-medizin/, 17.07.2015
[3] „Geschichte und Grundlage der TCM“, http://www.tcm-zentrale.com/allgemeine-tcm-informationen/grundlagen.html, 17.07.2015
[4] „Die Wiederkehr der TCM“, http://www.spektrum.de/news/die-erstaunliche-wiederkehr-der-traditionellen-chinesischen-medizin/1183997, 17.07.2015
[5] Ulrike Abel-Wanek, „Im Westen was Neues“, http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=48413, 17.07.2015
[6] Dr. med. Dunja Petersen, „Grundlagen der TCM“, http://chinesische-medizin-kiel.de/2012/01/grundlagen-der-tcm/, 17.07.2015
[7] „Erkältung“, http://www.tcm-shanghai.com/de/erkaeltung.html, 17.07.2015
[8] „Erkältung aus Sicht der TCM“, http://www.tcm-salzburg.at/assets/DZ-Salzburg/download/TCM-Erkaeltung.pdf, 17.07.2015
[9] „Akupunktur für Psychosomatik“, http://www.pressetext.com/news/20090703017, 17.07.2015
[10] „Psychosomatik“, http://www.oegppm.at/default3.asp?active_page_id=338&parent_page_id=262&pparent_page_id=1, 27.07.2015
[11] „Zusätzliche Naturheilverfahren“, https://www.gesetzlichekrankenkassen.de/leistungsvergleich/natur/natur.html, 17.07.2015
[12] „Naturheilverfahren“, http://www.securvita.de/krankenkasse/leistungen/naturheilverfahren.html, 17.07.2015
[13] „Gesetzliche Kassen übernehmen nur Schmerzbehandlung“, http://www.fid-gesundheitswissen.de/tcm/tcm-krankenkasse/tcm-gesetzliche-kassen-uebernehmen-nur-schmerzbehandlung/, 17.07.2015
[14] „Akupunktur“, http://www.gesund.at/f/akupunktur, 17.07.2015
[15] „Grundversicherung“, https://www.comparis.ch/krankenkassen/info/glossar/leistungen-krankenpflegeversicherung.aspx#punkt19, 17.07.2015
[16] Hartmut Morck, „Sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin“, http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=21030, 17.07.2015