Schnupfen Beim Baby: Anwendungen

Inhalieren bei Schnupfen (Baby)

© PantherMedia / Jaroslaw Grudzinski

Ein gewöhnlicher Schnupfen zählt zu den unangenehmen Begleiterscheinungen der Winterzeit und ist für Kinder und Erwachsene eine zwar lästige, aber im Grunde banale Angelegenheit. Für Babys ergeben sich jedoch mitunter schwerwiegendere Probleme, zumal Kinder im Säuglingsalter auf eine freie Nasenatmung angewiesen sind.[1] Die resultierende Trinkunlust bei „verstopfter Nase“ kann schnell zu einem unausgewogenen Flüssigkeitsgleichgewicht sowie zu Gewichtsverlust führen. Im Folgenden wird daher nicht nur erklärt, wieso es bei Schnupfen zum Anschwellen der Schleimhäute kommt, sondern auch, wie man dieses Beschwerdebild mit bewährten Hausmitteln lindern kann.

Medizinische Fakten

Bei Schnupfen handelt es sich meist um eine Infektion mit Rhino- oder Adenoviren. Diese sind, wie die meisten Viren, bei kühlen Außentemperaturen und bei niedriger Luftfeuchtigkeit in geheizten Innenräumen besonders widerstandsfähig. Die Schleimhäute des Atemtraktes trocknen bei diesen Bedingungen aus und erfüllen ihre Schutzfunktion gegen das Eindringen von Krankheitserregern nicht mehr richtig.[2] Typischerweise geschieht die Ansteckung über eine Tröpfchen- bzw. Schmierinfektion beim Abhusten, Anniesen oder bei einem Händedruck. Zu den typischen Symptomen zählen neben Abgeschlagenheit sowie Kopf- und Gliederschmerzen eine vermehrte Nasensekretion sowie eine erschwerte Nasenatmung (nasale Kongestion) durch die angeschwollenen Schleimhäute. Die Krankheitszeichen treten allmählich in Erscheinung und verschwinden nachetwa sieben Tagen von selbst.[3]

Biologischer Zusammenhang

Wie bereits geschildert, befallen die Krankheitserreger die Schleimhäute des Atemtraktes und veranlassen die lokalen Körperzellen dazu, weitere Viren zu produzieren. Das Immunsystem des Körpers greift die befallenen Zellen jedoch im Sinne einer als Entzündung bezeichneten Abwehrreaktion an. Die dabei von den Abwehrzellen freigesetzten Botenstoffe verursachen die oben genannten Begleiterscheinungen eines Schnupfens. Die sogenannten Leukotriene sind beispielsweise für die Weitstellung der Gefäße verantwortlich. Die dadurch gesteigerte Durchblutung verursacht das Anschwellen der Schleimhäute und erschwert die Nasenatmung.[4] Das Hormon Histamin bewirkt den vermehrten nasalen Sekretfluss.[5] Dieses als Rhinorrhoe bezeichnete Symptom hilft dabei, die Anzahl der Viren zu senken, indem abgestorbene, vorher von Viren befallene Zellen abtransportiert werden.

Inhalation bei Schnupfen?

Das Inhalieren von isotoner Kochsalzlösung oder Kamillensud wirkt abschwellend, weil die Befeuchtung der Schleimhäute den oben beschriebenen Abtransport abgestorbener Zellen unterstützt und so einen Beitrag zur Senkung der lokalen Viruszahl leistet. Besonders der Kamille werden darüber hinaus entzündungshemmende und desinfizierende Eigenschaften zugeschrieben. Zusätzlich zu den Inhalationen kann mit einem Wattestäbchen Muttermilch auf die Nasenschleimhäute gestrichen werden: Die darin enthaltenen Abwehrstoffe (IgA-Antikörper) können einen Beitrag zur Bekämpfung des Infekts leisten.[6]

Zu beachten

Ätherische Öle dürfen Inhalationen für Babys nicht beigemischt werden, weil sie die Schleimhäute zusätzlich reizen können. [6] Sollte zu den schnupfenartigen Beschwerden plötzlich Fieber über 38,5 °C auftreten, muss umgehend ein Arztaufgesucht werden, um mögliche andere Grunderkrankungen auszuschließen.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen