Schnupfen Beim Kind: Im Alltag

Schnupfen (Kind) u. fliegen

© PantherMedia / Danil Roudenko

Schnupfen (Rhinitis) ist eine Entzündung der Nasenschleimhaut. Eine Rhinitis kann in jedem Lebensalter auftreten, Kinder sind jedoch häufiger betroffen als Erwachsene. Bei einer Rhinitis können die Nasenschleimhäute anschwellen. Breitet sich die Infektion aus, so kann die Verbindung zwischen Rachen und Mittelohr, durch die der Druckausgleich beim Fliegen erfolgt, zuschwellen. In bestimmten Fällen wird daher davon abgeraten, mit einem Kind mit Schnupfen eine Flugreise anzutreten.

Was genau passiert bei einer Erkältung? Wie erfolgt der Druckausgleich? Und warum kann Fliegen bei Schnupfen gefährlich sein? Diese Fragen sollen im Folgenden geklärt werden.

Medizinische Fakten

Schnupfen wird in den meisten Fällen durch eine Infektion mit Viren (seltener mit Bakterien) hervorgerufen. Die Krankheitserreger befallen u.A. die Schleimhäute der Nase. Zu einer vermehrten Abgabe von Nasensekret kommt es durch die Reaktion des Immunsystems auf die Krankheitserreger. Im Nasensekret befinden sich Immunzellen und abgetötete Krankheitserreger.Durch die Infektion können die Schleimhäute anschwellen. Dadurch wird die Nasenatmung beeinträchtigt.

Hat ein Kind einen leichten Schnupfen, bei dem lediglich die Nasenschleimhäute befallen sind, ist Fliegen in der Regel kein Problem. Schwierig wird es, wenn sich die Krankheitserreger im Körper ausbreiten. Dann kann unter anderem der Rachenbereich anschwellen. Der Druckausgleich vom Mittelohr wird schwierig oder unmöglich und kann es kann eine reversible verminderte Hörfähigkeit resultieren.

Hat ein Kind einen Schnupfen, so sollte auf jeden Fall vor einer Flugreise ein Arzt konsultiert werden. Dieser führt Druckmessungen am Ohr aus und kann für den individuellen Fall eine Empfehlung aussprechen, ob eine Flugreise trotz Schnupfen möglich ist.[1][2]

Biologischer Zusammenhang

Im Normalfall ist die Tuba auditiva geschlossen. Der Außendruck und der Druck im Mittelohr sind dann gleich groß. Kommt es zu einer Druckveränderung, so wird die Tuba auditiva durch an ihr haftende Muskeln geöffnet und Luft strömt aus dem Mittelohr aus oder ein. Da das Mittelohr ein ansonsten luftdichter Raum ist, ist eine luftdurchgängige Tuba auditiva für den Druckausgleich unabdingbar. Über- oder Unterdrücke können nicht mehr kompensiert werden.

Beim Fliegen beträgt der Druck in der Kabine etwa 75 Prozent des normalen Atmosphärendrucks. Größere Druckunterschiede treten vor allem beim Starten und beim Landen auf. Zu diesen Zeitpunkten sollte es einem Kind unbedingt möglich sein, einen Druckausgleich durchführen zu können.[3]

Zu beachten

Wird eine Flugreise angetreten, obwohl kein Druckausgleich möglich ist, so kann sich bei einem Kind ein schmerzhaftes Barotrauma entwickeln. Dadurch, dass Über- oder Unterdrücke nicht mehr über die Tuba auditiva ausgeglichen werden können, wird das Trommelfell stark belastet. Im Extremfall kann es einreißen.

Wird bei einem leichten Schnupfen beschlossen, eine Flugreise anzutreten, so kann dem Kind durch verschiedene Mittel Hilfestellung beim Druckausgleichgeleistet werden. Dazu gehören:

  • Kind wecken (im Schlaf ist die Zahl der Tubenöffnungen geringer)
  • Kind etwas trinken oder kauen lassen
  • Vor dem Flug vom Arzt genehmigte abschwellende Nasensprays verabreichen[4][5]

Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen