Schnupfen Chronisch: Wiki

Immer Schnupfen (aber keine Allergie)

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Unter Schnupfen (sog. Rhinitis) wird ein Entzündungs-und/oder Irritationszustand der Nasenschleimhäute verstanden, die hierauf mit einer vermehrten Schleimbildung (auch Sekretion genannt) und einer lokalen Schwellung reagieren. Normalerweise tritt Schnupfen im Rahmen eines grippalen Infeks auf und klingt nach einiger Zeit von selbst wieder ab. Eine chronische Rhinitis liegt vor, wenn die Entzündung der Nasenschleimhaut länger als 3 Monate dauert.[1] Hält der Schnupfen über einen längeren Zeitraum an, ist häufig eine Allergie der Auslöser für die ständig laufende Nase. Weitere Gründe für einen dauerhaft anhaltenden Schnupfen sollen im folgenden Text näher erläutert werden.

Ursachen für ständigen Schnupfen (ohne Allergie)

Nasenscheidenwandverkrümmung

Ein Grund für einen dauerhaft anhaltenden Schnupfen kann eine Nasenscheidenwandverkrümmung sein, die auch als Septumdeviation bezeichnet wird. Um diese zu verstehen, muss zunächst ein kurzer Einblick in die Anatomie der Nase geschaffen werden. Die Nase besteht aus zwei Nasenhöhlen, die nach vorne durch die beiden Nasenlöcher mit der Umwelt verbunden sind. Nach hinten sind die beiden Nasenhöhlen durch die sogenannten Choanen oder inneren Nasenlöcher mit dem Rachenraum verbunden. Die Gaumenplatte trennt die Nasenhöhlen vom Mund- und Rachenraum. An den äußeren Nasenwänden befinden sich jeweils drei Nasenmuscheln, die zum einen mit feinen Flimmerhärchen überzogen sind und zum anderen schleimproduzierende Zellen besitzen. Die beiden Nasenhöhlen sind durch die Nasenscheidewand (Septum nasalis) voneinander getrennt.[2] Bei rund 80% der Bevölkerung weißt diese Nasenscheidewand eine leichte Verkrümmung auf, ohne dass dies Auswirkungen auf die Gesundheit hätte. Besitzt das Septum nasalis jedoch eine stärkere Biegung, kann dies durchaus zu Komplikationen führen. Eine Verkrümmung der Nasenscheidewand bringt zwangsmäßig eine Verengung einer der beiden Nasenhöhlen mit sich. An der verengten Stelle sind die Flimmerhärchen in ihrer Transportfunktion beeinträchtigt und es sammeln sich hier vermehrt Viren und Bakterien an. Die Erreger können die Nasenschleimhäute reizen, wodurch vermehrt Nasensekret gebildet wird.[3]

Mukoviszidose

Die Mukoviszidose wird auch Cystische Fibrose genannt und ist eine erblich bedingte Stoffwechselerkrankung, die sich von Geburt an manifestiert. Aufgrund eines Gendefekts kommt es nicht nur in den Atemwegen sondern im ganzen Körper zu einer vermehrten Bildung von zähem Schleim. Heutzutage werden erkrankte Neugeborene mit Hilfe eines umfassenden Screenings meist direkt nach der Geburt diagnostiziert. Aufgrund der vermehrten Schleimbildung können sich Viren und Bakterien leichter in den Atemwegen ansiedeln, wodurch die Schleimhäute gereizt, eine Infektion hervorgerufen und die Schleimsekretion noch einmal verstärkt wird. Obwohl ständiger Schnupfen im Vergleich zu den starken Funktionsstörungen der Lunge und des Darms ein recht harmloses Symptom der Cystischen Fibrose darstellt, kann er dennoch eines der ersten Anzeichen für die Erkrankung sein. Weltweit leiden etwa 70 000 Kinder und junge Menschen an Mukoviszidose, die dank der modernen Medizin eine Lebenserwartung von bis zu 40 Jahren haben können.[4]

Diagnose und Behandlung

Nasenscheidenwandverkrümmung

Leidet ein Patient unter ständigem Schnupfen, sollte ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden. Bei Verdacht auf eine Septumsdeviation wird dieser eine sogenannte Rhinoskopie durchführen, die auch als Nasenspiegelung bezeichnet wird. Mit dieser Methode können sowohl eine Nasenscheidenwandverkrümmung als auch andere anatomische Veränderungen, wie beispielsweise eine Vergrößerung der Nasenmuscheln, ausgeschlossen werden. Ist eine Rhinoskopie zur Diagnosestellung nicht ausreichend, kann auf andere Bildgebungsverfahren wie Röntgen, Computertomographie oder Ultraschall zurückgegriffen werden. Mit Hausmitteln kann zwar nicht der Fehlstellung der Nasenscheidewand entgegengewirkt werden, jedoch gibt es einige Mittel, die den angesammelten Schleim lösen und somit zu einer erleichterten Atmung beitragen. Hierzu gehört zum Beispiel das Inhalieren einer Kochsalzlösung. Dafür wird ein mit Wasser gefüllter Topf zum Kochen gebracht und anschließend 1-2 Teelöffel Kochsalz darin aufgelöst. Die betroffene Person sollte sich über den Topf beugen, um den Dampf einzuatmen. Der Dampf wirkt beruhigend auf die Schleimhäute und fördert die Schleimlösung. Als Alternative zum Salz können dem Wasser auch eine Handvoll Kamillenblüten oder ein paar Tropfen Fenchel- oder Eukalyptusöl beigefügt werden. Der Effekt des Wasserdampfes kann verstärkt werden, indem sich die betroffene Person über den Topf beugt und sich dabei ein Handtuch über den Kopf legt. Hierbei darf die Hitze des Wasserdampfes nicht unterschätzt werden. Eine eingeschränkte Nasenatmung kann akut mit abschwellenden Nasentropfen oder -sprays behandelt werden. Beispiele hierfür sind „Nasenspray ratiopharm Erwachsene – 10ml“, „Nasic Nasenspray (10ml)“ und „Olynth Ectomed Nasenspray“. Auf Grund der Gefahr einer Abhängigkeit sollten diese jedoch nicht länger als 10 Tage am Stück angewendet werden. Bei Therapie-resistenten Atembeschwerden sollte mit dem HNO-Arzt über eine operative Begradigung der Nasenscheidenwand gesprochen werden, um so die Ansiedlung von Viren und Bakterien zu verhindern.[5]

Mukoviszidose

Wie anfangs bereits erwähnt kann ständiger Schnupfen eines der ersten Anzeichen der Mukoviszidose sein. Es kann passieren, dass die Anfangssymptome der Mukoviszidose mit dem Beschwerdebild eines Asthma bronchiale oder einer chronischen Bronchitis verwechselt werden. Die Behandlung der Cystischen Fibrose ist um ein vielfaches anspruchsvoller als die der Septumdeviation und nie kurativ. Es wird entsprechend versucht, die Lebensqualität der Patienten zu heben und ihre Lebenserwartung zu erhöhen. Mit den oben beschriebenen Hausmitteln können zwar die Beschwerden erleichtert, die Krankheit jedoch keineswegs aufgehalten werden. Um die Lungenfunktion zu stabilisieren, wird eine intensive Physiotherapie, bestehend aus Klopfmassagen und Atemgymnastik, die von speziell geschultem Fachpersonal durchgeführt werden sollte, empfohlen. Des Weiteren wird den Patienten nahe gelegt, körperliches Training zu absolvieren und ihre Leistungsfähigkeit zu steigern, da sowohl die Lunge als auch das Herz im Laufe der Krankheit immer stärker belastet werden. Die Patienten werden meist zusätzlich mit Antibiotika behandelt, um bakteriellen Infekten, besonders in den Atemwegen, vorzubeugen.[6]

Zu beachten

Bei einem länger anhaltenden Schnupfen ist es ratsam, mindestens den Hausarzt, besser jedoch den Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufzusuchen.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen