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Nase ständig entzündet

© PantherMedia / Andriy Popov

Wenn von einer Entzündung der Nase (sog. Rhinitis) gesprochen wird, sind meist vor allem die Nasenschleimhäute betroffen. Die Symptome, zu denen eine laufende oder verstopfte Nase, ein Wundgefühl und ständiges Niesen zählen, sind wohlbekannt. Für eine Entzündung der Nase kommen die unterschiedlichsten Ursachen in Frage, u.a. Viren,Allergien, eine Nasennebenhöhlenentzündung und eine Regulationsstörung der Blutgefäße in der Nasenschleimhaut (sog. Rhinitis vasomotorica). Im Folgenden wird auf die Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Risiken einer ständig entzündeten Nase eingegangen.

Ursachen für eine ständig entzündete Nase

Erkältung

Es sind über 200 Viren bekannt, die eine Entzündung der Nasenschleimhaut auslösen können. Besonders leicht können sich die Viren in der kalten Jahreszeit in die Schleimhäute einnisten und ausbreiten. Es wird vermutet, dass die kalte und trockene Luft in dieser Jahreszeit die Schleimhäute austrocknet und anfälliger gegenüber einer Infektion macht. Die Übertragung erfolgt meist per Tröpfcheninfektion, indem beim Sprechen, Niesen und Husten der erkrankten Person kleine Sekrettröpfchen in die Umgebungsluft geraten und von anderen Personen eingeatmet werden. Über diesen Mechanismus können sich die Viren von Mensch zu Mensch ausbreiten und in der Nasen- und Rachenschleimhaut einnisten. Wenn die Viren in der Nase verbleiben, kommt es nach einer Inkubationszeit von 1 bis 3 Tagen zu einer Nasenschleimhautentzündung (sog. Schnupfen). Symptome sind eine laufende oder verstopfte Nase, ein Wundgefühl, andauerndes Niesen, eventuelle Lymphknotenschwellungen im Nackenbereich und leichte Abgeschlagenheit.

Diese wohlbekannten Symptome verschwinden in den meisten Fällen nach einigen Tagen wieder. Der menschliche Körper behält nach fast jeder Infektion Abwehrkräfte zurück. Das kindliche Immunsystem ist noch nicht vollkommen ausgebildet, „lernt“ aber mit jedem überstandenen Infekt hinzu. Daher können gerade bei Kindern in der kalten Jahreszeit oder in der Eingewöhnungszeit in Gemeinschaftseinrichtungen ständig neue Nasenschleimhautentzündungen auftreten.[2]

Allergische Rhinitis (Pollenallergie)

Eine Allergie wird meist im Kindesalter diagnostiziert, kann sich aber auch erst im Erwachsenenalter manifestieren. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem mit einer überschießenden Immunantwort auf einen untypischen Reiz (z.B. Pollen, Tierhaare). Wenn etwa Pollen eingeatmet werden, erkennen spezialisierte Zellen (Mastzellen) diese und setzen Entzündungsstoffe frei. Die Entzündungsstoffe (z.B. Histamin und Leukotriene) bewirken eine Schwellung der Nasenschleimhaut. Dies führt zu einer anfallsartig laufenden Nase mit starkem Niesen. Meist sind zusätzlich die Augen gerötet und tränen. Im Rahmen der Spätreaktion einer Allergie werden Entzündungszellen angelockt, die die Reizung der Nasenschleimhaut aufrechterhalten. Im Falle einer bestehenden Allergie gegen Pollen treten die Allergie-bedingten Symptome in den typischen Pollenflugzeiten auf und können in dieser Zeit zu einer ständigen Entzündung der Nase führen. Dies gilt ebenso für Allergien gegen Tierhaare oder Nahrungsmitteln, bei denen die geschilderten Symptomatik bei Kontakt mit dem jeweiligen Allergen auftreten.[2]

Chronische Nasennebenhöhlenentzündung (chronische Sinusitis)

Die Nasennebenhöhlen haben die Aufgabe, die eingeatmete Luft zu befeuchten und anzuwärmen, bevor diese in die Lunge gelangt. Es gibt insgesamt vier paarig angelegte Nasennebenhöhlen. Beim Erwachsenen sind von Entzündungen meist die Stirnhöhle und Keilbeinhöhle betroffen, bei Kindern hingegen hauptsächlich die Kiefernhöhle und Siebbeinzellen. Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung tritt oftmals im Rahmen einer Erkältung auf, wenn die Erreger von der Nasenschleimhaut in die Nebenhöhlen aufsteigen. Die Nasenschleimhaut bildet ständig neuen Schleim, in dem kleine Partikel wie Viren, Bakterien, Staub und Pollen hängenbleiben. Dieser Schleim wird von Flimmerhärchen abtransportiert. Wenn dieser Abtransport durch anatomische Besonderheiten wie Nasenpolypen, eine verschobene Nasenscheidewand oder Engstellen behindert ist, kommt es zu einem Sekretstau. Dieser ist häufig die Ursache für eine chronische Entzündung, die sich wie folgt äußern kann:[3]

  • Kopfschmerzen und Druckgefühl im Kopf 
  • Verstopfte Nase, manchmal nächtlicher Schnupfen
  • Husten, da Sekret in den Rachenraum fließen kann Vasomotorischer Schnupfen (Rhinitis vasomotorica)

Das Beschwerdebild ähnelt dem allergischen Schnupfen, es ist jedoch keine allergische Ursache nachweisbar. Meist liegt eine Regulationsstörung der Blutgefäße der Nasenschleimhaut zu Grunde. Vegetative Nerven stellen die Gefäße entweder weit oder eng. Je nach Gefäßspannung sind diese mit viel oder wenig Blut gefüllt. Wechsel von warmen zu kalten Räumen, Genuss von heißen Getränken oder Alkohol, Stress und seelische Belastung können die Durchblutung der Nasenschleimhautgefäße stark steigern. Durch die verstärkte Blutzufuhr kommt es zu einer Schwellung der Nasenschleimhaut mit wässrigem Schnupfen, Niesreiz, Niesattacken und behinderter Nasenatmung.[1]

Behandlung einer ständig entzündeten Nase

Wichtig ist es, dem Körper viel Flüssigkeit zuzuführen, damit sich der Schleim löst und flüssig bleibt. Darüber hinaus sollte der Körper vorerst geschont werden. Folgende Maßnahmen können den Körper bei der Genesung unterstützen:

Befeuchtung

Die Atemwege sollten feucht gehalten werden, um das Sekret zu verflüssigen. Hierfür ein feuchtes Handtuch auf die warme Heizung legen. Eine große Gemüsezwiebel in Scheiben scheiden und diese auf dem Handtuch platzieren. Die feuchten Zwiebeldämpfe wirkenschützend, desinfizierend und keimtötend auf die angegriffene Schleimhaut. Ursache sind die in der Zwiebel enthaltenen Antioxidantien und Schwefelverbindungen (Sulfide).

Nasentropfen aus Salzwasser

Nasentropfen aus Salzwasser sind bei einer verstopften Nase ein wirksamer Schleimlöser. Um die beste Wirkung erzielen zu können, muss eine isotonische Kochsalzlösung hergestellt werden. 9 Gramm Kochsalz (NaCl) werden in einem Liter abgekochten lauwarmen Wasser aufgelöst. Mit einer Pipette werden die Tropfen bei Bedarf in die Nase geträufelt. Sobald die Tropfen auf die Schleimhaut gelangen, zieht das enthaltene Salz Wasser an (sog. Osmose). Der Schleim wird dünnflüssiger und die Nase wird als weniger verstopft empfunden. Alle 2 Tage sollten die Nasentropfen aufs Neue angesetzt werden, damit sich keine Erreger ansiedeln können.

Allergische Rhinitis

Nicht selten verschwindet der allergische Schnupfen im Laufe des Alterns wieder. Dennoch sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die genaue Ursache zu identifizieren. Unbehandelte Allergien können sich verschlimmern und zusätzlich ein Asthma bronchiale verursachen(Etagenwechsel von der Nase zu den Bronchien). In erster Linie muss der Auslöser (Allergen) gemieden werden. Allgemeine Maßnahmen können die Erkrankung positiv beeinflussen. Bei starken Allergien können Medikamente verschrieben werden, die die Symptome lindern.[4]

  • Starke Reize wie Tabakrauch und verschmutzte Luft können eine allergische Reaktion auslösen und sollten gemieden werden. Die Umgebungsluft sollte so sauber wie möglich sein. Daher erleben die meisten Allergiker bei einem Urlaub am Meer oder in den Bergen eine kurzzeitige Besserung.
  • Im Winter können die Wohnräume durch ständiges Heizen stark austrocknen. Dies begünstigt die Einnistung von Viren und eine Erkältung. Ständig wiederkehrende Erkältungen können den allergischen Schnupfen verschlimmern. Für ausreichend Luftfeuchtigkeit und eine hohe Flüssigkeitszufuhr sollte gesorgt werden.
  • Klimaanlagen sollten gemieden werden, da diese trockene Luft erzeugen und Keime verbreiten können.
  • Besonders Vitamin D wird ein positiver Effekt auf Allergien nachgesagt. Durch UV-Licht kann der Körper dieses selbst produzieren. Dies ist eine der möglichen Ursachen dafür, dass sich Allergien bessern, wenn sich Allergiker an der Sonne und frischen Luft aufhalten. (Auf die Pollenflugsaison achten!)

Chronische Nasennebenhöhlenentzündung

Bei Verdacht auf eine chronische Entzündung sollte ein Arzt aufgesucht werden, da die Gefahr besteht, dass sich die Entzündung auf umlegende Strukturen ausbreitet (z.B. Augen oder Hirnhaut). Von ärztlicher Seite sollte geklärt werden, ob anatomische Besonderheitenvorliegen, die einen Sekretstau begünstigen. Es muss ein ununterbrochener Sekretabfluss sichergestellt sein, damit Viren und Bakterien aus dem Körper transportiert werden können. Als der beste Schleimlöser gilt eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Diese bewirkt eine Verflüssigung des Schleimes. [3]

Vasomotorischer Schnupfen

Wenn sich der auslösende Reiz (z.B. Alkohol) feststellen lässt, sollte dieser anschließend konsequent gemieden werden. Zusätzlich könnenKneipp-Kuren die Gefäße in der Nasenschleimhaut „trainieren“. Durch mehrmals tägliches Hochschnupfen von eiskaltem Wasser verbessert sich die Fähigkeit der Blutgefäße, die Wandspannung zu regulieren. Allgemeine Maßnahmen ähneln denen des allergischen Schnupfens. Verunreinigte und trockene Luft sollte daher gemieden werden. Um eine Allergie auszuschließen, kann ärztlicher Rat hinzugezogen werden. In schweren Fällen hat der Arzt die therapeutischen Möglichkeiten, mit einem kortisonhaltigen Nasenspray oder einem Antihistaminikum zu intervenieren.[1]

Zu beachten

Besonders bei Kindern können einige Erkältungen hintereinander auftreten. In der Eingewöhnungszeit in Gemeinschaftseinrichtungen können bis zu 10 bis 12 Erkältungen im Jahr normal sein. Eine Pollenallergie sollte ernst genommen werden, da es zu einem „Etagenwechsel“ vom allergischen Schnupfen zum allergischen Asthma kommen kann. Ein Allergologe sollte daher stets hinzugezogen werden. Eine chronische Sinusitis sollte von einem HNO-Arzt untersucht und behandelt werden, um Komplikationen zu vermeiden. Der vasomotorische Schnupfen ist eine Ausschlussdiagnose und kann erst nach Ausschluss einer Allergie gestellt werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen