Schnupfen Chronisch: Ursachen

Chronischer Schnupfen durch Nasenspray?

© PantherMedia / Andriy Popov

Chronischer Schnupfen ist Schnupfen (Rhinitis), der über mehr als vier bis sechs Wochen lang anhält. Er kann sich zum Beispiel im Rahmen einer chronischen Atemwegsinfektion entwickeln. Eine weitere potenzielle Entstehungsursache ist der falsche Gebrauch von Nasenspray.

Wie chronischer Schnupfen entsteht, warum Nasenspray eine Ursache sein kann und was zu beachten ist, soll im Folgenden erklärt werden.

Medizinische Fakten

Chronischer Schnupfen ist in den meisten Fällen auf eine dauerhafte Überreizung der Schleimhäute der Nase zurückzuführen. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein. Unter anderem kommen infrage:

  • Häufige Erkältungen
  • Allergien
  • Ständige Einwirkung von Reizen
  • Anatomische Verformungen (Septumdeviationen)

Chronischer Schnupfen zeigt sich durch eine ständig zugeschwollene Nase, vermehrte Sekretproduktion und eventuellen Niesreiz in der Nase.[1]

Auch der dauerhafte Gebrauch von Nasenspray kann zu chronischem Schnupfen führen. Dies hängt mit dem Rebound-Phänomen zusammen, das sich durch den langen Gebrauch von abschwellenden Nasensprays einstellen kann.[2]

Biologischer Zusammenhang

Abschwellende Nasensprays wirken auf bestimmte Rezeptoren der Nasenschleimhaut. Sie sorgen dafür, dass sich angeschwollene Blutgefäße kontrahieren und somit verengen. Dadurch schwellen auch angeschwollene Nasenschleimhäute wieder ab.

Viele der handelsüblichen Nasensprays wirken dabei auf den Körper ähnlich wie Drogen: Der Körper gewöhnt sich an die Anwesenheit der Substanzen. So werden körpereigene Transmitter, die normalerweise für die regelhafte Durchblutung der Nase verantwortlich sind, abgebaut. Wird dann das Nasenspray abgesetzt, sind zu wenig körpereigene Transmitter vorhanden, um eine normale Durchblutung gewährleisten zu können. Dadurch kommt es zum Anschwellen der Nasenschleimhäute, wenn das Nasenspray abgesetzt wird. Mediziner sprechen vom sogenannten Rebound-Effekt.[3]

Zu beachten

Der sogenannte Rebound-Effekt tritt vor allem bei Kindern stark auf. Diese haben noch viel empfindlichere Atemwege als Erwachsene und reagieren somit auch auf externe Einflussfaktoren empfindlicher. Bei Kindern sollten deshalb abschwellende Nasensprays nie länger als drei bis fünf Tage angewandt werden. Bei Erwachsenen ist von einer Anwendungsdauer abzuraten, die eine Woche überschreitet.

Um den Rebound-Effekt zu umgehen, wird Nasenspray empfohlen, das auf Meersalzbasis beruht. Dieses wirkt schonender und löst im Körper keinen Gewöhnungseffekt aus. Es kann also ohne Probleme nach einer Behandlung wieder abgesetzt werden.[4]


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen