Schnupfen Laufende Nase: Ursachen

Laufende Nase (bei Kälte)

© PantherMedia / Robert Bayer

Es passiert häufig, dass nach längerem Aufenthalt in der Kälte die Nase anfängt zu laufen.

Dieses Phänomen hat jedoch in den meisten Fällen keinen direkten Krankheitswert, sondern ist vielmehr ein physiologischer Vorgang, der sogar einen schützenden Effekt auf unseren Organismus hat.[1]

Im Folgenden sollen die medizinischen Fakten, die biologischen Zusammenhänge und die präventiven Maßnahmen näher beleuchtet werden.

Medizinische Fakten

Die Atemwege sind nicht nur für den Transport der eingeatmeten Luft verantwortlich, sondern erwärmen, befeuchten und reinigen sie auch.

Die Reinigung der Inspirationsluft beginnt bereits in der Nase. Hierbei werden kleine Partikel, Staub und auch Krankheitserreger (z.B. Bakterien) von der Schleimhaut eingefangen. Die in nasales Sekret „verpackten“ Fremdkörper werden fortwährend durch kleine, haarartige Zellfortsätze (sog. Zilien) in Richtung Kehldeckel (Epiglottis) befördert, wo sie zumeist unbewusst verschluckt werden.[2]

Ein wesentlicher Teil des Erwärmungs- und Befeuchtungsprozesses findet im Nasen-Rachen-Raum statt. Die Schlüsselrolle spielen dabei die sehr gut durchblutete Nasenschleimhaut, die Nasenmuscheln mit ihren großen Oberflächen sowie die zahlreich vorhandenen Schleimdrüsen. Während die Hautdurchblutung die Erwärmung gewährleistet, sorgt das fortlaufend produzierte Sekret für die Befeuchtung der eingeatmeten Luft. In den tiefen Atemwegen finden weitere Optimierungen statt, so dass die Luft bis zum Eintritt in die Alveolen mit Wasserdampf gesättigt ist und etwa Körpertemperatur erreicht hat.[2]

Biologischer Zusammenhang

In der Nase befinden sich zahlreiche Rezeptoren, die unter anderem auch auf Kältereize reagieren. Kommt es zu einer Erregung eines solchen Kälterezeptors, wird ein Signal an das zentrale Nervensystem geschickt und eine entsprechende Antwort des Gehirns zurückgeleitet. Mittels eines elektrochemischen Prozesses wird eine verstärkte Durchblutung der Nasenmuscheln initiiert. Das warme Blut wirkt wie ein Heizkörper und erwärmt die vorbeiziehende Luft. Darüberhinaus schwellen die Nasenmuscheln an und es wird vermehrt Sekret gebildet. Auf Grund der gesteigerten Sekretproduktion und der Schleimhautschwellung sind die Zilien in ihrer Funktion eingeschränkt. Das produzierte Sekret kann nun nicht mehr den Rachen hinunter transportiert werden, sondern läuft vorne aus der Nase.[1]

Zu beachten

Neben zu kalter kann auch sehr trockene Luft einen schädigenden Effekt auf die Schleimhäute haben und die Widerstandsfähigkeit gegenüber diversen Krankheitserregern beeinträchtigen. Die ständige und bei Bedarf auch vermehrte Sekretproduktion der Atemwege trägt daher einen wesentlichen Teil zur Erhaltung der Gesundheit des Organismus bei. Bei chronischer Mundatmung können diese Schutzmechanismen nur bedingt greifen, so dass sich die Anfälligkeit für diverse Infektionen des Atemtraktes erhöht. [1] [2]


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen