Erkältung Beim Baby: Im Alltag

Fliegen trotz Erkältung (bei Baby)?

© PantherMedia / Josef Müllek

Das Reisen mit Baby während einer Erkältung (grippaler Infekt, österreichisch Verkühlung) sollte, falls ein Flug in Betracht gezogen wird, vorab medizinisch abgeklärt werden. Ein Arztbesuch kann helfen einzuschätzen, auf welchem Stand sich der Gesundheitszustand des Kindes befindet und wie dieser durch eine Flugreise beeinträchtigt werden könnte.

Was das Fliegen bei einer Erkältung für das Baby bedeutet, welche biologischen Abläufe dahinterstecken und was unbedingt zu beachten ist, wird im Folgenden geklärt.

Medizinische Fakten

Die Problematik beim Fliegen besteht im Druckausgleich während der Start- und Landephase.[1] Ein unangenehmes Druckgefühl in den Ohren ist dabei nicht unüblich. Die Ursache dieses Problems liegt darin, dass der Luftdruck mit zunehmender Flughöhe immer weiter sinkt. Durch Steigerung des Drucks in der Flugzeugkabine wird versucht, den Luftdruck künstlich auf einer angenehmen Höhe zu lassen. Der dadurch entstehende Druck auf dem Mittelohr führt zu einer Wölbung des Trommelfells nach außen und löst das unbeliebte Druckgefühl aus.

Geht die Erkältung vorrangig nur mit Schnupfen einher, ist das Fliegen grundsätzlich möglich, sobald jedoch die Rachenschleimhäute auch von der Infektion betroffen sind, kann Fliegen sehr gefährlich werden. Bei falscher Einschätzung des Schweregrads der Erkrankung könnte das Kleinkind so den Druckausgleich nicht schaffen. Deshalb sollte der Flug lieber verschoben werden, um kein Risiko einzugehen.

Biologischer Zusammenhang

Der Körper kann den Druckausgleich zwischen Rachenraum und Mittelohr über die Eustachische Röhre oder Tuba auditiva vollziehen. Diese verbindet das Mittelohr mit dem Nasenrachen und ist im Normalzustand geschlossen. Beim Schlucken, Gähnen oder auch Kauen von Kaugummis oder Lutschen von Bonbons öffnet sie sich[2]. Hierdurch wird das Entweichen der Luft möglich und der im Mittelohr entstandene Druck wird gemindert. Bei einer Erkältung kommt es zum Anschwellen der Nasenrachenschleimhaut, was die Öffnung der Eustachischen Röhre beeinträchtigen kann (Tubenkatarrh). So kann es bei Druckänderungen zu einem Über- oder Unterdruck kommen, aus dem im schlimmsten Fall ein Barotrauma folgen kann. Dies kann im Extremfall zu einem Riss im Trommelfell führen, was mit schweren Ohrenschmerzen und eventuell sogar einer Einschränkung der Hörfähigkeit einhergeht. Gerade bei Kleinkindern und Babys ist dieses Risiko erhöht, da sie noch sehr empfindliche Ohren haben.[3]

Zu beachten

Wenn trotz leichtem grippalen Infekt eine Flugreise angetreten wird, können Nasenspray oder -tropfen etwa eine halbe Stunde vor Abflug verabreicht werden. Durch das Abschwellen der Nasen- und Rachenschleimhaut wird die Mittelohrbelüftung über die Eustachische Röhre verbessert. Ebenso sollte daran gedacht werden, dass das Baby während der Start- und Landephase wach ist, da sich im Wachzustand die Eustachische Röhre hin und wieder von alleine öffnet und beispielsweise durch das Füttern des Kindes zusätzlich dazu angeregt werden kann.[4]

Sollten bei der Erkältung weitere Symptome wie Fieber (Pyrexie) oder Ohrenschmerzen auftreten, dann ist in den meisten Fällen von einer Flugreise abzusehen.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung