Erkältung Beim Baby: Im Alltag

Baby hat Erkältung – trotzdem rausgehen?

© PantherMedia / Prisca Koller

Kleine Kinder leiden häufig an grippalen Infekten. Gerade in den Wintermonaten stellt sich die Frage, ob ein Spaziergang an der frischen Luft dem Baby gut tun wird, oder gar Schaden zufügen kann. Generell ist bei kranken Säuglingen besondere Vorsicht geboten. Unter Umständen kann jedoch auch ein erkältetes Baby vom Rausgehen profitieren. Im Folgenden werden die medizinischen Fakten und biologischen Zusammenhänge zu diesen Fragen erklärt und erläutert, was zu beachten ist.

Medizinische Fakten

Licht und Sauerstoff sind für die gesunde Entwicklung eines jeden Babys wichtig. So kann frische Luft einen sinnvollen Beitrag für das kindliche Wohl leisten.[1]Doch eine Verkühlung zählt zu den häufigsten Infekten bei Säuglingen und Kleinkindern und äußert sich zumeist durch Husten und Schnupfen. Auch eine erhöhte Körpertemperatur ist keine Seltenheit und nicht sofort ein Grund zur Sorge.[2] Beim Spazierengehen mit Babys kommt es besonders darauf an: Solange kein Fieber besteht, kann auch ein erkältetes Kind von der frischen Luft profitieren. Die kühle Luft lässt geschwollene Schleimhäute abschwellen und erleichtert das Durchatmen.[3] Ab einer Körpertemperatur von 38,5°C wird von Fieber gesprochen. Dies gilt bei einer Messung im After (rektal).[4] Bei Fieber sollte auf den Spaziergang besser verzichtet werden. Die Temperaturunterschiede sind bei Fieber eine Belastung für den kleinen Körper und ein Risiko, das vermieden werden sollte.[5] Verschlimmert sich durch den Temperaturreiz das Fieber, droht ein Kreislaufversagen mit Übelkeit und Erbrechen. Bei kleinen Kindern mit hohem Fieber können außerdem Krampfanfälle auftreten, die z.B. durch Muskelzucken und das Verdrehen der Augen gekennzeichnet sein können. Dann sollte umgehend ärztlicher Rat gesucht werden. [6]

Biologischer Zusammenhang

Beim gesunden Kind tragen Umweltreize wie Licht und Temperatur zur Ausreifung des Immunsystems und zur Entwicklung der Regulationsfähigkeit der Körpertemperatur bei. Rausgehen kann daher auch bei einer leichten Verkühlung anregend wirken.[7] [8] Da bei Babys im Allgemeinen die Regulation der Körpertemperatur noch nicht voll ausgereift ist, kann ein Säugling aber gerade bei Fieber noch schlechter auf die äußeren Einflüsse reagieren. Der Reiz aus der Umwelt ist dann nicht mehr anregend sondern ein Stressfaktor.[9] Seine Wirkung ist kaum vorhersehbar. Steigt das Fieber über 39°C, verliert der kindliche Körper Flüssigkeit mit der möglichen Folge eines Kreislaufversagens. Hohes Fieber kann im kindlichen Gehirn Prozesse bewirken, die Krampfanfälle verursachen.[10] Umgekehrt können Babys auch leicht auskühlen: Der kleine Körper hat im Verhältnis eine große Körperoberfläche, über die Körperwärme an die Umgebung verloren gehen kann. [11] Generell sollten Kinder also entsprechend gegen Kälte, aber auch vor Hitze geschützt werden.

Zu beachten

Ist ein Baby erkältet, muss festgestellt werden, ob es Fieber hat. Die unter der Achsel (axillär) oder im Mund (oral) gemessenen Körpertemperatur liegt zumeist tiefer als die im After (rektal) gemessene und sollte nicht zu falschen Schlüssen führen.[12] Ab 39 °C spricht man von hohem Fieber.[13] Im Zweifel und immer wenn das Kind besonders krank wirkt, sollte in jedem Fall ärztlicher Rat eingeholt werden. Besteht kein Fieber, spricht nichts dagegen auch mit dem erkälteten Baby raus zu gehen. Dazu sollten an kalten Tagen aber mehrere Schichten übereinander gezogen werden. Die bei diesem „Zwiebellook“ zwischen den Kleidungsstücken eingeschlossene Luft wirkt isolierend. Der Kinderwagen sollte ggf. mit einer Wärmflasche oder einem Kirschkernkissen vorgewärmt werden. Es ist durchaus sinnvoll den Kinderwagen zu isolieren und z.B. eine Isomatte oder ein Stück Styropor unter die Matratze zu legen. An sehr kalten Tagen empfiehlt sich zudem die Haut des Kindes mit einer geeigneten Creme gegen Austrocknung und Kälte zu schützen.[14] Bei aller Vorsicht sollte das Kind aber auch nicht überhitzt werden. Dies ist erkennbar, wenn der Säuglinge einen heißen, feuchten Nacken hat. Der Hitzestau ist nämlich ebenfalls eine große Belastung für den kindlichen Organismus.[15]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung