Grippe In der Schwangerschaft: Risiken

Grippeimpfung Schwangerschaft 1. Trimenon

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Eine Impfung gegen Grippe (Influenza) wird für Schwangere empfohlen. Auch im ersten Drittel (1. Trimenon bzw. Trimester) einer Schwangerschaft ist sie problemlos möglich. Üblich ist jedoch die Impfung erst ab dem zweiten Drittel (2. Trimenon). Warum dies so ist, und welchen Zweck eine Grippeimpfung in der Schwangerschaft hat, wird im Folgenden erklärt.

Medizinische Fakten

Die Grippeimpfung wird für Frauen, die in der Influenza-Saison zwischen Dezember und April schwanger sind, von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfohlen. Eine Grippeimpfung ist in jedem Stadium einer Schwangerschaft möglich und ungefährlich. Der Embryo bzw. Fötus wird weder durch Grippeviren noch durch den Impfstoff gegen diese geschädigt.[1] Studien haben kein erhöhtes Risiko für Früh- oder Fehlgeburten nach einer Grippeimpfung feststellen können. Auch der Gesundheitszustand der Säuglinge nach der Geburt zeigte keine Auffälligkeit.[2]

Die populäre Befürchtung, das Kind könnte durch Zusatzstoffe wie Quecksilber im Impfstoff geschädigt werden, konnte durch Studien widerlegt werden. Diese Stoffe sind in zu geringen Konzentrationen vorhanden, um einen schädigenden Effekt zu haben. Es besteht aber auch die Möglichkeit, ein quecksilberfreies Präparat zu wählen.[3]

Trotz der Unbedenklichkeit der Impfung auch im ersten Trimenon empfiehlt die STIKO, Grippeimpfungen erst ab dem zweiten Trimenon durchzuführen. Der Grund hierfür ist, dass spontane Fehlgeburten, die im ersten Schwangerschaftsdrittel am häufigsten vorkommen, von den Schwangeren nicht fälschlicherweise mit dem Impfen in Verbindung gebracht werden sollen. So soll eine psychische Belastung der Schwangeren durch die Entscheidung zur Impfung vermieden werden. Eine Ausnahme stellen Schwangere mit Vorerkrankungen bzw. chronischen Krankheiten dar. Für diese wird die Impfung gegen Influenza schon im ersten Trimenon empfohlen.[2]

Zweck der Impfung gegen Grippe

Es wird angenommen, dass die Grippeimpfung in der Schwangerschaft einen positiven Effekt auf den Gesundheitszustand von Mutter und Kind und den Verlauf der Schwangerschaft hat. Schwangere sind gefährdeter, an der Grippe zu erkranken, als nicht schwangere Frauen. Der Grund dafür ist, dass sich das Immunsystem in der Schwangerschaft umstellt und empfänglicher für virale Krankheitserreger ist. Auch reagiert es heftiger auf eine Infektion und erzeugt teils starke Entzündungsreaktionen. Aus diesem Grund treten bei Schwangeren, die an Grippe erkrankt sind, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit Komplikationen wie z.B. eine Lungenentzündung auf.[4]

Für den Embryo bzw. Fötus ist die Infektion der Schwangeren mit dem Influenzavirus zwar nicht gefährlich. Jedoch kann länger anhaltendes hohes Fieber, das während einer Grippeerkrankung auftreten kann, die Entwicklung des Ungeborenen beeinträchtigen und das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen.[5]

Zu beachten

Bei Verdacht auf eine Grippeerkrankung sollte grundsätzlich ein Arzt aufgesucht werden. Vor einer Impfung sollte der Arzt über eine bestehende Schwangerschaft aufgeklärt werden. Oftmals stehen nämlich alternative Impfstoffe zur Verfügung, die keine Konservierungsmittel und Wirkverstärker enthalten und dadurch schonender für den Organismus der Schwangeren sind.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe