Husten Chronisch: Im Alltag

Trockener Reizhusten (seit Wochen)

© PantherMedia / Alice Day

Husten (lat. Tussis) tritt als Symptom bei den verschiedensten Erkrankungen der Atemwege auf; eine besondere Form ist trockener Reizhusten ohne schleimigen Auswurf. Hält der Husten bereits seit mehreren Wochen an, so spricht man von chronischem Husten, für den einige spezielle Krankheitsbilder in Frage kommen.

Der folgende Text behandelt die Ursachen, die zu chronischem Reizhusten führen können, und zeigt deren Behandlungsmöglichkeiten auf. Am Ende wird auf besondere Warnsignale eingegangen, die einen Arztbesuch nahelegen.

Ursachen von trockenem Reizhusten

Husten, der seit Wochen anhält, wird chronischer Husten genannt. Die genaue Grenze, ab wann akuter Husten als chronisch zu bezeichnen ist, wird unterschiedlich definiert, meist müssen die Symptome aber über drei bis sechs Wochen hindurch bestehen [1].

Eine klassische Erkältung oder eine gravierendere Infektion der Atemwege durch Viren und Bakterien kann bei chronischem Reizhusten weitgehend ausgeschlossen werden: Zum Husten kommt in diesen Fällen meist früher oder später auch schleimiger Auswurf und die Erkrankung ist entweder selbstlimitierend, hört also nach Tagen bis Wochen von selbst wieder auf, oder verschärft sich durch Hinzutreten von Symptomen wie Fieber oder starkes Krankheitsgefühl. In manchen Fällen kann ein Infekt aber als sogenannte kreisende Infektion auch wiederkehrend auftreten und Husten, eventuell begleitet von Schnupfen, über Wochen hindurch provozieren [2].

Als typisches Symptom tritt wochenlanger Reizhusten aber auch bei Allergien und Asthma bronchiale auf. Speziell, wenn die Beschwerden einem bestimmten Auslöser zugeordnet werden können (etwa Pollen, bestimmten Nahrungsmitteln oder körperlicher Anstrengung), könnte hierin die Ursache liegen. Husten ist in vielen Fällen die erste Manifestation von Asthma; wenn zusätzlich der Verdacht auf Allergien besteht oder bereits Probleme bei der Atmung vorliegen (z.B. pfeifendes Geräusch bei der Ausatmung), sollte eine lungenfachärztliche Abklärung stattfinden [1].

Hustenreiz tritt bei jeder Form der Schleimhautreizung in den unteren Atemwegen auf. Dort, in den Bronchien und Bronchiolen der Lunge, sitzen freie Nervenendigungen in der Schleimhaut, die Reize (etwa durch Entzündungsprozesse oder Schadstoffe)registrieren und reflektorisch den Hustenreiz auslösen. So können etwa erhöhte Ozon-Werte oder Smog chronische Hustenbeschwerden verursachen. Aber auch in Zigarettenrauchist eine Vielzahl an schleimhautreizenden und giftigen Substanzen enthalten, die langanhaltenden Husten und in späterer Folge auch chronische Bronchitis und COPD, die chronisch obstruktive Lungenerkrankung, auslösen können. Nicht zu unterschätzen ist in diesem Zusammenhang auch eine dauerhafte Belastung durchPassivrauchen [1].

Trockener Reizhusten kann außerdem durch die sogenannte Rückflusskrankheit (Gastroösophagealer Reflux) verursacht werden, bei dem saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt und von dort in kleinen Teilen eingeatmet werden kann. Ein typisches Symptom für die Refluxerkrankung ist Sodbrennen [3].

Auch Lungenentzündungen mit bestimmten Erregern (Mykoplasmen und Chlamydien) können noch über Wochen nach Abklingen der Krankheit von einem massiven Reizhusten gefolgt sein. Ebenso kann chronischer Reizhusten eine Nebenwirkung von ACE-Hemmern, bestimmten Medikamenten gegen Bluthochdruck, sein. Schließlich gibt es auch noch eine rein psychisch bedingte Form von Dauerhusten, den sogenanntenpsychogenen Husten, bei dem Stress oder psychische Belastungen den Hustenreiz auslösen [3].

Behandlung von trockenem Reizhusten

Husten ist nicht als eigenständiges Krankheitsbild, sondern immer als Symptom einer zugrunde liegenden krankhaften Veränderung zu betrachten. Daher ist primäres Ziel jeder Hustenbehandlung auch die Therapie der auslösenden Störung. Ist der Hustenreiz sehr stark und bessert sich über Wochen hinweg nicht, so empfiehlt sich jedenfalls eine ärztliche Abklärung.

In leichten Fällen kann zuerst aber auch die Anwendung von Hausmitteln versucht werden. Durch Inhalationen von feuchter Luft werden etwa die Atemwege befeuchtet, was oftmals zu einer Linderung des Hustenreizes führt. Dazu bringt man Wasser in einem großen Topf zum Sieden und atmet den entstehenden Wasserdampf anschließend intensiv ein. Zur Steigerung der Luftfeuchtigkeit kann auch ein sauberes Tuch gemeinsam über Kopf und Topf geschlagen werden. Der Zusatz von ätherischen Kräutern wie Salbei, Melisse oder Pfefferminze schafft einen angenehmen Geruch und kann auch positive Effekte durch entzündungshemmende Inhaltsstoffe der Kräuter haben [4].

Bewährt haben sich zudem Hustentees, in denen etwa Lindenblüten, Holunder und Kamille, Efeublätter, Pfefferminze oder Baldrianwurzel eingesetzt werden. Auch deren Inhaltsstoffe hemmen Entzündungen, haben zudem eine allgemein beruhigende Wirkung und fördern die körpereigene Abwehr, was insbesondere im Rahmen von Infekten von Bedeutung ist. Ebenso wird häufig Isländisches Moos eingesetzt, eine in Europa häufig vorkommende Strauchflechte, die in Apotheken in Form von Hustensäften, Tees oder Pastillen (z.B. Luuf® Halspastillen, Isla-Moos®, Isla-Pastillen von Sanova®) erhältlich ist [4].

Kann der Husten mit diesen Mitteln nicht gestillt werden, steht noch eine Reihe von Medikamenten zur Verfügung, die meist direkten Einfluss auf das Hustenzentrum in Gehirn nehmen, in dem alle für den Hustenreflex nötigen Muskeln gesteuert werden. Diese sogenannten Hustenstiller (Antitussiva) sind meist Abkömmlinge des Morphins; ihr wichtigster Vertreter ist Codein, das etwa unter den Namen Codipertussin®, Tricodein® oderTryasol® gehandelt wird. Da diese Stoffe auch Nebenwirkungen wie Verstopfung oder potentielle Abhängigkeit haben können, unterliegen sie allesamt der ärztlichen Verschreibungspflicht und werden meist nicht über einen längeren Zeitraum hindurch eingesetzt [5].

Zu beachten

Reizhusten, der tatsächlich schon seit Wochen andauert, ist als chronisch einzustufen und sollte grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden, um die Ursache bekämpfen zu können. Die Behandlung mit Hausmitteln kann Symptome lindern und so zu einer Besserung der Beschwerden führen. Tritt zum trockenen Husten plötzlich schleimiger Auswurf, der von Eiter grün-gelblich oder von Blut rot gefärbt ist, so sollte ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden.