Husten: Risiken

Kalte Luft bei Husten?

© PantherMedia / Bernd Schmidt

Ob ein Gang an die frische Luft bei erkältungs- und grippebedingtem Husten (Tussis) nützlich ist, hängt von der Heftigkeit der Erkrankung ab. Bei Abgeschlagenheit, Fieber (Pyrexie) und Gliederschmerzen sollte kalte Luft nicht eingeatmet werden. Wer sich kräftig genug fühlt, dem kann etwas kühle, frische Luft nichts anhaben, solange der Betroffene warm gekleidet ist. Vorsicht sollte nur vor Zugluft geboten werden.

Wie sich kalte Luft bei Husten auf den Körper auswirkt, welche Vorgänge im Körper dem zugrunde liegen und wann der Betroffene beim Rausgehen besonders vorsichtig sein sollte, wird im Folgenden erklärt.

Medizinische Fakten

Bei erkältungsbedingtem Husten liegt in vielen Fällen eine Infektion der Atemwege vor, die durch Viren oder Bakterien ausgelöst wird. Dieser äußert sich in einer Entzündung der Rachenschleimhaut, der Mandeln, des Kehlkopfs oder der Luftröhre. Ein Spaziergang an die kalte Luft ist dabei nicht gefährlich. Allerdings reagiert der Körper sensibler auf die kalte Luft. Es kommt zu einer Abkühlung der oberen Atemwege und der Körper versucht, sich vor weiterem Wärmeverlust zu schützen. Kalte Füße verstärken diesen Effekt zusätzlich. Des Weiteren empfindet der Körper bei einer Krankheit die Kälte als zusätzlichen Stress. Stresshormone, die dadurch ausgeschüttet werden, setzen das schon geschwächte Immunsystem zusätzlich herab. [1]

Sport ist mit einer Erkältung jedoch generell nicht empfehlenswert.

Biologischer Zusammenhang

Wenn die kalte Luft eingeatmet wird, verengen sich die Blutgefäße in den Atemwegen, damit keine weitere Wärme entweichen kann. Dadurch kommt es zu einer schlechteren Durchblutung der Nase, wodurch die Atemluft nicht aufgewärmt und gefiltert werden kann. In den Schleimhäuten bilden Peptide (verschiedene Proteine), Immunoglobulin A (ein Antigen) sowie Lysozyme (antibakterielle Proteine) eine Schutzschicht gegen eindringende Viren und Bakterien. Bei zu geringer Durchblutung ist deren Wirkung jedoch herabgesetzt und es kann zu einer zusätzlichen Infektion und zu einer Verschlechterung der bestehenden Symptome kommen. [2]

Wird der Körper Stress ausgesetzt, bildet dieser Kortisol, welches für eine kurze Zeit die Immunreaktion verstärkt. Dauert diese Stresssituation zu lange, schlägt dieser Effekt ins Negative um und es kommt zu einem geschwächten Immunsystem, welches Erreger nicht ausreichend abwehren kann. [3]

Zu Beachten

Personen, die bereits ein geschwächtes Immunsystem haben, sollten zusätzlichen Stress durch kalte Luft vermeiden. Bei weiteren Symptomen neben dem Husten wie Abgeschlagenheit, Fieber länger als 3 Tage und gelb-grünen Schnupfen sollte ein Arzt konsultiert werden.