Husten: Risiken

Rauchen bei Husten?

© PantherMedia / Kasia Bialasiewicz

Ob schleimiger oder trockener Husten (Tussis), in beiden Fällen sind die Atemwege und Schleimhäute meist stark gereizt. Entzündliche Prozesse, vermehrte Sekretbildung sowie Infektionen mit Viren und Bakterien können starken Reizhusten auslösen. Liegen derartige Beschwerden vor, sollte auf keinen Fall geraucht werden.

Warum Rauchen bei Husten schadet, welche Konsequenzen das Rauchen für die Atemwege hat und welche Risiken dabei entstehen können, wird im Folgenden erläutert.

Medizinische Fakten

25 % der Personen ab 15 Jahren rauchen in Deutschland, gleichzeitig erkrankt jeder erwachsene Deutsche durchschnittlich 2-5-mal im Jahr an einer Erkältung mit Husten. Dabei haben Raucher sogar ein deutlich höheres Risiko, von einem grippalen Infekt betroffen zu sein, da ihr Immunsystem durch den Tabakkonsum geschwächt ist. [1][2] Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Raucher zusätzlich an einem Husten erkrankt, ist somit relativ hoch.

Während die Schleimhäute des Atemtrakts durch eine Infektionskrankheit stark gereizt sind, zum Beispiel aufgrund einer Entzündung im Hals-und Rachenbereich (Laryngitis, Pharyngitis) oder im Bronchialsystem (Bronchitis), sollte eine zusätzliche Reizung durch Rauch vermieden werden.
Dafür sprechen mehrere Gründe:

  • Zusätzliche Schwächung und Schädigung der gereizten Atemwege
  • Rauch-Viren-Kombination löst heftige Immunreaktionen aus (mehr Entzündungen)
  • Verlangsamter Heilungsprozess
  • Verminderte Durchblutung à Sauerstoffmangel
  • Selbstreinigungsfunktion der Lunge wird gestört

Biologischer Zusammenhang

Wird Nikotin konsumiert, schadet das nicht nur den Atemwegen und der Lunge, sondern dem ganzen Körper. Bei geleichzeitigem infektionsbedingten Husten, kommt es zu einer zusätzlichen Gesundheitsbelastung: [3]

  • Mit jedem Zigarettenzug gelangt unter anderem Kohlenmonoxid (CO) in unseren Körper. Im Blut kann sich dieses Gas wesentlich leichter an die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) binden als Sauerstoff (O2). Das Gewebe kann nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, Gewebsschäden resultieren. Besonders wenn aufgrund von erkältungsbedingten Entzündungsprozessen die Schleimhäute schon vorgeschädigt sind, wird so der Wundheilungsprozess verlangsamt.
  • Rauchen alleine, wenn keine virale Infektionskrankheit zusätzlich vorliegt, schwächt auf Dauer das Immunsystem. Die Anzahl der Immunglobuline sinkt, dadurch wird die körpereigene Abwehr geschwächt [4]. Des Weiteren liegt eine verminderte Durchblutung vor, die für einen verlangsamten Wundheilungsprozess mitverantwortlich ist.
  • Die Kombination aus Rauch und Viren sorgt für eine sehr heftige Reaktion des Abwehrsystems. Während die Viren dabei zwar vermehrt bekämpft werden, kommt es gleichzeitig zu übermäßigen Entzündungsprozessen. Die Hustenbeschwerden verschlimmern sich zusätzlich. [5][6]
  • Das Nikotin, das mit dem Zigarettenrauch inhaliert wird, hemmt die Bewegung der Flimmerhärchen im Atmungstrakt (Respirationstrakt). Die Aufgabe dieser Härchen besteht darin, durch eine kontinuierliche Bewegung die Lunge von Sekret, Staub und Erregern zu säubern. Dieser Selbstreinigungsprozess wird auch als mukoziliäreClearancebezeichnet; fällt dieser aus, muss der angesammelte Staub und Schleim durch Abhusten entfernt werden. [7] Im Rahmen eines grippalen Infekts liegen noch mehr Erreger und Sekret vor: Der Husten verstärkt sich.

Zu beachten

Rauchen ist allgemein gesundheitsschädlich. Tritt ein chronischer Husten auf, kann dies neben COPD auch ein Zeichen für eine Lungenentzündung. Ein Arzt sollte aufgesucht werden.

Wenn trotz des Verzichts auf Zigaretten während einer Erkältung der Husten nach wenigen Wochen nicht abklingt, ist es auch hier empfehlenswert, den Rat eines Arztes einzuholen.