Husten Hustenreiz: Krankheitstypen

Hustenreiz (kitzeln) im Hals

© PantherMedia / Andriy Popov

Bis zu 40% der Bevölkerung leiden weltweit unter dem Leitsymptom „Husten“. Es handelt sich dabei um den häufigsten Grund, weswegen Patienten ihren Arzt konsultieren.[1]

Definitionsgemäß versteht man unter einem Hustenreiz (lat. = tussis) einen Schutzreflex, der dann eintritt, wenn die Luftröhre oder die Bronchien gereizt werden.[2]

Ein Husten stellt kein für sich stehendes Krankheitsbild dar, sondern lediglich ein Symptom, das mit verschiedenen Krankheiten assoziiert sein kann.[3] Bis zu einem gewissen Grad ist Husten sogar physiologisch (natürlich) und wird von vielen Patienten zunächst nicht als Warnsignal wahrgenommen. Der Übergang zu einer Pathologie (krankhaften Veränderung) des Symptoms kann dabei fließend sein.[1]

Eine Einteilung des Hustens wird zunächst nach der Dauer seines Bestehens in einen akuten Husten (plötzlich auftretend) und einen chronischen Husten (etwa ab einer Dauer von vier Wochen) getroffen.[5] Es können zudem Unterschiede in Bezug auf den Auswurf von Sekret gemacht werden: Ein produktiver (feuchter) Husten geht mit zusätzlichem Sekretauswurf einher, beim unproduktiven (trockenen) Husten findet dieser nicht statt.[4]

Ursachen von Hustenreiz (Kitzeln) im Hals

Da der Husten ein sehr unspezifisches Symptom ist, kann er auf der Beteiligung von ganz unterschiedlichen Organen und Geweben basieren. Die Ursachen hierfür sind also sehr breit gefächert.

Da der Hustenreflex der Reinigung und Freihaltung der Atemwege dient, soll durch ihn die Funktion der Lunge gesichert werden.[1] Zunächst kann also die Lunge selbst der sogenannte „Herd“ (Zentrum des Entstehens) des Hustens sein. Es ist dann von pulmonalen Ursachen die Rede: Bei akutem Husten gehören hierzu Pneumonie (Lungenentzündung), Pleuritis (Entzündung des Brustfells = dünne Schicht auf der Lunge), Lungenembolie (Verlegung eines Gefäßes in der Lunge). Pulmonale Auslöser des chronischen Hustens sind Asthma bronchiale, Verlegung der Atemwege durch Fremdkörper (Aspiration) sowie der klassische Raucherhusten. Alsextrapulmonale Auslöser (außerhalb der Lunge)[6] eines akuten Hustens gelten typische grippale Infekte[3], Tonsillitis (Mandelentzündung), Vergiftungen (Intoxikation), z. B. durch Rauchinhalation bei einem Brand, Allergien und Herzschwäche (Linksherzinsuffizienz). Extrapulmonale Auslöser eines chronischen Hustens können eine Endokarditis (Entzündung der innersten Schicht des Herzens = Endokard), gastroösophagealer Reflux (Sodbrennen) sowie Nebenwirkungen von Mediakamenten sein.

Zudem können chemische, thermische und mechanische Ursachen infrage kommen.[6]

Tritt ein Husten bedingt durch einen grippalen Infekt (Erkältung) auf, so ist mit zusätzlichen Symptomen wie beispielsweise einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Schwäche, Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Schüttelfrost, Fließschnupfen und Halsschmerzen zu rechnen.[9]

Da die Ursachen für einen Hustenreiz so verschieden sein können, ist es schwierig, genau zu sagen, wie lange er andauert und in welche Richtung sein Verlauf geht, sofern er nicht medikamentös behandelt wird.[7] Im Rahmen eines grippalen Infektes sollte er sich bereits nach drei bis sieben Tagen bessern und nach 14 Tagen weitgehend ausgeheilt sein.[8]

Behandlung von Hustenreiz (Kitzeln) im Hals

Im folgenden Teil des Textes wird auf die Behandlungsmöglichkeiten der häufigsten Ursachen für einen Hustenreiz eingegangen. Hierzu gehören der grippale Infekt, die Tonsillitis, die allergische Reaktion, das Asthma bronchiale und der gastroösophageale Reflux.

Behandlung von Hustenreiz während eines grippalen Infektes

Hausmittel:

  • Inhalation mit Kochsalzlösung oder Kräutermischungen:
    Hierfür eine Handvoll Kräuter oder einen Tropfen eines ätherischen Öls (z.B. Salbei oder Kamille) in ein Gefäß geben und mit heißem Wasser übergießen. Anschließend den Kopf über die Mischung beugen, ein Handtuch darüber legen, um den gesamten Dampf abzufangen, und tief einatmen. Hierdurch werden die Schleimhäute der Atemwege feucht gehalten. Kamille und Salbei haben eine entzündungshemmende Wirkung [10].
  • Eibischhustentee oder -sirup: Im Eibisch sind Schleimstoffe enthalten, die sich wie ein Schutzfilm über die Schleimhaut der Atemwege legt. Dadurch wird der Hustenreiz gedämpft. Für den Tee einen Teelöffel Eibischblätter mit 1 Tasse kaltem Wasser übergießen und mindestens 30 Minuten ziehen lassen, dann aufkochen und danach die Blätter abgießen. Davon dreimal täglich eine Tasse trinken. Für den Sirup 30 g Eibischwurzeln mit 600 ml kaltem Wasser übergießen und zwei Stunden ziehen lassen, dabei öfter umrühren. Danach die Wurzeln durch ein Tuch abgießen, ca. 90 g Zucker dazu geben und zusammen aufkochen lassen, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Täglich 1–2 Esslöffel davon einnehmen [10].
    • Wirkstoffe: N-Acetylcystein, Pentoxyverin[12]
    • Medikamente: Fluimucil, ACC Brausetabletten, ACC Kindersaft[13]
    • Therapie: symptomorientiert, also viel trinken (warmer Tee), Giftstoffe vermeiden (Rauchen, heiße und scharfe Getränke), Mundspülung mit Kamille- oder Salbeitee[3]

Behandlung von Hustenreiz bei Tonsillitis

Hausmittel:

  • Quarkwickel:Diese wirken kühlend, abschwellend, entzündungshemmend und schmerzlindernd.[11] Hierfür eine große Mullkompresse auffalten und etwa fingerdick mit Quark bestreichen, dann wieder zusammenlegen und direkt auf die Haut des Patienten legen, eventuell mit einem leichten Tuch fixieren. Der Wickel kann bis zum Austrocknen des Quarks aufgelegt bleiben, bei akuten Entzündungen kann er jedoch schon nach 15 Minuten entfernt werden.[10]
  • Zwiebelwickel:Zwiebeln enthalten Alliine, die Bakterien abtöten (antibiotische Wirkung). Zwar kann der Stoff nicht in ausreichender Menge durch die Haut gelangen, aber die Wickel können durch ihre Wärmeabgabe die Durchblutung und somit die Heilung fördern.
  • Gurgeln mit Salzwasser: Wirkt desinfizierend und teilweise antibiotisch.
    • Wirkstoffe: Eine Therapie mit Antibiotika wird empfohlen.

Behandlung von Hustenreiz, bedingt durch eine allergische Reaktion

Ein allergisch bedingter Husten (Bronchitis) kann beispielsweise aufgrund einer Allergie gegen Hausstaub, Pollen (Heuschnupfen) oder Tierhaare auftreten.[15]

Hausmittel:

  • Vermeidung der sog. Allergene, also der Stoffe, welche die Allergie auslösen.
  • Erhöhen der Luftfeuchtigkeit im Raum. Hierfür ein Gefäß mit Wasser auf die warme Heizung stellen und dieses verdampfen lassen.[14]
  • Speziell bei Heuschnupfen: Kurkuma-Honig-Wasser. Hierfür einen Teelöffel Gelbwurzpulver und einen Teelöffel Honig in ein Glas lauwarmes Wasser einrühren. Dreimal täglich ein Glas trinken.[16]
    • Wirkstoffe: Cromoglicinsäure, Xylometazolin
    • Medikamente: AARANE, Allergo COMOD Nasenspray, Allergocrom Nasenspray

Behandlung von Hustenreiz aufgrund von gastroösophagealem Reflux

Hausmittel:

  • Leinsamen: Enthält Schleimstoffe, die sich wie ein Schutzfilm auf die Schleimhaut legen und so Sodbrennen und Schleimhautentzündungen lindern.
  • Kamillentee: Wirkt beruhigend auf die Magenschleimhaut und vermindert die Säureproduktion.
  • Kartoffelsaft: Neutralisiert die Magensäure.
    • Wirkstoffe: Ranitidin, Omeprazol
    • Medikamente: Ranitidin-ratiopharm, Zantic, Antra, Omeprazol-ratiopharm

Behandlung von Hustenreiz bei Asthma bronchiale

Hausmittel:

  • Brustwickel: Rohe Zwiebeln oder frisches Sauerkraut klein hacken. Eine Mischung im Verhältnis 1:3 aus Honig und Meerrettich herstellen und mit einem Teelöffel Zwiebeln bzw. Sauerkraut vermengen. Direkt auf die Brust auftragen und mit einem Tuch abdecken.
  • Tee aus Brennnesseln und Taubnesseln herstellen und zweimal täglich eine Tasse trinken.
  • Tee mit Isländisch Moos: Zwei gehäufte Esslöffel Isländisch Moos mit 250 ml kaltem Wasser vermengen und langsam aufsieden lassen. Zweimal täglich eine Tasse Tee trinken.[18] 
    • Wirkstoffe: Salbutamol, Ipratropiumbromid
    • Medikamente: Salbubronch, Bronchospray, Atrovent

Achtung:
Beim Asthma bronchiale ist besondere Vorsicht mit der Therapie rein durch Hausmittel geboten. Es bedarf zusätzlich dringend einer ärztlichen Abklärung.

Zu beachten

Ein Husten tritt also oft bei „harmloseren“ Erkrankungen wie dem grippalen Infekt auf und wird dabei teilweise unterschätzt, doch kann er, wenn auch seltener, auch ein Hinweis auf andere bereits besprochene Krankheitsbilder sein.

Ein Arzt sollte deshalb zügig aufgesucht werden, wenn zum Husten Erscheinungen wie Atemnot (Dyspnoe), Fieber über 38,5 °C für mehr als zwei Tage oder Auswurf hinzukommen[17] oder wenn der Husten selbst nicht besser wird oder sich verschlimmert [10].

Zwar kennen Allergiker die Symptomatik etwa von Heuschnupfen, jedoch ist an diesem Punkt deutlich darauf hinzuweisen, dass eine Allergie seltener auch in einer stärkeren Form ablaufen kann. Dabei kann es zu Hautrötungen, Übelkeit und Erbrechen, Hitzegefühl und sogar zu einem Kreislaufzusammenbruch kommen. Es wird dann vom anaphylaktischen Schock gesprochen.[15]

Alle weiteren wichtigen Informationen sind den jeweiligen Packungsbeilagen der genannten Medikamente zu entnehmen. Außerdem ist es ratsam, jede auftretende Komplikation mit einem Arzt zu besprechen.