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Woher kommt Reizhusten?

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Der Husten (Tussis) ist grundsätzlich ein physiologischer (natürlicher) Schutzreflex, der bei Reizung der Atemwege auftritt (Hustenreflex). Der länger andauernde Husten lässt sich in den akuten und den chronischen Husten einteilen. Die Grenze der Dauer zwischen beiden ist allerdings nicht ganz scharf bestimmt, sie wird von verschiedenen Autoren mit drei oder auch mit acht Wochen angegeben. Außerdem gibt es eine Einteilung in den produktiven und den unproduktiven Husten. Produktiv bedeutet in diesem Fall „mit schleimigem Auswurf (Bronchialsekret)“, während unproduktiv für einen trockenen Husten steht (ohne Auswurf). Dieser wird auch als Reizhusten bezeichnet, um den es im Folgenden gehen soll.(1)

Fakten zum Thema

Reizhusten kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Wichtig ist dabei zu entscheiden, ob der Husten als physiologischer Schutzreflex auftritt oder als Zeichen einer Atemwegserkrankung zu werten und damit zu behandeln ist. Als Schutzreflex kann er zum Beispiel durch physikalische Reize, wie kalte Luft oder Fremdkörper in den Atemwegen, oder durch chemische Reize, wie zum Beispiel scharfes Essen (Capsaicin) oder Zigarettenrauch, ausgelöst werden. Gerade bei kleinen Kindern sollte die Möglichkeit, dass ein Fremdkörper eingeatmet wurde (Aspiration), bedacht werden.(2)

Ein häufiger Grund für Reizhusten kann eine gewöhnliche Erkältung (grippaler Infekt) sein, wobei der Husten hier sowohl am Anfang des Infektes, das heißt vor Einsetzen der Schleimproduktion, als auch postinfektiös, das heißt bis zu acht Wochen nach einer Erkrankung, auftreten kann. Vermutlich liegt der Ursprung dieses Hustens nach der eigentlichen Krankheit in einer Schädigung der Schleimhaut der Atemwege, die erst abheilen muss.(3)

Biologischer Zusammenhang

Vor allem bei älteren Menschen kann ein lang anhaltender trockener Husten ein Zeichen einer chronisch entzündlichen Erkrankung sein. Dazu gehört in erster Linie die COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung). Sie wird auch als Raucherlunge bezeichnet, weil die häufigste Ursache dieser Erkrankung in der westlichen Welt Zigarettenrauchen ist, und ist die viert häufigste Todesursache weltweit.(4)

Eine weitere chronisch entzündliche Erkrankung, die Reizhusten auslösen kann, ist das Asthma. Hier treten oft Luftnot (Dyspnoe) und pfeifende Atemgeräusche als begleitende Symptome auf. Ursache für den Husten beim Asthma ist die Überempfindlichkeit der Atemwege (Hyperreagibilität). Diese kann zum Beispiel durch Allergien (Pollen, Hausstaubmilben), aber auch ohne ersichtliche Ursachen entstehen.(5)

Natürlich kann in seltenen Fällen einem lang andauernden Reizhusten auch eine schwerere Erkrankung zugrunde liegen. Beispiele hierfür sind die Lungenentzündung (Pneumonie) oder eine Lungenembolie, das heißt der Verschluss eines Gefäßes, das Teile der Lunge versorgt. Dadurch kommt es zur Störung des Gasaustausches, also der Aufnahme von Sauerstoff in den Körper.(6)

Bei lang andauerndem Husten ist es wegen der Gefahr solcher Krankheiten in jedem Fall sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen.