Husten Stark: Begleiterscheinungen

Starker Husten (mit Brechreiz)

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Starker Husten, der in Verbindung mit Brechreiz auftritt, kann verschiedene Ursachen haben. Keuchhusten (Pertussis) und gastroösophageale Refluxkrankheit sind Erkrankungen, bei denen Husten mit Brechreiz vorkommen kann. Im Folgenden werden die medizinischen Fakten, biologischen Zusammenhänge und Risiken in Verbindung mit diesen Krankheitsbildern ausgeführt.

Medizinische Fakten

Keuchhusten wird durch das Bakterium bordetella pertussis ausgelöst. Auf die Infektion kann eine Wochen bis Monate andauernde Erkrankung folgen. Die Inkubationszeit, in der noch keine Krankheitssymptome auftreten, beträgt ein bis drei Wochen. Anschließend verläuft eine Keuchhustenerkrankung im Allgemeinen in drei Phasen. Die Symptome ähneln in der ersten Phase (1-2 Wochen) einem grippalen Infekt. Erst in der zweiten Phase (4-6 Wochen) treten die typischen Zeichen von Keuchhusten auf:

  • schwere Hustenattacken, besonders in der Nacht
  • Keuchen beim Einatmen
  • Abhusten eines zähen, glasigen Schleims
  • teilweise Husten mit Brechreiz oder Erbrechen

In der dritten Phase (6-8 Wochen) klingen die Symptome langsam ab.[1]

Eine Keuchhusteninfektion kann jedoch, besonders bei Erwachsenen und Jugendlichen, auch in milderer Form ohne die charakteristischen Hustenattacken verlaufen. Säuglinge zeigen ebenfalls häufig einen abweichenden Verlauf.[2]

Die gastroösophageale Refluxkrankheit ist eine häufige Erkrankung: Etwa 15-20% der Bevölkerung in westlichen Industriestaaten sind betroffen. Ein trockener Reizhusten mit Brechreiz kann im Zusammenhang mit dieser Erkrankung vorkommen, ist jedoch kein immer auftretendes Symptom. Typische Refluxbeschwerden sind:

  • Sodbrennen
  • Brennen im Rachen
  • häufiges Aufstoßen
  • Zurückdringen von Nahrungsteilen in den Rachen oder die Mundhöhle kurz nach dem Essen (sog. Regurgitation)

Seltener treten Schluckbeschwerden, Schmerzen in der Brustgegend, Reizhusten, Asthmaanfälle, Heiserkeit und Räuspern auf.[3] Diese Begleiterscheinungen können mit Erkältungssymptomen verwechselt werden.

Mögliche Auslöser von Refluxbeschwerden sind Medikamente. Zu diesen gehören unter anderem muskelentspannende Mittel und Hormonpräparate zur Verzögerung der Wechseljahre. Eine weitere häufige Ursache ist Übergewicht.[4]

Biologischer Zusammenhang

Keuchhustenbakterien vermehren sich auf den Atemwegsschleimhäuten. Zur Abwehr von Krankheitserregern wird in der Lunge Schleim gebildet und durch Husten ausgestoßen. Aufgrund der zähen Konsistenz des Schleims kommt es bei einer Keuchhustenerkrankung oftmals zu einem Hervorwürgen, teils mit Brechreiz oder Erbrechen.

Ursache von Refluxbeschwerden ist zumeist, dass der untere Schließmuskel der Speiseröhre (Ösophagus-Sphinkter) nicht vollständig schließt. Dies hat einen Rückfluss von Magensäure und manchmal auch Nahrungsteilen in die Speiseröhre zur Folge. Die Säure reizt dabei den Rachen und kann Husten auslösen. Ebenso kann es bei Menschen mit Refluxbeschwerden durch starken Husten zu Brechreiz und Erbrechen kommen, weil die Anspannung beim Husten zu einer Drucksteigerung im Bauchraum führt.

Zu beachten

Keuchhusten ist hoch ansteckend und meldepflichtig, deswegen sollte bei Verdacht auf eine Erkrankung ein Arzt aufgesucht werden. Die Krankheitserreger werden durch Tröpfcheninfektion übertragen, können also durch Husten, Niesen und Sprechen verbreitet werden. Der Kontakt zu Mitmenschen sollte entsprechend eingeschränkt werden. Eine Impfung gegen Keuchhusten ist möglich und wird von der Ständigen Impfkommission empfohlen.[2]

Der Reflux von Magensäure kann das Gewebe der Speiseröhre auf Dauer stark schädigen. Deshalb sollte bei andauernden oder wiederkehrenden Beschwerden ein Arzt aufgesucht werden. Bei Übergewicht kann eine Gewichtsreduktion die Beschwerden lindern.[4]