Husten Stark: Begleiterscheinungen

Starker Husten (bis zum Erbrechen)

© PantherMedia / Karel Miragaya

Starker Husten, der von Erbrechen begleitet wird tritt in der Regel nicht bei Erkältungserkrankungen auf. Im Fall von Grippe (Influenza), Keuchhusten (Pertussis) oder einer gastrooesophagalen Refluxkrankheit kann diese Symptomatik jedoch auftreten.

Folgend sollen medizinische Fakten, biologische Zusammenhänge und Tipps näher dargestellt werden.

Medizinische Fakten

Wenn Husten beim Auftreten zu Erbrechen führt kann dies Symptom verschiedener Krankheiten sein. Für Erkältungserkrankungen ist es nicht typisch, dass Husten mit Erbrechen einhergeht. Bei einer Grippe (Influenza) kann dies jedoch der Fall sein. Durch Husten ausgelöstes Erbrechen zählt zwar nicht zu den Hauptsymptomen die bei einer Influenza auftreten kann aber durchaus als Begleiterscheinung auftreten. Auch Übelkeit oder Durchfall können entstehen.

Ein, meist trockener, Reizhusten, der mit Erbrechen einhergeht kann jedoch auch durch Keuchhusten (Pertussis) oder die gastrooesophagale Refluxkrankheit ausgelöst werden.

Keuchhusten und eine Influenza werden über Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen. [1] [2]

Biologischer Zusammenhang

Husten ist ein Selbstreinigungsmechanismus des Körpers. Er wird ausgelöst wenn das Hustenzentrum in der Medulla oblangata gereizt wird.

Im Fall einer Erkältung oder Grippe (Influenza) befallen Viren die Schleimhaut der Atemwege und rufen einen Entzündungsprozess hervor. Als Folge treten Schwellung, Rötung, Wärme und Schmerz auf. Durch spezielle Entzündungsmediatoren (unter anderem Prostaglandine) wird die Sensibilität der Nerven erhöht. Neben diesen Veränderungen kann auch eine massive Schleimproduktion ausgelöst werden. Sowohl Schleim als auch Schwellungen werden über sensorische Nerven als Fremdkörper wahrgenommen und das Hustenzentrum löst den Hustenreflex aus.

Erbrechen wird ebenfalls im Hirnstamm ausgelöst. Das Brechzentrum erhält von sehr vielen verschiedenen Nervenbahnen Informationen über den physiologischen Zustand des Körpers und seiner Umgebung. Ein großer Teil der Signale kommt aus dem Raum des Magen-Darm-Traktes, um potentiell schädliche Noxen entfernen zu können. Dies können beispielsweise Mikroorganismen, die eine Entzündung verursachen, Druck auf Magen und Darm oder Alkohol sein. Daneben können aber auch das Gehirn selbst und der Gleichgewichtssinn Brechreaktionen und Übelkeit auslösen. Sollten die physiologischen Signale zu stark vom registrierten Normzustand abweichen, löst das Brechzentrum den Brechakt aus.
Beim Hustenreflex kontrahiert die Bauchmuskulatur und der Druck auf die Lunge und auch den Magen nehmen zu. Dadurch kann die Luft nach außen schießen und als Reinigungsmechanismus wirken. Bei exzessivem Husten kann der Druck auf den Magen so weit anwachsen, dass das Brechzentrum den Brechreflex auslöst. [3]

Zu beachten

Sowohl eine Grippe (Influenza) als auch Keuchhusten (Pertussis) sind hoch ansteckend. Um die Übertragung zu vermeiden empfiehlt sich regelmäßiges Händewaschen sowie das Vermeiden von Hand-Gesicht-Kontakt.

Bei starkem Erbrechen ist vor allem auf Flüssigkeitsersatz zu achten. Vor allem bei Kindern, älteren Menschen und Schwangeren ist dies wichtig. Durch das Erbrechen verliert der Körper Wasser bzw. wird daran gehindert das bereits getrunkene Wasser aufzunehmen.
Schwangere, die unter wiederholtem Erbrechen leiden sollten ihren Frauenarzt aufsuchen.