Husten Stark: Ursachen

Starker Husten durch Lungenentzündung?

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Starker Husten ist eine von vielen Krankheitserscheinungen (Symptomen), die bei einer Lungenentzündung (Pneumonie) auftreten kann. Die häufigste Ursache für neu aufgetretenen Husten ist jedoch ein viraler Infekt der Atemwege.[1] Auf dem Boden eines viralen Atemweginfektes kann durch eine zusätzliche Infektion mit Bakterienallerdings ebenfalls eine Lungenentzündung entstehen.[2]

Im Folgenden sollen die medizinischen Fakten, die biologischen Zusammenhänge und die Risiken in Verbindung mit starkem Husten, wie er bei einer Lungenentzündung vorkommen kann, näher dargelegt werden.

Medizinische Fakten

Die verschiedenen Arten der Lungenentzündung können nach unterschiedlichen Gesichtspunkten eingeteilt werden. Neben einer radiologischen Klassifikation existieren Einteilungen nach Vorerkrankungen, dem klinischen Erscheinungsbild oder dem Ort der Ansteckung.[3] Letztendlich durchgesetzt hat sich die Unterteilung nach dem Ort der Ansteckung, da sie mehr Sicherheit bei der Therapieentscheidung bietet.[1] Hierbei wird unterschieden, ob die Ansteckung zu Hause oder frühestens 48 Stunden nach Aufnahme im Krankenhaus erfolgte. Fachsprachlich ist die Rede von einer ambulant erworbenen Pneumonie (AEP oder CAP [engl. für community acquired pneumonia]) oder von einer im Krankenhaus erworbenen Pneumonie, die als nosokomiale Pneumonie (engl. hospital acquired pneumonia, HAP) bezeichnet wird.

Eine CAP wird am häufigsten durch das Bakterium Streptococcus pneumoniae (Pneumokokken) verursacht.[1] Es kommen aber auch andere Erreger in Betracht, zum Beispiel Haemophilus influenzae, Mycoplasma pneumoniae, Legionellen oder, deutlich seltener, Chlamydia pneumoniae. Viren, die den Atemtrakt befallen, können ebenfalls eine ambulant erworbene Pneumonie verursachen. Dazu gehören zum Beispiel Influenza-, Parainfluenza- und Adenoviren.[1]
Bei den Lungenentzündungen, die im Krankenhaus erworben werden, ist ein anderes Keimspektrum zu erwarten. Von besonderer Brisanz sind Infektionen mit Krankenhauskeimen, die gegen (eine Vielzahl von) Antibiotika resistent sind.

Eine Lungenentzündung ist häufig gekennzeichnet durch einen plötzlichen Beginn mit Schüttelfrost, Fieber, das innerhalb weniger Stunden bis auf 40 °C ansteigt, Luftnotund Herzrasen (Tachykardie). Der begleitende Husten ist zunächst meist trocken, kann im weiteren Krankheitsverlauf aber von eitrigem Auswurf begleitet sein.[3] Manchmal kann es auch zum Aushusten von Blut (Hämoptyse) kommen.[4]
Die Lungenentzündung kann sich aber auch langsam entwickeln, mit allenfalls leichtem Fieber, aber einer langsam zunehmenden Atemnot.[1]

Biologischer Zusammenhang

Durch Husten versucht der Körper, Fremdkörper und Schleim aus dem oberen Teil des Atemapparates (Respirationstrakts) zu entfernen. Dazu ist eine Vielzahl von Sensoren und Muskel nötig. Ausgelöst wird der Hustenreflex auf sehr unterschiedlichen Wegen. Sehr häufig ist eine Reizung der Schleimhäute des Atemtraktes, wie sie durch eine Infektion mit Viren oder Bakterien entstehen kann, ein Auslöser.[4]

Anhand der Symptome kann nicht eindeutig zwischen einem schweren Infekt der Atemwege und einer Lungenentzündung unterschieden werden. Aufschluss darüber kann nur ein Röntgenbild der Lunge geben.[1]

Zu beachten

Ist eine Lungenentzündung sehr wahrscheinlich, beginnt der Arzt oder die Ärztin in der Regel mit der Gabe von Antibiotika. Unter dieser Therapie stellt sich bei einer unkomplizierten Lungenentzündung meist innerhalb von drei Tagen eine erste Besserung ein. Nach gut einer Woche ist häufig eine gute Stabilisierung der Erkrankung erreicht. [1] Bei schwereren Verläufen kann es allerdings zu weiteren Komplikationen kommen, die bis zum Tode führen können.

Für eine ambulant erworbene Pneumonie gelten Zigarettenrauchen, das Fehlen der Milz, ein viraler Atemwegsinfekt sowie ein Alter über 60 Jahre als krankheitsbegünstigende Faktoren. Hauptrisikofaktor sind chronisch-obstruktive Atemwegserkrankungen (COPD).

Bei Husten, der länger als drei Wochen besteht, oder bei zunehmender Atemnot sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.