Husten Trockener Husten: Krankheitstypen

Trockener Husten (ohne Erkältung)

© PantherMedia / Arne Trautmann

Unter trockenem Husten (auch Reizhusten genannt) versteht man einen bellenden und lauten Husten, bei welchem keine Absonderung von Schleim auftritt bzw. kein Auswurf entsteht [1]. Trockener Husten ohne vorhergegangene Erkältung kann vielerlei Ursachen haben, ist jedoch häufig die Folge eines Reizzustandes der oberen (Nase und Rachen) und unteren Atemwege (Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien). An dieser Stelle muss zwischen infektiösen Husten im Rahmen einer Erkältung, der durch Viren und/oder Bakterien ausgelöst wird, und dem hier beschriebenen trockenen Reizhusten, dessen Ursachen sehr vielseitig sein können, differenziert werden. Für den trockenen Husten (ohne Erkältung) sind die häufigsten Ursachen das Rauchen, eingedrungene Fremdkörper oder allergische Reaktionen. Nicht selten jedoch ist trockener Reizhusten auch auf die Rückflusskrankheit (Refluxkrankheit), die man im allgemeinen Sprachgebrauch auch Sodbrennen nennt, zurückzuführen. [2]

Im folgenden Text werden nun die häufigsten Ursachen von trockenem Husten (ohne Erkältung) erläutert und deren Behandlungen erklärt.

Ursachen von trockenem Husten (ohne Erkältung)

Ein sehr häufiger Grund für den trockenen Husten ist das Rauchen. Da laut einer „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1)“ ein Drittel aller deutschen Erwachsenen regelmäßig zur Zigarette greift [3], ist der sogenannte Raucherhusten sehr verbreitet. Mit jeder Zigarette wird der Körper mit circa 2000 giftigen Stoffen belastet, die beim regelmäßigen Konsum von Tabakwaren großen Schaden anrichten. Die inneren Wände der Atemwege sind mit einer dünnen Schleimhaut, die dem Schutz dient, überzogen und weisen dünne Flimmerhärchen auf. Werden dem Körper durch das Rauchen vermehrt Schadstoffe zugeführt, schwellen die Schleimhäute an. Der Körper versucht den vermehrten Schleim auszuwerfen, was dann zu Raucherhusten führt. Weitere Symptome des Raucherhustens sind Kurzatmigkeit, die aufgrund des verringerten Lungenvolumens auftritt, Heiserkeit und ein hörbares Atemgeräusch. Wird der Raucherhusten nicht rechtzeitig diagnostiziert und die betroffene Person konsumiert weiter Zigaretten, so verwandelt sich der Husten in eine sogenannte chronisch-obstruktive pulmonale Dysfunktion (COPD). Dabei werden Teile der Lunge dauerhaft geschädigt und schließlich zerstört. [4]

Ein weiterer Grund für Reizhusten kann das Einatmen von Fremdkörpern sein, was auch Fremdkörperaspiration genannt wird. Dabei gelangen Nahrung, Erbrochenes oder verschluckte Gegenstände in die Luftröhre oder in die Bronchien. Um den Fremdkörper loszuwerden, reagiert der Körper reflexartig mit einem Hustenreiz darauf. Wird dieser nicht sofort entfernt, kann der trockene Husten auch länger anhalten. Häufig betroffene Personengruppen sind Kinder, die meist in den Mund gesteckte Kleinteile verschlucken, und ältere Menschen, die oft Schwierigkeiten mit der Nahrungsaufnahme haben, sich daran verschlucken und die Nahrung in die Atemwege und die Lungen bekommen. [5]

Auch durch allergische Reaktionen kann es zu trockenem Husten kommen. Hier muss als besonders häufig auftretende Ursache das allergische Asthma bronchiale genannt werden. Allergisches Asthma zeichnet sich durch plötzlich auftretende Anfälle von Atemnot aus, welche auf eine chronische Entzündung der Atemwege zurückzuführen sind. Durch eine Schwellung der Schleimhäute oder dem Zusammenziehen (Kontraktion) der Atemwege kommt es bei der betroffenen Person zu Atembeschwerden, welche unter anderem auch trockenen Husten zur Folge haben. Bei allergischen Asthma bronchiale werden die Anfälle durch Stoffe, auf welche die Person allergisch reagiert, ausgelöst. Beispiele dafür sind Pollen und bestimmte Tierhaare. [6]

Wie in der Einleitung bereits erwähnt, kann auch die sogenannte Refluxkrankheit trockenen Husten zur Folge haben. Aufgenommene Nahrung wird über die Speiseröhre (Ösophagus) an den Magen weitergegeben. Bei gesunden Menschen wird der Übergang von der Speiseröhre zum Magen durch einen ringförmigen Muskel (Sphincter) verschlossen. Schließt dieser Muskel nicht richtig, kommt es zu einem Rückfluss (Reflux) vom Magen in die Speiseröhre. Deren Schleimhaut wird durch das oft saure Aufstoßen stark gereizt und entzündet sich. Der trockene Husten entsteht, wenn der Mageninhalt bis in den Kehlkopf aufsteigt und dann – meistens während des Schlafens – eingeatmet (aspiriert) wird. [7]

​Behandlung von trockenem Husten (ohne Erkältung)

In allen Fällen von trockenem Husten sollte nicht der Husten als Symptom behandelt werden, sondern die Ursache dahinter.

Rauchen

Leidet eine Person an Raucherhusten, so ist der erste Schritt der Behandlung der Verzicht auf sämtliche Tabakwaren. Dadurch wird zwar eine Verschlimmerung des Zustandes verhindert, die Schäden, welche die Schadstoffe jedoch bereits angerichtet haben, können nicht wieder rückgängig gemacht werden. Um die Atmung kurzzeitig zu erleichtern, können beruhigendeInhalationen mit Kamille durchgeführt werden. Dafür 3 Liter Wasser zum Kochen bringen, dieses anschließend über eine Handvoll Kamillenblüten gießen und den Sud ein paar Minuten ziehen lassen. Alternativ kann man auch 4-5 Teebeutel der Sorte Kamille aufgießen. Ist der Sud fertig, sollte sich die betroffene Person über den Topf beugen und den Wasserdampf einatmen. Der Effekt des Wasserdampfes wird verstärkt, indem man sich dabei ein großes Handtuch oder Laken überwirft und darunter den Wasserdampf einatmet. Dies ist aber nur zu empfehlen, wenn man die Hitze gut aushalten kann. Hat sich der Raucherhusten schon zu einer ausgewachsenen COPD entwickelt, sollte der Patient sich bronchienerweiternde Medikamente (Bronchodilatatoren) verschreiben lassen. Diese verringern die Muskelspannung in den Bronchien und führen zu deren Ausdehnung, was die Atmung erleichtert. Beispiele hierfür sind „Salbutamol AL Inhalat “, „Berotec N“ und „Atrovent“. Hat der Patient bereits dauerhafte Atembeschwerden, sollte über kurz oder lang eine Therapie mit Sauerstoff in Betracht gezogen werden. [8]

Eindringen von Fremdkörpern

Ein eingedrungener Fremdkörper, der nicht durch den trockenen Husten bereits wieder ausgeschieden wurde, muss so bald wie möglich entfernt werden, da dieser starke Entzündungen in der Lunge hervorrufen kann. Die Entfernung wird in der Regel durch einen kleinen Eingriff beim Arzt mit einem sogenannten Bronchoskop durchgeführt. Dieses Gerät wird durch den Mund- oder Nasenraum über den Kehlkopf und die Luftröhre in die Lunge eingeführt und der Fremdkörper kann dort mit einer Kamera geortet werden. Mit kleinen Zangen und Schlingen wird dieser dann umschlossen und vom Arzt entfernt.[9]

Allergisches Asthma bronchiale

Sofern kein sehr schwerwiegender Asthmaanfall vorliegt, kann dieses mit Hausmitteln gut gelindert und vorgebeugt werden. Beispielsweise wirkt die regelmäßige Einnahme von Magnesium unter anderem auch für die glatte Muskulatur der Atemwege entspannend. Dabei liegt die empfohlene Tagesdosis für Männer ungefähr bei 300 mg und für Frauen bei circa 250 mg. Ein Beispiel hierfür wären „Magnesium-ratiopharm 300 mg, Beutel“, „Magnesium-Verla 300“ oder „Magnesium DIASPORAL 100 Lutschtabletten“.

Hilfreich für Asthmatiker ist es auch, auf ihre Ernährung acht zu geben. Dafür ist es für die betroffenen Person gut, sich basisch zu ernähren (beispielsweise Gemüse) und auf genügend Zufuhr von Omega-3 Fettsäuren zu achten. Diese finden sich besonders in Thunfisch und Lachs. [10]

Kommt es öfters und/oder zu schweren Asthmaanfällen sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden und sich ein Asthmaspray verschreiben lassen. Beispiele hierfür sind „Salbutamol-RatiopharmN Dosieraerosol“, „Venotolin“ oder „Pulmicort – Turbohaler 200“, welche die Asthmasymptome lindern. Dauer und Häufigkeit der Anwendung müssen hier unbedingt mit dem Arzt besprochen werden. [11]

Refluxkrankheit

Ein Hausmittel gegen das ständige Sodbrennen bei der Refluxkrankheit sind Haferflocken, die vom Patienten trocken gegessen werden sollten. Außerdem muss die betroffene Person darauf achten, kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen, damit der Magen nicht überfüllt wird und der Mageninhalt vor dem Schlafengehen an den Dünndarm weitergegeben werden kann. Vom Arzt werden in den meisten Fällen der Refluxkrankheit sogenannte Protonenpumpenhemmer oder seltener H2 Rezeptorblocker verschrieben, welche die Produktion von Magensäure verringern. Beispiele für Protonenpumpenhemmer sind „Omeprazol Heumann 20mg“, „Pantoprazol NYC 40mg “ oder „Esomeprazol – CT 40mg Magensaftresistente Kapseln“(beides Protonenpumpenhemmer) und als H2Rezeptorblocker können „Ranitidin 150 1A Pharma“, „Cimetidin Acis 200mg“ oder „H2-Blocker-ratiopharm 200“. [12]

Zu beachten

Obwohl die oben genannten Ursachen zu den häufigsten Auslösern für trockenen Husten (ohne Erkältung) gehören, kann dieser auch andere Ursachen haben. Deswegen sollte nach spätestens 1-2 Wochen ein Arztbesuch nicht mehr aufgeschoben werden. Besonders aufgepasst werden muss bei pflegebedürftigen, älteren Menschen und Kindern, da diese, wie oben bereits beschrieben, besonders anfällig für die Fremdkörperaspiration sind und insbesondere alte Menschen den Folgen einer Lungenentzündung erliegen können.