Husten Trockener Husten: Krankheitstypen

Trockener Husten (ohne Halsschmerzen)

© PantherMedia / Andriy Popov

Husten ist ein wichtiger Schutz- und Reinigungsmechanismus für den Körper und kann in Kombination mit verschiedenen Erkrankungen auftreten. Nicht in allen Fällen kommt es dabei auch zu Halsweh. Der folgende Artikel behandelt die möglichen Ursachen, die auch ohne Vorliegen von Halsweh zu trockenem Reizhusten führen können.

Ursachen von trockenem Husten

Es werden zwei verschiedene Arten von Husten unterschieden: Husten mit schleimigem Auswurf und trockener Husten ohne Auswurf, auch Reizhusten genannt. Während Ersterer häufig bei bakteriellen und viralen Infektionen der Atemwege auftritt, unter Umständen auch gemeinsam mit Halsweh, kann trockener Reizhusten noch eine Reihe anderer Ursachen haben. Zusätzlich gilt es, akuten, also spontan aufgetretenen, Husten von chronischem Husten zu unterscheiden, der schon über mehrere (meist 3–6) Wochen hinweg andauert [1].

Handelt es sich um akuten Husten, der erst kürzlich begonnen hat, so ist auch trotz fehlender Halsschmerzen eine Erkältung nicht auszuschließen. Gerade in der Anfangsphase kann sich diese primär über den Reizhusten zeigen, eventuell kommen Halsschmerzen und schleimiger Auswurf später hinzu. Bei einer Erkältung handelt es sich meist um eine virale Infektion der Atemwege, die eine Entzündung des Rachens (Pharyngitis), der Luftröhre (Tracheitis) und der Bronchien (Bronchitis) bewirken kann. Durch die Entzündung werden in der Schleimhaut sitzende freie Nervenendigungen stimuliert, die reflektorisch den Hustenreiz auslösen. Meist verläuft der virale Infekt komplikationslos und heilt binnen einiger Tage von selbst wieder aus. Kommen zum Husten Halsweh, Fieber und eventuell gelblich verfärbter Auswurf, kombiniert mit einem starken Krankheitsgefühl, hinzu, so könnte auch eine bakterielle oder gravierende virale Infektion vorliegen (z.B. echte Grippe, Pfeiffer-Drüsenfieber, Mandelentzündung). In diesem Fall sollte ein Arzt konsultiert werden [2].

Auch bei einer Rippenfellentzündung (Pleuritis), nach einer Lungenentzündung (Pneumonie) mit bestimmten Erregern oder im Rahmen der sogenannten Rückflusskrankheit(gastroösophagealer Reflux) kann trockener Reizhusten akut auftreten [3].

Dauert der Husten hingegen schon seit mehreren Wochen an, liegt also chronischer Reizhusten vor, so kommen einige andere Erkrankungen infrage. Häufig manifestieren sich beispielsweise Allergien und Frühformen von Asthma in Form von trockenem Husten. Vor allem, wenn der Husten saisonal gehäuft auftritt oder ein auslösender Faktor erkennbar ist (z. B. Pollen, bestimmte Nahrungsmittel, körperliche Anstrengung), kann hierin die Ursache für den Husten begründet liegen [3].

Schadstoffe in der Luft können die Schleimhaut der Atemwege ebenfalls so reizen, dass Husten die Folge ist. So ist zum Beispiel die Belastung durch hohe Ozon-Werte oder Smog regional unterschiedlich und kann lange andauernden Husten verursachen. Ein ähnliches Problem findet sich häufig bei Rauchern, bei denen Schadstoffe aus der Zigarette Schleimhautreizungen hervorrufen, die bis hin zu chronischer Bronchitis und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD)führen können. Bei Kindern kommt in diesem Zusammenhang dem Passivrauchen eine große Bedeutung zu [3].

Festsitzender Reizhusten kann außerdem als Nebenwirkung von bestimmten Medikamenten auftreten. Vor allem bei den sogenannten ACE-Hemmern, die gegen Bluthochdruck eingesetzt werden, ist dies häufig ein Problem. Schließlich gibt es eine rein psychisch bedinge Form von Husten, den sogenannten psychogenen Husten, bei dem Stress und psychische Belastung den Hustenreiz auslösen [4].

Behandlung von trockenem Husten

Husten selbst hat keinen Krankheitswert und stellt für den Körper sogar einen wichtigen Schutz- und Reinigungsmechanismus dar. Deshalb sollte, bevor der Husten medikamentös unterdrückt wird, vor allem die zugrunde liegende Erkrankung behandelt werden. Im Falle von Allergien kann etwa die Meidung des Allergens helfen, bei Rauchern empfiehlt sich ein Rauch-Stopp als wirksamste Maßnahme [5].

Gegen den Husten im Speziellen kann außerdem die Anwendung von Hausmitteln versucht werden. Vor allem, wenn eine beginnende Erkältung die Ursache des Hustens ist, kann dieInhalation von feuchter Luft Linderung schaffen, indem die Schleimhaut der Atemwege befeuchtet und deren Durchblutung stimuliert wird. Dazu bringt man Wasser in einem großen Topf zum Sieden und inhaliert den entstehenden Dampf anschließend möglichst intensiv ein, etwa indem ein Handtuch über Kopf und Topf gelegt wird. Wahlweise können Kräuter (etwa Lavendel, Pfefferminze oder Salbei) zum Wasser gegeben werden. Diese verschaffen einen angenehmen Geruch und haben eine entzündungshemmende Wirkung [6].

Kräutertee-Aufgüsse, etwa mit Lindenblüten, Holunder, Kamille, Efeublättern, Pfefferminze und Baldrianwurzel, können den Hustenreiz ebenfalls lindern. Die Inhaltsstoffe der Kräuter haben entzündungshemmende, hustendämpfende und allgemein beruhigende Wirkung. Isländisch Moos, eine europäische Strauchflechte, wird häufig gegen Husten eingesetzt und kann in Form von Tees, Hustensaft (z. B. Isländisch Moos Hustensaft dm, Broncholind® Hustensaft Isländisch Moos, Isländisch Moos® Hustensaft) oder Pastillen (z. B. Luuf® Halspastillen, Isla-Moos®,Isla-Pastillen von Sanova®) eingenommen werden [6].

Für schwere Fälle, bei denen sich der Hustenreiz anders nicht in den Griff bekommen lässt, gibt es schließlich noch eine Reihe von Medikamenten, die der Arzt gegen schweren Husten verschreiben kann. Diese sogenannten Antitussiva (Hustenstiller) sind meist Abkömmlinge des Morphins und haben Nebenwirkungen wie Verstopfung oder Abhängigkeit, weswegen sie in den meisten Fällen nur über kurze Zeit verschrieben werden. Ein bekannter Vertreter unter ihnen ist Codein, das unter anderem unter den Namen Codipertussin®, Tricodein® oderTryasol® verkauft wird [7].

Zu beachten

Husten ist ein recht häufiges Symptom verschiedenster Erkrankungen und kann zu Beginn mit Hausmitteln behandelt werden. Lässt sich der Hustenreiz aber nicht stillen und bleibt über Wochen hinweg bestehen, so empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung, ebenso, wenn zum Husten grünlich-gelber oder durch Blut rot gefärbter schleimiger Auswurf hinzukommt.