Schnupfen: Klassische Arzneimittel

Aspirin gegen Schnupfen

© PantherMedia / Wavebreakmedia ltd

Aspirin enthält den Wirkstoff Acetylsalicylsäure und wird üblicherweise inTablettenform vertrieben. Es handelt sich um ein rezeptfreies Medikament. Aspirin wirkt effizient gegen Fieber und leichte bis mittelmäßige Schmerzen. Im Rahmen eines Schnupfens (akute Rhinitis) treten diese Symptome nur sehr selten auf. Daher ist die Einnahme von Aspirin bei Schnupfen (akute Rhinitis) nicht zielführend.

Aspirin verfügt auch über einen entzündungshemmenden Effekt, der bei einem Schnupfen Linderung verschaffen kann. Dieser Effekt ist auf die irreversible Hemmung der Prostaglandin-H2-Synthasen COX1 und COX2 zurückzuführen. Bei COX1 und COX2 handelt es sich um spezielle Proteine, die an der Produktion von Gewebshormonen beteiligt sind. Diese Gewebshormone verursachen unter anderem Entzündungen. Kinder und Jugendliche können bei einer akuten Rhinitis auch Fieber als Symptom zeigen. Es ist zu beachten, dass Aspirin bei Kindern und Jugendlichen eine schwere Störung der Hirn- und Leberfunktion (Reye-Syndrom) auslösen kann und daher nicht gegeben werden sollte.

Medizinische Fakten

Aspirin vom Hersteller Bayer Vital GmbH enthält den Wirkstoff Acetylsalicylsäure. Dieser Wirkstoff ist entzündungshemmend, fiebersenkend und schmerzlindernd. Acetylsalicylsäure zählt zu den nicht-steroidalen (nicht zur Stoffklasse der Steroide oder Fette gehörend) entzündungshemmenden (anit-inflammatorischen) Arzneimitteln und wird häufig zur Schmerz- und Entzündungsbekämpfung eingesetzt. Zur Klasse der nicht-steroidalen anti-infammatorischen Arzneimittel zählen beispielsweise auch die Wirkstoffe Ibuprofen, Acetaminophen und Indomethacin.[1]

Schnupfen kann durch eine Reihe verschiedener Viren ausgelöst werden, die die Nasenschleimhaut infizieren. Als Reaktion auf die Infektion wird ein Entzündungsprozess ausgelöst. Dabei entsteht durch eine Gefäßerweiterungeine Rötung, da mehr Blut diese Region durchfließt. Außerdem wird die Gefäßdurchlässigkeit erhöht und als Folge tritt eine Schwellung auf. Dies sind gewollte Mechanismen des Körpers um eine effektive Immunabwehr zu ermöglichen. Durch einen erhöhten Blutfluss gelangen pro Minute mehr Immunzellen an den Ort der Infektion. Eine gesteigerte Durchlässigkeit der Gefäßwand ermöglicht es einer größeren Anzahl an Immunzellen in das Gewebe einzutreten und die Infektion zu bekämpfen. Auf makroskopischer Ebene führen diese Veränderungen zu den klassischen Symptomen einer Rhinitis. Die Nase rinnt und eine Nasenatmung ist beinahe unmöglich. Um diese Veränderungen biochemisch vermitteln zu können nimmt die Klasse der Prostaglandine (Gewebshormone) eine essentielle Rolle ein. Die in Aspirin enthaltene Acetylsalicylsäure setzt genau hier an.
Die entzündungshemmende Wirkung von Aspirin entsteht durch die Hemmung (Inhibition) von Prostaglandin-H2-Synthasen. Acetylsalicylsäure hemmt die Enzyme Cyclooxygenase 1 (COX 1) und Cyclooxygenase 2 (COX 2) irreversibel durch das Übertragen eines Acetylrestes. Diese Enzyme sind an der Bildung von Prostglandinen beteiligt. Werden sie gehemmt, können keine entzündungsverstärkenden Prostaglandine mehr aus Arachidonsäure gebildet werden und die Entzündung nimmt ab.[2]
Bei Schnupfen ist der Wirkmechanismus von Aspirin lediglich der eines Entzündungshemmers. Schnupfen geht nur sehr selten, vorwiegend bei Kindern mit Fieber einher. Aspirin sollte Kindern und Jugendlichen nicht gegeben werden, da das Reye-Syndrom ausgelöst werden kann. Auch Schmerzen spielen bei Schnupfen eine untergeordnete Rolle. Aspirin wird aber hauptsächlich bei Fieber und leichten bis mittelmäßigen Schmerzen verwendet. Bei einem Schnupfen (akute Rhinitis) ist es wenig sinnvoll Aspirin einzusetzen. Eine lokale Behandlung beispielweise mit einer Kochsalzlösung kann ebenfalls die Beschwerden reduzieren ohne Nebenwirkungen auszulösen.[3][4]

Alternativen

Bei Schnupfen ebenfalls einsetzbar sind das Xylometazolin haltige Nasenspray nasic® sowie das auf Meersalzbasis hergestellte Nasenspray von EMSER®.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen