Schnupfen Beim Kleinkind: Im Alltag

Schnupfen (Kleinkind) u. Fliegen

© PantherMedia / Richard Semik

Schnupfen (Rhinitis) ist eine Entzündung der Nasenschleimhaut, kann in jedem Lebensalter auftreten und schon Säuglinge betreffen. Bei einem Kleinkind ist er in der Regel nicht gefährlich. Da bei Schnupfen eventuell vorhandene Krankheitserreger aber auch weitere Schleimhäute im Körper befallen können, muss vor dem Antritt einer Flugreise unbedingt geklärt werden, ob der Druckausgleich im Mittelohr zuverlässig stattfinden kann. [1]

Wie ein Schnupfen entsteht, was dabei im Körper passiert und warum Fliegen bei Schnupfen unangenehm werden kann, soll im Folgenden geklärt werden.

Medizinische Fakten

Schnupfen tritt in den meisten Fällen im Zusammenhang mit einer Erkältung auf. Diese wird durch Viren (seltener durch Bakterien) verursacht. Durch den Befall der Schleimhäute mit den Krankheitserregern wird das Immunsystem aktiviert, welches für eine schnelle Beseitigung der Schupfenursache aber auch für die Symptomentstehung sorgt. Das abgesonderte Nasensekret ist dabei eine Mischung aus Immunzellen und abgetöteten Krankheitserregern.

Bei einem leichten Schnupfen, bei dem die Nasenatmung noch möglich ist, kann eine Flugreise im Allgemeinen angetreten werden. Leidet ein Kleinkind unter Schnupfen, so sollte dennoch vor einer geplanten Flugreise ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann den Nasen-Rachen-Bereich optisch untersuchen und Druckmessungen anstellen. So kann er feststellen, ob ein Druckausgleich im Mittelohr trotz Schleimhautschwellungen möglich ist und eine persönliche Empfehlung zum Antritt der Flugreise abgeben. Bei einem stärkeren Schnupfen kann er davon abraten, eine Flugreise anzutreten.[2]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Bei einem stärkeren Schnupfen kann zusätzlich zur Nasenschleimhaut der obere Rachenbereich von der Infektion betroffen sein. Im oberen Rachenbereich geht die Ohrtrompete (Tuba auditiva, Eustachische Röhre) als einzige Verbindung zum Mittelohr ab. Durch die Tuba auditiva erfolgt der Druckausgleich im Mittelohr.Im Normalfall ist sie geschlossen. Beim Schlucken oder Gähnen wird sie durch die an ihr haftenden Muskeln geöffnet. Sie sorgt so dafür, dass im Mittelohr Unterdruck entsteht. Da das Mittelohr ansonsten vollkommen abgeschlossen ist, ist die Tuba auditiva für den Druckausgleich unbedingt nötig. Bei einem ausgeprägten Schnupfen kann es aber sein, dass auch die Tubenschleimhaut von der Infektion betroffen ist und anschwillt (Tubenkatarrh). Ein Druckausgleich durch ein- beziehungsweise ausströmende Luft ist dann nur noch eingeschränkt oder auch gar nicht mehr möglich.

Der Druck in der Kabine eines Flugzeugs wird in der Luft durch spezielle Baumaßnahmen um lediglich ein Viertel des normalen Atmosphärendrucks auf der Erdoberfläche reduziert. Das ist etwa, als würde man sich auf einer Höhe von 2.500 Metern befinden. Dieser Druckunterschied wird in der Regel problemlos ausgehalten. Beim Fliegen treten aber insbesondere beim Starten und Landen starke Druckveränderungen auf. Findet nun im Mittelohr kein Ausgleich statt, kann es zu Unter- bzw. Überdrücken kommen.

Risiken

Entsteht im Mittelohr ein Über- oder Unterdruck, der nicht durch die Tuba auditiva ausgeglichen werden kann, so wird das Trommelfell verstärkt beansprucht. Das Trommelfell trennt das Mittelohr vom äußeren Gehörgang. Bei einem Über- oder Unterdruck im Mittelohr wird es stark nach außen gepresst oder nach innen gezogen, was sehr schmerzhaft sein kann. Im Extremfall kann es zu einem sogenannten Barotrauma kommen und das Trommelfell reißt ein.

Bei einem leichten Schnupfen können folgende Maßnahmen Kinder bei einem Druckausgleich unterstützen: [3][4][5]

  • Vor dem Flug – von einem Arzt genehmigte – abschwellende Nasentropfen geben
  • Kinder wecken (im Schlaf ist die Zahl der spontanen Tubenöffnungen geringer)
  • Kinder zum Trinken animieren
  • Kindern etwas zu kauen geben (womöglich füttern)

Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen