Schnupfen Chronisch: Begleiterscheinungen

Ständig Schnupfen und Niesen

© PantherMedia / Ashok Tholpady

Die Symptome einer ständig laufenden Nase sowie mehrfachen Niesens treten typischerweise zu Beginn eines Schnupfens (akute Rhinitis) auf. Es handelt sich dabei um eine sehr häufige Erkrankung, welche entweder infektiösen Ursprungs, das heißt durch Viren oder Bakterien ausgelöst, oder durch allergische Reaktionen hervorgerufen wird.

Meist verläuft eine akute Rhinitis über wenige Wochen und heilt dann von selbst aus, sie ist somit selbstlimitierend.

In diesem Text soll über die medizinischen Fakten und biologischen Zusammenhänge von ständigem Schnupfen und Niesen aufgeklärt werden.

Medizinische Fakten

Bei der Rhinitis handelt es sich um eine Entzündung der Nasenschleimhäute mit dem typischen Symptomkomplex der laufenden, verstopften Nase sowie häufigem Niesen.

Die Beschwerden können nur einige Tage andauern, man spricht dann von einem akuten Schnupfen (akute Rhinitis), oder aber mehrere Wochen vorhanden sein und somit einen chronischen Verlauf zeigen (chronische Rhinitis).[1] Die Grenze zwischen akut und chronisch wurde bei zwölf Wochen gesetzt.[2]

Des Weiteren unterscheidet man je nach auslösenden Faktoren zwischen einer infektiösen und einer allergischen Rhinitis:

Die infektiöse Rhinitis wird in den allermeisten Fällen durch Viren (Rhinoviren, Adenoviren, ECHO-Viren, RS- Viren, etc.) ausgelöst und zeigt einen akuten Verlauf über mehrere Tage. Es handelt sich dabei um die häufigste Infektionskrankheit bei Kindern, welche bis zu fünfmal pro Jahr davon betroffen sein können. Die Viren werden dabei über Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen, mit einem Häufigkeitsgipfel in den kalten Jahreszeiten.[1]

Der typische Krankheitsverlauf beginnt mit allgemeiner Abgeschlagenheit, leicht erhöhter Temperatur sowie Kopf- und Muskelschmerzen. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer stärkeren Verstopfung der Nase, wodurch die Nasenatmung behindert wird, das Riechvermögen eingeschränkt ist und auch der Stimmklang verändert wirkt. Nach etwa drei bis vier Tagen zeigt sich eine „rinnende“ Nase, mit meist glasig-schleimigem Sekret.

Eine viral ausgelöste Rhinitis heilt von selbst aus (sie ist selbstlimitierend) und benötigt somit keine spezielle kausale Therapie. Bei Bedarf kann symptomatisch (z.B. mit abschwellenden Nasentropfen oder Tiefenwärmeapplikation mittels Rotlicht) behandelt werden.[3]

Auch Bakterien können eine Rhinitis auslösen, sie sind als Ursache jedoch weitaus seltener.[1] Eine bakterielle Nasenschleimhautentzündung zeigt in der Regel einen chronischen Verlauf über mehrere Wochen und geht mit einem weitaus schwerwiegenderem Krankheitsbild einher, wie etwa mit Fieber und eitrigen Nasensekret.[2] Mögliche Erreger wären Pneumokokken, Staphylokokken, Streptokokken oder Hämophilus influenzae.

Vor allem bei Personen mit schlechter Immunabwehr (z.B. durch Kortisoneinnahme) oder bei anatomischen Fehlstellungen der Nase sind bakterielle Infektionen häufiger. Auch im Zuge einer häufig wiederkehrenden (rezidivierenden) viralen Rhinitis mit schon geschädigter Schleimhaut, kann es zu einer sekundären Besiedelung mit Bakterien kommen, man spricht von einer bakteriellen Superinfektion.[1]

Die allergische Rhinitis (Rhinitis allergica) zeigt sich ebenfalls durch Schnupfen und häufiges Niesen, zusätzlich können jedoch auch Juckreiz, Husten oder Bindehautentzündungen (Konjunktivitis) auftreten. Besonders bei Kindern kann eine solche Erkrankung auch zu Schlafstörungen und Lernschwierigkeiten führen.

Sehr häufig zeigt die allergische Rhinitis einen chronischen Verlauf über Wochen bis Monate, aber auch immer wiederkehrende akute Krankheitsverläufe sind möglich.

Typisch für eine allergische Genese ist ein Krankheitsbeginn in der frühen Kindheit. In vielen Fällen zeigen sich gleichzeitig weitere allergisch bedingte Erkrankungen, wie etwa Asthma bronchiale oder Neurodermitis oder Nahrungsmittelallergien.[4]

Auslösende Faktoren für allergische Reaktionen sind Pollen (Heuschnupfen), Milben, Tierallergene, Schimmelpilze bis hin zu Milchprodukten oder Eiern. Da Pollen saisonal unterschiedliche Häufungen zeigen, treten auch die Beschwerden des Heuschnupfens nicht ganzjährig auf. Andere Allergene wie z.B. Milben sind ganzjährig vorhanden.[1]

Biologischer Zusammenhang

Die akute Rhinitis entsteht durch entzündliche Veränderungen der Nasenschleimhaut (Nasenmukosa) aufgrund infektiöser oder allergischer Auslöser.

Bei der infektiösen Form setzen sich Viren, seltener Bakterien, in der Nasenschleimhaut fest und führen zur Aktivierung verschiedenster körpereigener Immunprozesse mit dem Ziel der Erregerelimination:

Die Durchblutung wird verstärkt um einerseits Erreger abtransportieren zu können sowie weiße Blutzellen (Leukozyten) an den Infektionsort zu transportieren. Diese Leukozyten (Granulozyten, Makrophagen, Lymphozyten) können durch unterschiedlichste Mechanismen die Erreger bekämpfen und meistens auch eliminieren. Als Folge dieser Entzündungsreaktionen kommt es zur Schwellung, Rötung und Schmerzhaftigkeit der Schleimhaut.[5]

Im Zuge der Rhinitis führt diese Schwellung zum Gefühl der „verstopften Nase“. Weiters soll auch eine gesteigerte Sekretion der Erregerabwehr dienen, welche im Schleim gebunden und über diesen Ausgeschieden werden.[3]

Eine allergische Immunreaktion läuft in zwei Schritten ab:

Bei einem ersten Kontakt mit bestimmten Allergenen (Pollen, Gräser, Schimmelpilze, etc) kommt es zur Sensibilisierung des Körpers (das Immunsystem reagiert auf das Allergen, aber keine Entzündung entsteht). Erst bei zweitem Kontakt mit demselben Allergen wird eine Entzündungsreaktion ausgelöst.

Im Zuge der Sensibilisierung werden die jeweiligen Allergene von bestimmten Immunzellen aufgenommen und von diesen in kleine Fragmente zerlegt. Diese Fragmente dienen in weiterer Folge der Aktivierung sogenannter B-Lymphozyten, welche in großen Mengen spezifische Antikörper (IgE) produzieren. Diese IgE- Antikörper binden an die Oberfläche Histamin-haltiger Mastzellen und „warten“ dort auf erneuten Kontakt mit demselben Allergen. Kommt es zu diesem zweiten Kontakt, werden große Mengen an Histamin ausgeschüttet, wodurch die allergischen Symptome (Schwellung, Rötung, Juckreiz) ausgelöst werden.[3]

Zu beachten

Generell ist eine akute Rhinitis nicht besorgniserregend und heilt innerhalb mehrere Tage von selbst aus.

Nicht selten entwickelt sich jedoch auch eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) im Verlauf einer Rhinitis (Rhinosinusitis), welche sich durch Druck- oder Schmerzgefühl in der Stirn oder neben der Nase äußert. Bei häufig wiederkehrenden Rhinosinusitiden sollte an die Möglichkeit vorhandener Polypengedacht werden. Ein Besuch des HNO-Arztes ist dadurch zu empfehlen.[6]

Bei besonders starkem Verlauf einer allergischen Rhinitis sollte auch ein Arzt aufgesucht werden, da möglicherweise die Indikation einer antiallergischen Therapie besteht. Bei starken allergischen Erscheinungen an den Augen sollte ein Augenarzt konsultiert werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen